Titel: Französische Methode, junge Weine für alte geltend zu machen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 55, Nr. XII./Miszelle 30 (S. 78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj055/mi055012_30

Französische Methode, junge Weine für alte geltend zu machen.

Die französischen Weinhändler befolgen nicht selten folgendes Verfahren, um jungen Wein für zehn- bis zwölfjährigen passiren zu machen. Sie füllen die Flaschen bis auf ein Weinglas mit dem zu maskirenden Weine, korken sie zu, und stellen sie in einen Kessel, der bis zur Mitte des Halses der Flaschen mit Wasser gefällt ist. Das Wasser wird dann auf 60° R., aber ja nicht höher erhizt; in dieser Temperatur erhält man die Flaschen beiläufig eine Stunde lang, worauf man sie herausnimmt und wieder abkühlen läßt, um sie dann aufzufüllen und zu verpfropfen. Die Pariser Restaurateurs stellen die Weine zu gleichem Zweke beiläufig zwei Stunden lang in einen mäßig erwärmten Pastetenbäkerofen. Die Weine, bei denen dieses Verfahren einiger Maßen gut anschlagen soll, dürfen jedoch nicht arm an Alkohol seyn. Wir glauben, daß das Journal des connaissances usuelles, welches diese Notiz in seinem neuesten Oktoberhefte mittheilt, unseren deutschen Weinhändlern damit nichts Neues gelehrt hat; das Brühen der Weine ist schon längst auf unseren Boden verpflanzt.

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