Titel: Wells's Apparat zur Verwandlung von Seewasser in süßes Wasser und zum Kochen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 55, Nr. XII./Miszelle 13 (S. 72–73)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj055/mi055012_13

Wells's Apparat zur Verwandlung von Seewasser in süßes Wasser und zum Kochen.

Hr. Wells soll kürzlich Versuche mit einem von ihm erfundenen Apparate zur Verwandlung von Seewasser in süßes Wasser, welches zu allen häuslichen Zweken geeignet ist, angestellt, und dabei sehr günstige Resultate erlangt haben. Der Apparat besteht, wie die Literary Gazette schreibt, aus einer 4 Fuß hohen und eben so weiten, gußeisernen Kochmaschine, und enthält Oefen, Pfannen, Tiegel, Kessel etc., in welchen man bequem ein Mittagmahl für 70 bis 80 Personen bereiten kann. Der Verbrauch an Brennmaterial beträgt in 24 Stunden beiläufig 2 Bushel Steinkohlen; das Rösten, Sieden und Baken geschieht mit größter Regelmäßigkeit, indem die erhizte Luft durch Röhren rings um die dazu bestimmten |73| Gefäße geleitet wird. Während das Kochen von Statten geht, gelangt das Seewasser nach und nach aus einem eigenen Behälter in das Innere der Maschine, wo es eine Destillation erleidet. Das destillirte Wasser fließt in einer gußeisernen oder in einer verzinnten kupfernen Röhre ab, und diese Rohre läuft über Bord in die See und um den Boden des Schiffes herum, um an der anderen Seite wieder in das Schiff zurük zu gelangen. Das auf diese Weise abgekühlte destillirte Wasser, welches sich sowohl zum Trinken als zum Kochen, Waschen etc. eignet, kann an einem gewöhnlichen Sperrhahne abgelassen werden. Der Patentträger filtrirt es auch über Kohlen, um ihm etwas Kohlenstoff, und dadurch einen angenehmeren Geschmak mitzutheilen. Er glaubt, daß dieser Apparat das Aufbewahren von Trinkwasser aus den Schiffen ganz unnöthig machen dürfte, und daß der große hiezu erforderliche Raum anderweitig verwendet werden könnte. (Kr scheint jedoch hiebei vergessen zu haben, daß die Aufbewahrung des zur Destillation des Wassers erforderlichen Brennmateriales vielleicht einen nicht viel geringeren Raum erfordern wird.

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