Titel: Ein Verfahren, das Absezen der Niederschläge aus Flüssigkeiten zu erleichtern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 55, Nr. XII./Miszelle 29 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj055/mi055012_29

Ein Verfahren, das Absezen der Niederschläge aus Flüssigkeiten zu erleichtern.

Die Fabrikanten chemischer Producte kommen oft in Verlegenheit, weil die Fällung mancher Substanzen nicht immer in einer gegebenen Zeit und auf dieselbe Art erfolgt, besonders wenn man große Quantitäten von Flüssigkeiten anwendet; man muß daher bisweilen, wenn ein Niederschlag im Wasser schwebend bleibt, und sich nicht absezt, die Operation wieder anfangen und das Product der ersten mehrere Tage lang stehen lassen. Bei der Bereitung von Laken kann es treffen, daß wenn der Niederschlag sich zu langsam absezt, die Flüssigkeit in Gährung kommt, sich verändert oder ihre Farbe verliert. Wenn man folgende Bemerkungen berüksichtigt, wird man diesem Umstande immer begegnen können.

Jede Flüssigkeit, in welcher durch ihre Vermischung mit einer anderen ein Niederschlag erzeugt werden soll, oder in welche man eine Substanz bringt, die einen Niederschlag verursachen sott, muß gekocht worden seyn; zwei Flüssigkeiten, die man vermischt, müssen auf derselben Temperatur seyn. Wenn man in eine heiße Flüssigkeit, die man sogleich anwenden will, kaltes Wasser gießt, so wird sie dadurch ungeeignet, den Körper, welchen sie enthält, fallen zu lassen. Der Grund hievon ist folgender: jede Flüssigkeit oder das Wasser, welches nicht gekocht hat, enthält Luft, die in sehr kleinen Bläschen in der Masse zertheilt ist; wenn nun durch eine chemische Reaction in dieser Flüssigkeit plözlich eine Quantität kleiner fester Theilchen niederfällt, so hängt sich jede kleine Luftblase an eines dieser Theilchen an, macht es dadurch leichter, und erhält es in der Flüssigkeit schwebend, dasselbe geschieht, wenn man zwei Flüssigkeiten von ungleichen Temperaturen vermischt; gießt man, um eine Flüssigkeit abzukühlen, kaltes Wasser hinein, welches nicht gekocht worden ist, so ist jedes Theilchen kalten Wassers von einer Luftblase begleitet, die sich an den Niederschlag hängt. Man koche also immer das Wasser, dessen man sich bei Fällungen bedient, und wenn es unumgänglich nöthig ist, kaltes Wasser anzuwenden, koche man es zuerst, und lasse es dann wo möglich, ohne daß die Luft Zutritt erhält, erkalten. Bei diesem Verfahren |78| kann man mineralische Auflösungen in ungeheuren Quantitäten mit einander vermischen, und ist immer sicher, daß die Operation auf die Stunde beendigt und die Fällung vollständig seyn wird. (Journal des connaissances usuelles, Novbr. 1834, S. 248.)

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