Titel: De Beaujeu's Fabrikation des Runkelrübenzukers mit Hülfe der Apparate mit ununterbrochener Circulation.
Autor: Beaujeu,
Fundstelle: 1835, Band 55, Nr. LIV. (S. 286–307)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj055/ar055054

LIV. Ueber die Fabrikation des Runkelrübenzukers mit Hülfe der Apparate mit ununterbrochener Circulation. Von Hrn. de Beaujeu.55)

Aus dem Recueil industriel. Junius, S. 81; Julius, S. 1 u. f.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Ungeachtet der heftigen Angriffe, gegen welche die Runkelrübenzuker-Fabrikation zu kämpfen hatte, und ungeachtet man ihr schon so oft ihren Untergang voraussagte, schreitet dieser Industriezweig, der bis jezt hauptsächlich ein französischer geworden und geblieben ist, unaufhaltsam und kräftig vorwärts; er antwortet seinen Gegnern |287| nur durch Förderung der Landwirthschaft und durch Erhöhung des Wohlstandes der Arbeiter und der ganzen Gegend, in der er betrieben wird. Naturalisation eines Produktes von erster Wichtigkeit; Begünstigung des Verbrauches einer Menge von Gegenständen, die im Inlands selbst erzeugt werden; bedeutende Vermehrung der Producte des Grund und Bodens; Ausdehnung der Viehzucht und Viehmastung; Verbreitung einer guten Bewirtschaftung des Bodens; Verwendung einer großen Menge von Menschenarmen während einer Zeit, während welcher dieselben großen Theils müßig zu seyn pflegen, und wesentliche Förderung des Wohlstandes einer ganzen Gegend: dieß sind die unausbleiblichen Folgen der Begründung dieses Industriezweiges, den sich eine geringe Anzahl von Individuen zu verleumden nicht entblödet, während ihn bereits ganze Provinzen segnen und preisen.

Noch in jedem Jahre hat die Runkelrübenzuker-Fabrikation einen Schritt vorwärts gemacht, und unabsehbar ist das Ziel, an welchem man stehen bleiben wird. Von ganz besonderem Einflüsse dürfte aber das gegenwärtige Jahr auf dieselbe seyn: denn die Resultate der lezten Campagne zu Narcé lassen keinen Zweifel über die gänzliche Umwandlung, die sie erfahren dürfte. Die zahlreichen Fabrikanten, welche aus den nördlichen Departements herbeigekommen waren, und welche sich bisher allein im Besize der wesentlichsten Verbesserungen befanden, kehrten sämmtlich mit der Ueberzeugung zurük, daß die neue Methode an Einfachheit und Leichtigkeit Alles übertreffe. Es wurden daher auch schon in diesem Jahre in eben diesen Departements für die dießjährige Campagne mehrere Fabriken errichtet, in welchen sowohl das Auspressen des Runkelrübensaftes, als das Filtriren des Saftes und der Syrupe nach den zu Narcé errichteten Apparaten vollbracht werden soll. Das Material einer Fabrik wird bei der neuen Methode bedeutend, und der Verbrauch an Handarbeit um die Hälfte vermindert; man braucht von nun an leine Dampfmaschine, kein Pferdegetrieb, keine Reiben, keine Pressen, keine Säke und keine Weidengeflechte mehr! Und bei all dieser großen Ersparniß erhält man überdieß einen größeren Ertrag an besserem und reinerem Safte; und eine größere Menge Zukers von angenehmerem Geschmake!

Eine tägliche Erzeugung von 216 Hectoliter Runkelrübensaft beurkundet hinreichend, wie sehr die Arbeit bereits eine fabrikmäßige geworden ist; und alle Fabrikanten, welche meine Fabrik in Thätigkeit sahen, waren über die geringe Anzahl von Arbeitern, die zur Erzielung eines solchen Resultates erforderlich waren, erstaunt. Es handelt sich daher nicht mehr um die Frage, welche Vortheile die neue |288| Methode gewährt, sondern lediglich darum, sie so allgemein bekannt als möglich zu machen. Und es wird gewiß keinen Fabrikanten geben, der seinem eigenen Interesse so feind wäre, daß er da zurükbliebe, wo er sich mit einer sehr geringen, schon durch den Ertrag der ersten Monate gedekten Summe auf die höchste Stufe seines Fabrikationszweiges zu erheben vermag.

Es wurden bereits sehr mannigfaltige Versuche, den Saft aus der Runkelrübe auszuziehen, angestellt. Vor dem Zerreiben der Rüben versuchte man denselben in Wasser aufzulösen, wobei man sowohl rohe, als getroknete Rüben anwendete. Diese Methoden, welche schlecht ausgeführt wurden, mußten dem Zerreiben weichen, welches allein Bestand zu gewinnen schien. Die nach Cadet-de-Vaux's und anderer Angabe angestellten Versuche, die Runkelrüben mit Dampf auszusieben, führten nur zu schlechten Resultaten; und es war dem gelehrten Oekonomen in Roville vorbehalten, die bereits aufgegebenen Ideen wieder ins Leben zurükzuführen. Hr. de Dombasle stellte nämlich bestimmte Grundsäze hierüber auf, unterwarf das Ganze der Sanction der Erfahrung, und bewies dadurch die Möglichkeit, daß man aus der Runkelrübe einen größeren Ertrag ziehen könne. Die Resultate, die er in seinem Bulletin sur la Maceration über den Gang der Ausziehung des Runkelrübensaftes angab, wurden durch die Laboratoriumsversuche des Hrn. Dnbrunfault bewährt und bestätigt; und es blieb daher nur noch eine Frage, nämlich die: ob dieses Verfahren, dessen man sich in den Apotheken schon seit länger Zeit zur Bereitung von Extracten bediente, in Hinsicht auf die Runkelrübenzuker-Fabrikation je ein fabrikmäßiges werden könne.

Um diese Zeit kam ich auf die Idee meiner Methode, welche durch Filtration und ohne Unterbrechung oder mit Continuität arbeitet, und welche mir alle Einwendungen gegen eine Benuzung derselben im Großen zu beseitigen schien. Die Ueberzeugung, welche ich in dieser Hinsicht durch meine, über die Arbeit Dombasle's angestellten Versuche gewann, bewog mich im December 1832 auf dieses Princip, welches sich auf mannigfache Arbeiten, besonders aber auf die Ausziehung des Runkelrübensaftes und auf die Filtration zur Entfärbung des Saftes und der Syrupe anwenden läßt, ein Patent zu nehmen. Nachdem die Apparate, die ich zu diesem Behufe verfertigte, gelungen waren, verbreitete sich deren Ruf außerordentlich schnell; alle Zeitschriften zeigten dieselben an, und mehrere Journale gaben sogar eine sehr unvollkommene Beschreibung davon, obschon ich selbst bisher noch Niemanden eine solche mitgetheilt habe. Von den zahlreichen Zeugen des vollkommenen Gelingens meiner Apparate aufgefordert und gedrängt sehe ich mich nun veranlaßt, dem |289| Publicum das Resultat zweier auf einander folgender Campagnen vorzulegen, – ein Resultat, welches so günstig ausfiel, daß schon von allen Seiten der Neid und die Verleumdung rege ward, und daß endlich die Nachahmung desselben nicht ausbleiben kann. Mein Zwek ist, jeden Fabrikanten durch größte Ermäßigung des Preises der Prämien, welche ich zugestehe, in den Stand zu sezen, sich das neue Verfahren anzueignen, wobei ich jedoch erkläre, daß ich jeden Eingriff in mein rechtmäßig erworbenes Patent gehörig zurükweisen werde.

Wie groß auch die zu errichtende Fabrik seyn mag, sie mag innerhalb 24 Stunden 100, 200, 300 oder 400 Hectoliter Runkelrübensaft erzeugen, so sind zum vollkommenen Ausziehen des Saftes aus den Rüben doch nie mehr als 8 Bottiche nöthig; und der ganze Unterschied liegt lediglich in der Größe der Bottiche. Jeder dieser Bottiche besteht ganz aus Holz und ist mit drei eisernen Reifen beschlagen; übrigens könnten die Bottiche auch aus Kupfer oder Eisenblech bestehen. Wenn diese Bottiche in eine oder zwei gerade Linien, oder im Kreise, oder im Vierek gestellt sind, so stellt man zwischen dem Boden des einen und dem oberen Theile des nächstfolgenden eine Verbindung her, indem man von Unten nach Oben einen senkrechten Cylinder führt. In diesen Cylinder taucht eine spiralförmige Röhre unter, welche Dampf leitet, damit der Saft auf diese Weise bei dem Uebergange des Dampfes aus einem Bottiche in den anderen auf einen beliebigen Grad erwärmt werden kann. Wenn nun die Runkelrüben in dünne Schnitten geschnitten worden sind, so sättigt sich das Wasser (indem es von Oben nach Unten und allmählich in mehreren Bottichen durchfiltrirt, und indem es dabei auf demselben Wärmegrade erhalten wird) mit den auflöslichen Theilen, wobei es zulezt einen solchen Grad von Sättigung erreicht, daß es dem ursprünglichen Runkelrübensafte beinahe gleichkommt. Man erhält auf diese Weise beständig und regelmäßig einen Saft, der immer gleiche Stärke hat, und dessen Stärke nur um einen halben Grad unter jener des ausgepreßten Saftes steht. Andererseits entzieht das Wasser, indem es mehrere Male über dieselben Rüben filtrirt, bei seinem jedesmaligen Durchgange die Hälfte von dem, was an Zukerstoff zurükgeblieben war; so daß die Rüben endlich ganz ausgesogen werden, oder nur mehr eine höchst unbedeutende Menge Zukerstoff enthalten. Da sämmtliche Bottiche mit einander communiciren, so braucht man das Wasser nur in den lezten gelangen zu lassen, um zu bewirken, daß dasselbe ohne irgend eine Arbeit zu erfordern, auch in alle übrigen übergehe. Der Fabrikant kann mithin das Wasser mehr oder minder lange in einen und denselben Bottich |290| einströmen lassen; und hat es daher vollkommen in seiner Gewalt, die Ausziehung der Rüben so weit zu treiben, als es ihm beliebt, ohne daß ihn dieß mehr kostet. Der gesättigte Saft läuft frei für sich in den dazu bestimmten Behälter oder in den Klärungskessel, so daß die ganze Arbeit lediglich im Zerschneiden der Runkelrüben, im Ausleeren der ausgezogenen Rüben, und in der Leitung des Apparates besteht, welche so einfach ist, daß man sie einem ganz gewöhnlichen Arbeiter überlassen kann.

Eine mit 6 Schneidmessern versehene Platte, welche mit einer derjenigen von zweien Menschen gleichkommenden Kraft in Bewegung gesezt wird, zerschneidet die Rüben, die ein Weib in einen Trichter wirft. Ein anderes Weib oder auch ein männlicher Arbeiter schafft die zerschnittenen Rüben in die Bottiche; und diese beiden Personen arbeiten leicht so viel als nöthig ist, um in 24 Stunden 300 Hectoliter Rübensaft und darüber zu erzeugen. Wie groß die Fabrik auch seyn mag, so reichen jederzeit 4 Personen hin, und in Folge einiger neuer Einrichtungen, die ich getroffen habe, lassen sich selbst von diesen noch 2 ersparen. Man vergleiche nun diese Arbeit mit jener der gewöhnlichen Reiben, bei denen, abgesehen von dem Waschen der Säke, der Geflechte, der Pressen, der Reiben, und abgesehen von dem Ausbessern der Säke und Geflechte, 18 bis 20 Personen erforderlich sind, um mit einer gleichen Quantität zu arbeiten. Das neue Verfahren ist überdieß auch so reinlich als möglich, während das ältere immer unreinlich bleiben wird.

Meine Idee, die Runkelrüben durch Filtration und fortwährende Circulation auszuziehen, ließ sich auf verschiedene Weise in Ausführung bringen; die Apparate ließen sich mannigfaltig abändern; d.h. ich konnte mit auf- oder absteigender, senkrechter oder horizontaler Filtration, in fixirten oder beweglichen Bottichen oder Cylindern arbeiten. Es war mir nicht möglich, alle diese verschiedenen Ideen auszuführen, und ich blieb daher bei jener stehen, die mir unter allen am anwendbarsten schien, obschon natürlich auch alle übrigen Modifikationen unter meiner Erfindung und folglich auch unter meinem Patente begriffen sind, so daß ich meinen Apparat in Zukunft so abändern kann, wie ich es am geeignetsten finden werde. Ich bestehe um so mehr hierauf, als jene, die mit dem Inhalte meines Patentes nicht bekannt sind, glauben könnten, dasselbe beziehe sich lediglich auf den Apparat, den ich bisher verfertigte, während es sich doch auf die ganze Anwendung der Filtration durch ununterbrochene Circulation erstrekt. Jeder Apparat, der dieses Resultat bezwekt, schlägt demnach in mein Patent ein. Ein junger Fabrikant, Hr. Delimale, hatte z.B. die Idee, mehrere mit Runkelrüben |291| gefüllte Behälter nach einander in Bottiche, welche mit Wasser gefüllt sind, untertauchen zu lassen. Diese Vorrichtung, welche mit vielen Umständlichkeiten verbunden ist, hat mit meiner Fabrikation durch ununterbrochene Circulation nichts zu schaffen. Dagegen hat man zu Arras einen Apparat angekündigt, welcher auf continuirliche Weise arbeiten soll; ich kenne denselben nicht: allein wenn das Wasser in ihm durch die auf irgend eine Weise zerkleinerten Runkelrüben geleitet wird, und wenn eine ununterbrochene Circulation an demselben Statt findet, so schlägt dieser Apparat in mein Patent ein.

Da sich vielleicht viele Fabrikanten keine hinlänglich genaue Idee von der Ausziehung des Runkelrübensaftes mit Wasser zu machen im Stande sind, so will ich dieselbe näher erörtern. Der Runkelrübensaft ist in einer Menge kleiner Zellen enthalten, die dessen Ausfließen verhindern. Die Pektiksäure gibt der Runkelrübe, deren feste Theile beiläufig nur 4 Hundertel betragen, ihre bekannte Festigkeit. Runkelrübenschnitte, welche man in kaltes Wasser einweicht, halten ihren Saft an sich, und geben höchstens den auf ihrer Oberfläche befindlichen Antheil an das Wasser ab; so wie man aber sämmtliche Zellen derselben durch eine mechanische oder chemische Wirkung zerstört, so kann der Saft entweichen, und es entsteht nach den Gesezen der chemischen Verwandtschaft eine Verbindung des Saftes mit dem Wasser. Das dadurch zum Vorscheine kommende Gemenge hat eine entsprechende Stärke; d.h. gleiche Theile Wasser von 0° und Saft von 8° geben ein Resultat von 4°; und schafft man dieses Wasser weg, so hat der in den Runkelrüben enthaltene Saft auch nur mehr 4°. Bringt man nun wieder Wasser von 0° auf die Rüben, so erfolgt wieder eine Theilung zur Hälfte, so daß nur mehr Last von 2° in denselben zurükbleibt u.s.f., so weit als man will, dergestalt, daß man den Saft bis auf 1, 1/2, 1/4, 1/8°, kurz auf einen so geringen Gehalt bringen kann, daß dessen weitere Gewinnung nicht der Mühe werth ist. In der Praxis begnügt man sich gewöhnlich damit, ihn auf 1/2° gebracht zu haben.

Um jedoch zu diesem Resultate zu gelangen, müssen, wie schon oben gesagt worden, die Zellen zerrissen werden. Diese Zerreißung kann entweder mechanisch, oder durch Erhöhung der Temperatur, oder durch eine bis zum Gefrieren verminderte Temperatur, oder endlich auch durch einen starken elektrischen Schlag bewirkt werden. Die Versuche des Hrn. de Dombasle haben erwiesen, daß eine Temperatur von 50° R. hinreichend ist, um die Runkelrübe so zu verändern, daß sie allen ihren Saft abgibt, und um zu bewirken, daß Alles auf die so eben von mir beschriebene Weise von Statten geht.

|292|

Aus dem bisher Gesagten ergibt sich demnach, daß wenn man das Wasser, welches bereits auf Runkelrüben gestanden, immer wieder auf neue Rüben treten läßt, die Stärke desselben fortwährend zunimmt, und daß man diese Stärke so weit treiben kann, daß man endlich eine Flüssigkeit erhält, welche beinahe eben so reich ist, als der Runkelrübensaft selbst. In der Praxis begnügt man sich gewöhnlich, wenn nur mehr ein Unterschied von einem halben Grade besteht.

Der auf diese Weise durch Filtration erhaltene Saft ist viel reiner, als jener, den man sonst durch Auspressen gewinnt; er enthält nur auflösliche Theile, und beinahe aller Eiweißstoff, so wie die Pektiksäure bleiben in der Runkelrübe zurük, wodurch der Rükstand nährender wird. Dieser Rükstand verdient als Viehfutter um so mehr den Vorzug vor den zerriebenen und ausgepreßten Runkelrüben, als der Eiweißstoff durch die erhöhte Temperatur in demselben gerinnt, und dadurch die Wirkungsart des Rükstandes als Nahrungsmittel wesentlich verbessert. Der Koth der Thiere, welche mit diesem Rükstande gemästet werden, hat weder den starken Geruch, noch die dünne Consistenz, die er hat, wenn die Mastung mit rohen, zerriebenen und ausgepreßten Rüben geschieht. Ebendiesen Unterschied bemerkt man bekanntlich auch bei der Fütterung mit rohen und mit gekochten Erdäpfeln.

Nachdem wir nun gezeigt, auf welche Weise sich der Saft mit dem Wasser vermischt, und wie man beinahe allen in den Runkelrüben enthaltenen Saft gewinnen kann, wollen wir sehen, wie sich dieses Verfahren fabrikmäßig betreiben läßt. Es ergeben sich hiebei mehrere Schwierigkeiten. Wenn das Wasser nämlich eine gewisse Zeit über auf den Runkelrüben gestanden, und wenn die Vermengung desselben mit dem Safte erfolgt ist, so müßte man das Wasser abziehen und durch neues Wasser ersezen. Dazu, so wie zum Abtropfenlassen der Rüben, welches gleichfalls geschehen müßte, wäre, wenn der Bottich nur einige Größe hat, ziemlich viele Zeit erforderlich; und da diese Operation an 6 Bottichen hinter einander vorgenommen werden müßte, so würde der Zeitaufwand noch größer werden. Während überdieß das Wasser abläuft, würde dafür Luft eindringen; und dadurch entstünde Abkühlung, Schwärzung und Neigung zur Gährung, so daß dieses Verfahren also nicht fabrikmäßig betrieben werden kann. Dieß sind die Principien, auf denen das patentirte Verfahren des Hrn. de Dombasle beruht, und dieß sind auch nach meiner Erfahrung die Hindernisse, die der Anwendung desselben im Großen im Weg stehen. Ich habe alle diese Hindernisse glüklich |293| beseitigt; denn bei meiner Methode sind die Rüben fortwährend in Flüssigkeit gebadet.

Hiebei war unumgänglich nothwendig, daß alle Flüssigkeit aus dem einen Bottiche in den anderen überging, ohne daß sie sich mit jener Flüssigkeit, an deren Stelle sie zu treten hatte, vermengte, oder daß die Schichten allmählich auf einander folgten, ohne sich je mit einander zu vermengen. Um dieß zu erlangen, brachte ich das physische Gesez von den specifischen Gewichten, welche nach der größeren oder geringeren Menge der aufgelösten Theile, so wie auch nach dem verschiedenen Wärmegrade der Flüssigkeit verschieden sind, in Anwendung.

Um zu bewirken, daß die Runkelrüben ihren Saft abgeben, und um den Eintritt der Gährung zu verhindern ist ein ziemlich hoher Wärmegrad erforderlich. Diese Wärme mußte ich, indem ich ohne Unterbrechung arbeiten wollte, fortwährend unterhalten, was mir auch durch den Zwischenapparat, den ich zwischen jedem Bottiche anbrachte, gelang. Der Saft gelangt nämlich, nachdem er sich auf dem Uebergange erwärmt, wärmer und von geringerer Stärke auf die Oberfläche des nächstfolgenden Bottiches; und da er aus diesen beiden Ursachen leichter ist, so muß er auch auf der Oberfläche bleiben. Nach den Versuchen Bossut's treibt aber eine Flüssigkeit, welche beständig auf die Oberfläche eines vollen, am Boden ausfließenden Glases gelangt, allmählich sämmtliche Schichten aus der Stelle, ohne sich damit zu vermengen. Da nun diese Wirkung im gegenwärtigen Falle um so mehr Statt finden muß, als zugleich auch ein Unterschied in der specifischen Schwere besteht, so treibt die Flüssigkeit eines jeden Bottiches jene des nächstfolgenden gänzlich und ohne sich damit zu vermengen aus der Stelle. Sämmtliche Bottiche zeigen daher auch während der ganzen Arbeit verschiedene Grade, und diese Verschiedenheit bleibt auch, wie zahlreiche, in Gegenwart mehrerer Fabrikanten angestellte Versuche bewiesen, immer eine und dieselbe. Die Erfahrung war in dieser Hinsicht um so nothwendiger, als zu befürchten war, daß, indem das Wasser durch eine so große Masse durchsikern mußte, doch eine Vermischung entstünde, wodurch die Regelmäßigkeit des Ganges der Operation getrübt werden könnte. Glüklicher Weise haben die während einer ganzen Campagne angestellten Versuche die vollkommene Regelmäßigkeit der Ausziehung der Runkelrüben durch Filtration erwiesen. Es folgt hieraus, daß in dem Augenblike, in welchem man das Wasser auf den lezten Bottich treten läßt, das Niveau sich ändert, und alle Bottiche in Bewegung kommen; und daß die zum Entleeren eines Bottiches nöthige Zeit auch zum Entleeren aller übrigen hinreicht.

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Hr. Demesmay der ältere von Lille, der mir gleichfalls die Ehre erwies, meine Anstalt zu besuchen, hat den Gang der Erwärmung und der Sättigung in meinen Apparaten algebraisch berechnet, und ich erlaube mir hier diese Berechnungen mitzutheilen. Ich muß jedoch vorläufig bemerken, daß zu der Zeit, zu welcher Hr. Demesmay bei mir war, mein Apparat nur mit 5 Bottichen arbeitete, wobei das Wasser beständig warm in dieselben gelangte, ausgenommen bei der lezten Auswaschfiltration. Da der Saft nicht in den Bottichen, sondern lediglich bei seinem Uebergange aus dem einen Bottiche in den nächstfolgenden erhizt wurde, und da die neuen Rüben immer wieder eine neue Abkühlung bedingten, so war es interessant durch den Calcul das daraus zum Vorscheine kommende Resultat zu bestimmen. Die allmähliche Ausziehung der Runkelrüben durch die continuirliche Arbeit der Bottiche muß gleichfalls der Berechnung unterworfen werden, um die Resultate zu erfahren, die man von der Anwendung einer größeren oder geringeren Anzahl von Bottichen erwarten konnte. Die Resultate der Berechnungen des Hrn. Demesmay, so wie die Versuche, welche derselbe hierauf anstellte, werden den wahren Vortheil, den mein Apparat gewährt, am deutlichsten zeigen; und ich stehe nicht an hier öffentlich zu bezeugen, daß ich diesem Manne großen Dank schuldig bin. Auf seinen Rath ließ ich das Wasser beständig kalt zufließen; und wie er voraussagte, reichten die Wärmeapparate allein zur vollkommenen Ausziehung der Rüben hin, wie dieß der Calcul andeutete, und wie sich dieß aus den Versuchen, deren Resultate wir anführen werden, ergab.

Gesezt nun der Saft stehe auf seinem Uebergange von einem Bottiche zum anderen mit einer Oberfläche in Berührung, welche durch Dampf auf die Temperatur n erhizt ist, so ergibt sich genauen Versuchen gemäß, daß die mitgetheilte Temperatur mit dem Unterschiede zwischen dieser Temperatur n und der Temperatur der Flüssigkeit im Verhältnisse steht.

Gesezt es seyen a – b – c – d – e – f – die anfänglichen Temperaturen der 6 Bottiche; a' – b' – c' – d' – e' – f' – die Temperaturen nach der Filtration einer Masse Flüssigkeit, welche dem Gewichte nach dem Gewichte der Runkelrüben gleichkommt; a'' – b'' – c'' – d'' – e'' – f'' – die Temperaturen nach der Filtration einer gleichen Quantität Flüssigkeit; t – u – x – y – z die Temperaturen, welche während der ersten Filtration in den 5 Erwärmern, durch welche die Flüssigkeit bei ihrem Uebergange von einem Bottiche zum anderen strömen muß, aufgenommen werden; t' – u' – x' – y' – z' – die Temperaturen, welche bei der zweiten Filtration aufgenommen wurden, |295| wobei vorausgesezt ist, daß das Wasser bei seinem Eintritte in den Apparat 0° habe, gleichwie auch die frischen Runkelrüben 0° haben, oder daß f = 0; so ergibt sich:

a = 2 a' . a + t + b = 2 b' . b + u + c = 2 c' . c + x + d = 2 d' . d + y + e = 2 e'. e + x = 2 f'.

a' = 2 a'' . a' + t' + b' = 2 b'' . b' + u' + c' = 2 c'' . c' + x' + d'' = 2 d'' . d' + y' + e' = 2 e''. e + x' = 2 f''.

t = (ua) m . u = (nb) m . x = (u – c) m . y = (n – d) m . z = (n – c') m .

Wobei m eine constante Größe ist, welche von der Oberfläche der Flüssigkeit abhängt, die mittelst einer metallenen Oberfläche mit dem Dampfe in Berührung steht.

Man erhält ferner auch die Gleichungen b'' = a, c'' = b, d'' = c, e'' = d, f'' = e, welche sich daraus ergeben, daß eine vollkommene Operation unter denselben Umständen beginnen muß, wie jene, die ihr zunächst vorausging.

Wenn man nun alle diese Gleichungen wegschafft, so erhält man:

a' = 2 a''

a = 4 a''

b' = a'' (6 + 2 m) – nm

b = a'' (8 + 8 m) 3 nm

c' = a'' (10 + 20 m + 2 m²) – nm (6 + 2 m)

c = a'' (12 + 40 m + 12 m²) – nm (10 + 5 m)

d' = a'' (14 + 70 m + 42 m² + 2 m³) – nm (15 + 15 m + m²)

d = a'' (16 + 112 m + 112 m² + 16 m³) – nm (21 + 35 m + 7 m²)

e' = a'' (18 + 168 m + 252 m² + 72 m³ + 2 m⁴) – nm (28 + 70 m + 28 m² + m³)

e = a'' (20 + 240 m + 504 m² + 240 m³ + 20 m⁴) – nm (36 + 126 m + 84 m² + 9 m³)

f' = a'' (22 + 330 m + 924 m² + 660 m⁵ + 110 m⁴ + 2 m⁵) – nm (45 + 210 m + 210 m² + 45 m³ + m⁴)

Textabbildung Bd. 55, S. 295

Nimmt man an, die Heizoberfläche sey eine solche, daß bei einer Temperaturverschiedenheit von 100° des hundertgradigen Thermometers, die während einer Stunde mitgetheilte Wärme 10 Grad beträgt, so wird m = o; und bezeichnet 1 diesen Werth in den vorhergehenden Gleichungen, und nimmt man n = 100° an, so erhält man:

a'' = 14°, 655 Temperatur des Rükstandes.
a' = 29, 31
a = 58, 62
|296|
b'

=

77, 36 Temperatur des Rükstandes.
b = 88, 46
c' = 93, 80
c = 94, 49
d' = 91, 07
d = 83, 47
e' = 71, 69
e = 54, 67
f = 31, 31 Temperatur des Productes.

Um also unter den oben angegebenen Umständen stündlich 10 Hectoliter Product zu erhalten, genügt es, wenn man den Erwärmern eine Oberfläche von 1/4 Quadratmeter gibt. Eine kleinere Oberfläche wäre hinreichend, wenn die Temperatur des Dampfes auf mehr dann 100° des 100gradigen Thermometers gesteigert würde.

Nach Péclet entwikelt ein Quadratmeter Röhre, in welcher Dampf von t° enthalten ist, und welche mit einer Flüssigkeit von t° in Berührung sieht, 750 (tt') Einheiten Wärme, und nach diesen Daten wurde auch die Oberfläche der Erwärmer bestimmt. Andere Versuche, welche mit Dampf angestellt wurden, der in gewöhnlichen Kochkesseln mit Rost und 16 Röhren circulirte, gaben 1750 (tt'); und andere mit einer geringeren Anzahl von Röhren gaben 3900 (tt'), so daß also die Erwärmer von den oben angegebenen Dimensionen immer ausreichen werden. Wir müssen jedoch bemerken, daß, obschon die Erwärmer des zu Narcé aufgestellten Apparates genau 1/4 Meter Oberfläche haben, und obschon ihre Leistungen dem fraglichen Zweke entsprechen, dieselben doch nicht so viel Wärme geben, als man von ihnen erwarten könnte, obgleich die Temperatur des Dampfes in den Dampferzeugern 2 1/2 – 3 Atmosphären beträgt. Es bildet sich nämlich in den Erwärmern, welche aus Gußeisen verfertigt und von ungleicher Dike sind, manchmal ein Niederschlag, der die Mittheilung der Wärme beeinträchtigt, weßhalb es gut seyn dürfte, sich in der Praxis nicht so ganz genau an die durch die Berechnung gefundene Oberfläche zu halten. Ein kleiner Ueberschuß bringt nämlich um so weniger einen Nachtheil, als mit den Hähnen nach Belieben die Regulirung vollbracht werden kann.

Wendet man 5 statt 6 Bottiche an, so wird e die Temperatur der frischen Runkelrübe und gleich 0°. Man muß daher die auf f bezügliche Gleichung weglassen, und erhält hienach:

Textabbildung Bd. 55, S. 296

Die übrigen Ausdrüke a' ab' b etc. bleiben dieselben wie früher; und |297| nimmt man n = 150°, oder den Dampf zu 4 1/2. Atmosphäre an, so erhält man:

a'' = 15° Temperatur des Rükstandes.
a' = 30
a = 60
b' = 78
b = 87
c' = 88 – 8
c = 84 – 3
d' = 73 – 68
d = 56 – 49
e = 31 – 668 Temperatur des Productes.

Um zu diesem Resultate zu gelangen, müssen die Erwärmer gleichfalls eine Heizoberfläche von 1/4 Quadratmeter haben. Wäre die Temperatur des Dampfes niedriger, als wir sie hier angenommen haben, so ließe sich durch Anwendung einer größeren Heizoberfläche abhelfen.

Aus diesen verschiedenen Gleichungen ersieht man, daß, man mag mit 6 oder mir 5 Bottichen arbeiten, die Temperatur des Saftes, so wie er zum Klären kommt, 31°–30 beträgt; während der Rükstand, d.h. die Rüben, die man aus den Bottichen nimmt, nur 14 bis 15° des 100gradigen Thermometers hat, so daß also kein merklicher Verlust an Wärme Statt findet. Man ersieht ferner, daß der Saft während des Laufes der Operation jedenfalls eine so hohe Temperatur erlangt, als zum Zerreißen der Zellen und zur Verbindung des Saftes mit dem Wasser nöthig ist.

Auf eine ähnliche Weise läßt sich nun auch der Zukergehalt des Saftes in jedem Bottiche, und zwar am Anfange, in der Mitte und am Ende der Operation berechnen, wenn man annimmt, daß sich der Zuker gleichmäßig zwischen den Wurzeln und dem sie umgebenden Wasser vertheilt.

Es sey n die Quantität des in den Runkelrüben enthaltenen Wassers, und A' die Quantität des dasselbe begleitenden Zukerstoffes. Es sey ferner die Quantität des eingeleiteten Wassers ebenfalls = n, so wird man am Anfange einer Operation erhalten:

Neuer Bottich 2ter 3ter 4ter 5ter 6ter
n + a – 2 (n + b) 2 (n + c) 2 (n + d) 2 (n + e) 2 (n + f).

Nach der Filtration einer Quantität Flüssigkeit, welche = n ist, erhält man:

2 (n + a') 2 (n + b') 2 (n + c') 2 (n + d') 2 (n + e') 2 (n + f');

|298|

und nach der Filtration einer abermaligen eben so großen Quantität:

2 (n + a'') 2 (n + b'') 2 (n + c'') 2 (n + d'') 2 (n + e'') 2 (n + f'').

Da nun unter denselben Verhältnissen, wie das erste Mal eine neue Operation beginnen muß, so muß a'' = b. b'' = c. c'' = d. d'' = e. e'' = f seyn. Man erhält aber überdieß:

a + b = 2 a'. b + c = 2 b'. c + d = 2 c'. d + e = 2 d'. e + f = 2 e.

a' + b' = 2 b. b' + c' = 2 c. c' + d' = 2 d. d'+ e' = 2 e. e' + f' = 2 f.

Dieß führt durch Wegschaffung zu folgenden Resultaten:

a' = 11/12 a Gehalt des Productes.
b = 10/12 a
b' = 9/12 a
c = 8/12 a
c' = 7/12 a
d = 6/12 a
d' = 5/12 a
e = 4/12 a
e' = 3/12 a
f = 2/12 a
f' = 1/12 a
f'' = 1/24 a, Gehalt des Rükstandes und auch des Waschwassers.

Es erhellt also, daß das Wasser bei jeder Filtration 1/12 mehr von dem Zukerstoffe der Runkelrübe aufnimmt.

Wendet man statt 6 Bottichen deren nur 5 an, so erhält man:

a' = 9/10 a Zukergehalt des Productes.
b = 8/10 a
b' = 7/10 a
c = 6/10 a
c' = 5/10 a
d = 4/10 a
d' = 3/10 a
e = 2/10 a
e' = 1/10 a
e'' = 5/100 a, Zukergehalt des Rükstandes und des Waschwassers.

Der Gang der Operation ist demnach ein konstanter und leicht durch Formeln zu bezeichnen. Mit 5 Bottichen wächst der Gehalt an Zukerstoff um Zehntel; mit 6 Bottichen um Zwölftel, und mit 7 um Vierzehntel. Im ersten Falle enthält das Product 9/10 und der Rükstand 1/10; im zweiten kommen auf erstens 11/12 und auf lezteren nur 1/24; im dritten endlich kommen auf das Product 13/14 und auf den Rükstand nur 1/28.

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Es versteht sich von selbst, daß man diese Resultate nur erzielt, wenn die Runkelrüben gar kein Leben mehr haben und so zerkleinert sind, daß sie die Hälfte ihres Gehaltes an das sie umgebende Wasser abgeben können. Die erstere dieser beiden Bedingungen findet am Anfange der Filtration nicht Statt, und die zweite läßt sich unmöglich vollkommen erreichen. In der Praxis gelangt man zu der angegebenen Ausziehung der Runkelrüben, wenn man mehr Wasser anwendet, als oben bei der Feststellung der Formeln angenommen wurde: n macht kaum 0,85 des Gewichtes der Runkelrübe aus, und man wendet eine Wassermenge an, welche dem Gewichte der Runkelrüben gleichkommt. Man kann den von den Formeln bezeichneten Gränzen sehr nahe kommen, und sie sogar überschreiten, wenn man die Wassermenge verhältnißmäßig erhöht. Dieß ist jedoch nicht bis ins Unendliche thunlich, weil der Vortheil, der dadurch erwüchse, daß man der Runkelrübe eine größere Menge Zukerstoff entzöge, dadurch aufgewogen würde, daß man dafür mehr Wasser zu verdampfen hätte.

Aus den oben angeführten Berechnungen ergibt sich, daß wenn man in dem Apparate mit ununterbrochener Filtration bloß mit den Erwärmern und mit 5 Bottichen arbeitet, wobei das Wasser beständig kalt auf die Rüben gelangt, während die Rükstände nur 15° des 100gradigen Thermometers haben, 1/20 von dem in den Rüben enthaltenen Zukerstoffe verloren geht; während, wenn man mit 6 Bottichen arbeitet, dieser Verlust nur 1/24 beträgt. Da mir mehrere Fabrikanten durch die Fragen, die sie an mich stellten, bewiesen, daß sie die Vorzüge meines Verfahrens nicht gehörig zu würdigen verstehen, und daß sie dem eben erwähnten Verluste einen weit größeren Werth beilegen, als ihm gebührt, so sehe ich mich veranlaßt, hier noch schlagendere Vergleiche anzustellen.

Man schäzt das Gewicht des in den Runkelrüben enthaltenen Saftes beinahe auf 97 Proc., und die Schwere des ausgepreßten Saftes auf 8° am Aräometer. Durch das gewöhnliche Verfahren mit den Reiben und Pressen gewinnt man, je nach der Vollkommenheit der Apparate und der Arbeit von 60 bis zu 75 Proc. Saft; die Mehrzahl der Fabriken erzielt jedoch im Durchschnitt nicht über 60 bis 65 Proc.; und die Arbeit gilt schon als sehr gut, wenn 70 Proc. erzielt werden. Folgende Tabelle zeigt den verhältnißmäßigen Verlust an Saft unter verschiedenen Umständen.

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Textabbildung Bd. 55, S. 300

Schon auf den ersten Blik auf diese Tabelle ergibt sich der außerordentliche Vorzug des Verfahrens durch Filtration. Bei der sorgfältigsten Anwendung der Reiben und der Pressen beträgt der Verlust an Saft nämlich 1/3 bis 1/4, und arbeitet man nach dem Verfahren Demesmay's, so verliert man ungefähr 1/6. Dagegen beträgt der Verlust bei der Anwendung von 5 Bottichen nur 1/20, und bei 6 Bottichen nur 1/24. Hieraus allein, und ganz abgesehen von den übrigen Ersparnissen an Kosten aller Art, ergibt sich schon der unendliche Vortheil bei dem neuen Verfahren.

Nachdem Hr. Demesmay durch Berechnung zu den angegebenen Resultaten gelangt war, wollte er auch noch einige praktische Versuche mit den in Thätigkeit befindlichen Bottichen anstellen. Ich will auch das Resultat dieser Versuche, die mit größter Genauigkeit betrieben wurden, und bei welchen die Beobachtungen von halben zu halben Stunden notirt wurden, anführen; man wird daraus ersehen, daß der Gang der Bottiche in Hinsicht auf die Wärme sehr constant und ganz mit der Berechnung im Verhältnisse war.

Der erste Versuch wurde mit 5 Bottichen unternommen; die Temperatur wurde bestimmt, als der Behälter voll geworden. Das Wasser gelangte während des ersten Theiles der Operation mit 80° R. in den ersten Bottich; während des zweiten Theiles betrug die Temperatur hingegen 22°.

22° R. erster Bottich
45 zweiter –
45 dritter –
50 vierter –
46 fünfter –
17 Product. Stärke 6°.
50 Rükstand.
|301|

Bei dem zweiten Versuche wurde das Wasser bei der Temperatur des Behälters, der nie durch Dampf erwärmt wurde, in den Bottich gebracht. Sämmtliche Hähne mit Ausnahme des ersten wurden geöffnet. Die Temperaturen waren folgende:

Erster Theil der Operation.

Erster Versuch. 1ster Bottich 25 Zweiter Versuch. 25
2ter – 39 40
3ter – 49 47
4ter – 51 52
5ter – 35 34

Zweiter Theil der Operation.

1ster Bottich 24 26
2ter – 33 34
3ter – 44 44
4ter – 50 50
5ter – 46 45
Product 16 1/2 16 1/2
Stärke 6° schwach 5°.

Wir wendeten hierauf 6 statt der 5 Bottiche an, weil wir fanden, daß die vier Erwärmer nicht hinreichten, um die Temperatur gehörig zu erhöhen, und weil dieselben also eine größere Oberfläche erfordert hätten, um dem Sinken der Stärke des Produktes zuvorzukommen.

Bottiche. Zahl der Versuche.
Erster Theil. 1ster 2ter 3ter 4ter 5ter 6ter
1ster Bottich 25 28 27 27 28 31
2ter – 32 36 39 40 43 42
3ter – 41 46 49 53 51 51
4ter – 49 52 58 58 58 58
5ter – 53 58 57 53 61 57
6ter – 36 36 35 37 39 39
Zweiter Theil.
1ster Bottich 27 28 26 27 33 28
2ter – 29 32 36 38 41 35
3ter – 38 43 47 50 52 51
4ter – 48 50 55 57 57 53
5ter – 56 59 57 60 61 59
6ter – 47 48 47 50 52 51
Product 18 18 17 18 19 20
Stärke oder Dichtheit 5 1/2° 5 3/4 5 1/2 5 1/2.

Die Arbeit dauerte auf diese Weise die ganze Nacht über; den Tag darauf nahmen wir die Versuche wieder auf, und erhielten dabei:

Erster Theil der Operation.

1ster Bottich 33 32 35
2ter – 41 39 40
|302|
3ter Bottich

53

42

52
4ter – 61 58 62
5ter – 66 67 70
6ter – 42 47 44

Zweiter Theil der Operation.

1ster Bottich 33 31 33
2ter – 40 39 37
3ter – 43 46 45
4ter – 52 55 55
5ter – 65 65 64
6ter – 59 62 60
Product 20 20 19
Stärke 6 1/2° 6 1/4° 6 1/2°
Rükstand 31 35 37
Stärke 1/2 1/2.

Die zerriebenen und ausgepreßten Runkelrüben gaben einen Saft, welcher bei dem Druke der atmosphärischen Luft 7 1/2° zeigte. Der aus den Bottichen fließende Saft wog bei 20° R. 6 1/2°; auf die Temperatur der Luft zurükgeführt, gewann er jedoch noch 1/2°.

Betrachtet man diese Reihe von Versuchen über die Wärme eines jeden Bottiches, so wird man finden, daß die Erwärmer zur Erreichung jenes Temperaturgrades, der sich erzielen läßt, und der bessere Resultate geben würde, nicht genügen. Dieser Unvollkommenheit ungeachtet erfolgte die Ausziehung bis auf 1/2°, und die Operation verlief mit größter Regelmäßigkeit. Da sich in der Folge keine weiteren Abweichungen in den Resultaten zeigten, so wurden die Versuche nicht länger fortgesezt.

Andere Fabrikanten, welche mich seither besuchten, haben diese Versuche des Hrn. Demesmay bewahrt gefunden, und überdieß die verschiedenen aräometrischen Stärkegrade des Saftes in den verschiedenen Bottichen ermittelt. Hr. Legrand, ehemaliger Werkführer des Hrn. Hamoir zu Saultain, fand, daß der Unterschied der Stärke in den verschiedenen Bottichen sich gleich bleibe, und daß die Stärke von dem sechsten Bottiche zurük 6°, 5°, 4°, 3°, 2°, 1°, 1/2° betrage.

Aus allem bisher Gesagten kann man mit vollem Rechte schließen, daß das neue Verfahren ein höchst regelmäßiges ist, indem jeder Bottich sich in demselben Augenblike einer jeden Operation immer auf einer und derselben Temperatur befindet; indem der Saft unter gleichen Verhältnissen immer gleiche Stärke hat; und indem der zur Klärung gelangende Saft immer von gleicher Stärke und gleicher Temperatur ist. Man hätte meinen können, daß man die Stärke des Saftes des ersten Bottiches von Zeit zu Zeit messen |303| müsse, um zu sehen, ob derselbe zu entfernen oder noch länger in Circulation zu lassen sey. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, daß man den Apparat ganz sich selbst überlassen könne, und daß das Product keine Veränderung erleide, so lange es weder an Dampf, noch an Wasser fehlt. Nicht einmal ein Wechsel in der Güte der Runkelrüben erzeugt einen merklichen Unterschied in dem Producte; der Unterschied zeigt sich wenigstens nur langsam, indem der Saft durch 6 Bottiche fließen muß, ehe er in den Behälter gelangt. Es ist dieß von großer Wichtigkeit; denn der Arbeiter, der den Apparat bedient, braucht nicht die geringste Kenntniß und Geschiklichkeit zu haben, indem er nichts weiter zu thun hat, als den Behälter zu füllen, wenn er leer ist, und ihn zu entleeren, wenn er voll ist, was beiläufig alle halbe Stunden ein Mal zu geschehen hat. Die Fabrikanten, welche meine Anstalt zu Narcé besuchten, konnten sich leicht hievon überzeugen; denn der eine der beiden Arbeiter wußte ihnen gar keinen Bescheid über den Apparat zu geben, obwohl er denselben eben so gut bediente, als der andere verständigere.

Da die Arbeit auf diese Weise gewisser Maßen von dem Arbeiter unabhängig ist, so folgt hieraus, daß sie beinahe gar keiner Beaufsichtigung bedarf, und daß der Apparat in einer bestimmten Zeit immer so viel Arbeit liefern wird, als er seinem Baue nach zu liefern hat: ausgenommen dieselbe wird böswilliger Weise gestört.

Sehr zu bemerken ist ferner auch, daß der Fabrikant seine Resultate nach Belieben modificiren, und dieß sogar auf verschiedene Weise erzielen kann. Will er z.B. die Stärke des zur Klärung gelangenden Saftes erhöhen, so kann dieß geschehen, theils indem er denselben eine Circulation mehr machen läßt, theils indem er in die Bottiche etwas mehr Runkelrüben bringt. Will er seinen Rükstand stärker ausziehen, so kann dieß entweder durch Anwendung einer größeren Wärme; oder dadurch, daß er ein Wasser mehr darüber laufen läßt; oder dadurch, daß er in jeden Bottich eine etwas geringere Quantität Rüben bringt, bewirkt werden. Will er die Arbeit mehr beleben, den Apparat schneller arbeiten lassen, und dabei doch dasselbe Resultat erhalten, so kann dieß durch eine stärkere Erwärmung oder durch kleineres Zerschneiden der Runkelrüben erzielt werden. Es stehen ihm also eine Menge Mittel zur Modifikation seiner Arbeit zu Gebot; und er ist auf diese Weise im Stande, auf eine unveränderliche Weise jedes beliebige Resultat zu erzweken. Die verschiedenen Abänderungen oder Modifikationen der Arbeit können während der Fabrikation durch die verschiedene Güte der Runkelrüben, oder durch die längere oder kürzere, bessere oder schlechtere Aufbewahrung derselben erheischt werden. Ich glaube daher, daß nicht leicht ein Apparat |304| mehr Vorzüge in sich vereine, als der meinige, der sich gewisser Maßen in jeden Eigenwillen des Fabrikanten fügt, und der in dieser Hinsicht alle meine Erwartungen übertraf. Ich bin übrigens weit entfernt zu glauben, daß nichts an demselben besser zu machen wäre; denn ich weiß nur zu gut, daß die Verbesserungen keine Gränzen haben. Ich habe eine neue Bahn eröffnet; ich habe gezeigt, daß sie gut ist, und bewiesen, daß man mit Vortheil darauf fortschreiten kann.

Wir haben oben gesehen, daß die neue Methode im Vergleiche mit der älteren, bei welcher die Runkelrüben zerrieben und ausgepreßt wurden, sowohl in Hinsicht auf die Kosten der Errichtung einer Fabrik, als in Hinsicht auf die Kosten der Unterhaltung und des Betriebes eine wesentliche Ersparniß mit sich bringt, und ich will nun versuchen, einen Ueberblik dieser verschiedenen Vorzüge zu geben. Hr. de Dombasle hat diesen Artikel in seinem Bulletin de la macération mit einiger vorgefaßter Meinung, wenn gleich mit nicht geringerer Genauigkeit behandelt; ich glaube jedoch von einer anderen, wie mir scheint, natürlicheren Basis ausgehen zu müssen, als dieser Gelehrte, der die jährlich verbrauchte Quantität Runkelrüben als Maßstab annahm.

Ich will nämlich die Quantität Saft, welche eine Fabrik zu verarbeiten im Stande ist, oder auch die Quantität Zuker als Basis annehmen. Eine bereits errichtete Fabrik, welche das neue Verfahren einführen will, kann nicht mehr Saft verarbeiten, ausgenommen es wird beinahe das sämmtliche Material der Fabrik vermehrt, was nicht immer möglich ist. Weit leichter ist es dafür eine geringere Menge Runkelrüben zu verwenden. Wenn z.B. eine Fabrik täglich 240 Hectoliter Saft verarbeitet, so kann sie bei der neuen Methode dieselbe Quantität, und in Betracht der Regelmäßigkeit der Arbeit, sogar darüber behandeln. Wenn sie früher 5 bis 600,000 Pfund Zuker erzeugte, so kann sie nach der neuen Methode eine gleiche Quantität erzeugen; nur wird sie, während sie früher hiezu 10 bis 12 Millionen Runkelrüben bedurfte, jezt nur mehr 7 Mill. 690,000 bis 9 Mill. 230,000 Rüben brauchen. Auf diese Weise wird, wie mir scheint, die Berechnung viel einfacher.

Die Fabrik zu Narcé, welche zur Erzeugung von 5–600,000 Pfd. Rohzuker eingerichtet wurde, besizt eine Dampfmaschine, welche 25,000 Fr. kostete; 2 Reiben für 3000 Fr.; 4 hydraulische Pressen für 12,000 Fr. Diese drei Dinge allein machten eine Ausgabe von 40,000 Fr. nöthig; und diese können beinahe gänzlich erspart werden. Denn statt dieser Apparate braucht man nach der neuen Methode nur eine Vorrichtung zum Zerschneiden der Runkelrüben, |305| welche höchstens 200 Fr. kostet; einen Filtrirapparat, dessen Einrichtung auf 3000 Fr. zu stehen kommt, und mehrere hölzerne Bottiche, welche keine 1000 Fr. kosten. Statt obiger Ausgabe von 40,000 Fr. hat man daher jezt nur mehr eine von 4200 Fr. zu machen; und schlägt man hiezu noch die Licenz, welche gegenwärtig 1500 Fr. kostet, so gibt dieß einen Kostenanschlag von 5700 Fr. oder von beiläufig 6000 Fr.; und mithin eine reine Ersparniß von 34,000 Fr.

Bei einer Fabrik von dieser Ausdehnung dürfte es jedoch immer gut seyn, zum Pumpen und zum Betreiben des Schneideapparates eine kleine Triebkraft zu Gebot zu haben: eine kleine Roßmühle oder eine kleine Dampfmaschine von 2 Pferdekräften würde hiezu hinreichen.

Der zur Errichtung des neuen Apparates nöthige Raum wird immer kleiner seyn, als jener, den man für die Reiben, die Pressen etc. braucht. Rechnet man daher zu den oben angeführten Ersparnissen an den Anschaffungskosten auch noch die Ersparnisse, die sich dadurch ergeben, daß die neue Methode weniger ausgedehnte Bauten erfordert, so wird sich in dieser Hinsicht der große Vortheil bei der Befolgung der lezteren herauswerfen.

In Betreff der Fabrikationskosten ist die Ersparniß nicht minder groß. Zur Bedienung der beiden Reiben und der 4 Pressen brauchte man nicht weniger, als 18 Personen; zur Unterhaltung der Säke, zum Waschen derselben sowohl, als der Geflechte und der Reiben, waren 6 bis 8 Arbeiter erforderlich. Man brauchte also für die Tagarbeit 25 Arbeiter, und eben so viel für die Nachtarbeit; im Ganzen demnach 50. Bei der neuen Methode hingegen sind an den Schneidapparaten 2 und an den Bottichen 2 Arbeiter beschäftigt; man braucht also für die Tag- und Nachtarbeit 8 Arbeiter, d.h. um 42 weniger, als bei der alten Methode. Hat man eine Triebkraft zu Gebot, so erspart man auch noch die beiden Arbeiter an den Schneidapparaten; wo nicht, so ergibt sich wenigstens eine Ersparniß von 38 Arbeitern, was täglich beiläufig 35 Franken ausmacht.

Die Unterhaltungskosten einer Dampfmaschine, zweier Reiben und 4 Pressen sind bedeutend, und die Säke sowohl als die Geflechte müssen öfter erneuert werden. Alle diese Kosten fallen an dem neuen Apparate weg; denn derselbe besteht bloß aus fixen Stüken oder aus Hähnen, die sich nur wenig abnüzen, weil beinahe gar keine Last auf ihnen ruht. Die einzige Vermehrung der Kosten ist durch das Brennmaterial bedingt; allein auch diese ist gering. Denn wenn die Heizung der Bottiche gut eingerichtet ist, so geht nur eine höchst |306| unbedeutende Quantität Wärme, d.h. höchstens die in dem Rükstande der Runkelrüben enthaltene verloren. Da dieser Rükstand, wie wir oben gesehen haben, am Ende der Ausziehung nur 18 bis 20° R. hat, so ist dieß der einzige und ganze Verlust an Wärmestoff. Bei der von Hrn. de Dombasle angegebenen Methode kommen die ausgezogenen Runkelrüben beinahe siedend heiß aus dem Apparate, so daß also hier ein weit größerer Verlust an Wärmestoff Statt findet, als bei meinem Apparate.

Wenn man nun in Anschlag bringt, daß der Runkelrübensaft bei der neuen Methode um einen Grad schwächer, d.h. zu 7 statt zu 8°, zur Klärung kommt – ein Unterschied, welcher als das Maximum anzunehmen ist – so hat man auf 100 Kilogr. Runkelrüben 107 Liter Flüssigkeit zu 7° statt 91 Liter von 8°, d.h. um 16 Liter Wasser mehr zu verdampfen.

Man rechnet gewöhnlich, daß 1 Kilogr. Kohle 6 Liter Wasser verdampft, wonach also auf 100 Kilogr. etwas weniger als 3 Kilogr. Kohle mehr kämen. Für eine Fabrik, welche täglich 240 Hectoliter Saft behandelt, reichen 640 Kilogr. oder beiläufig 6 1/2 Hectoliter Kohle hin.

Stellt man hienach alle diese Ersparnisse und Mehrkosten zusammen, so ergibt sich für eine Runkelrübenzukerfabrik, so wie ich sie oben angenommen habe, folgende Berechnung:

Kosten der Errichtung der Fabrik.

Ersparniß der Dampfmaschine 25,000 Fr.
der zwei Reiben 3,000 –
der vier Pressen 16,000 –
Communicator, Triebwerk, Sezen der Apparate etc. 3,000 –
––––––––
47,000 Fr.

Dafür sind anzuschaffen:

Der Apparat mit den Bottichen 4000 Fr.
Der Apparat zum Zerschneiden der Rüben 200 –
Nebenausgaben 500 –
–––––– 4700 –
––––––––
Mithin Ersparniß an den Errichtungskosten 42,300 Fr.

Kosten der Fabrikation.

Da man zu 500,000 Pfund Runkelrübenzuker nicht 10
Millionen, sondern nur 7,690,000 Rüben braucht, so gibt
dieß eine Ersparniß von 2,310,000 Rüben; und rechnet
man das 1000 Rüben zu 10 Fr., so gibt dieß



23,000 Fr.
Da die Zahl der Arbeiter von 50 auf 38 vermindert wird,
so gibt dieß täglich eine Ersparniß von 35 Fr., also für
200 Tage


7000 –
Die Unterhaltung der Reiben und Pressen kann auf nicht
weniger angeschlagen werden, als auf

1000 –
Jene der Säle und Geflechte auf 1000 –
Die Unterhaltung der Dampfmaschine 2000 –
Kohle für die Maschine zu 8 bis 10 Pferdekräften, für
die Reiben und Pressen; beiläufig 800 Hectoliter zu 3 Fr.

2400 –
––––––––
Verminderung der Kosten 36,500 Fr.
|307|

Vermehrung der Kosten.

Brennmaterial zum Verdampfen von 768,000 Liter Saft,
welche bei der neuen Methode mehr erzielt werden:
1300 Hektoliter Kohle zu 3 Fr.


3900 Fr.
––––––––
Mithin Ersparniß 32,600 Fr.
Die Errichtungskosten der Fabrik geben mithin eine
Ersparniß von

42,300 Fr.
Bringt man hievon als Kosten der Licenz 1,500 –
––––––––
in Abzug, so bleiben noch 40,800 Fr.

Die Fabrikationskosten hingegen weisen eine Ersparniß von 32,600 Fr. aus; und diese Ersparniß ist um so wichtiger, als sie sich jährlich wiederholt. Was die Producte der Fabrikation selbst betrifft, so nehme ich sie als gleich an, so daß also an den übrigen Fabrikationskosten nichts zu ändern ist.

Die zum Betriebe des Schneideapparates nöthige Kraft kann auf jene zweier Menschen angeschlagen werden. Man kann den Apparat entweder durch Menschenhände, oder wenn man zugleich auch noch andere Maschinen zu treiben hat, durch eine kleine Roßmühle oder einen Wassersturz, oder auf irgend andere Weise in Bewegung sezen. Diese Ausgabe, welche von den Ortsverhältnissen abhängt, und welche Jedermann selbst anzuschlagen wissen wird, muß noch zu obigen Ausgaben hinzugerechnet werden.

(Beschluß im nächsten Hefte.)

Wir haben schon im Polytechn. Journale Bd. LI. S. 449 eine kurze Beschreibung des Verfahrens des Hrn. de Beaujeu mitgetheilt, da jedoch diese Beschreibung sowohl, als die Abbildung, wie sich nunmehr zeigt, nicht von dem Erfinder selbst herrührten, und in mehrerer Hinsicht unvollkommen sind, so fühlen wir uns um so mehr gedrungen, gegenwärtige, ausführliche, von Hrn. de Beaujeu selbst bearbeitete Abhandlung bekannt zu machen, als seine Erfindung die Runkelrübenzuker-Fabrikation wahrscheinlich vom Grunde aus umwandeln, und auf einen bisher noch kaum erreichten Grad von Vollkommenheit bringen muß.

A. d. R.

|300|

Dieß Resultat gab die Arbeit zu Narcé. A. d. O.

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