Titel: Neue Bereitungsart des Kohlenoxydgases.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 55, Nr. LXIX./Miszelle 7 (S. 399–400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj055/mi055069_7

Neue Bereitungsart des Kohlenoxydgases.

Dr. Mitchell gibt an, daß er vollkommen reines Kohlenoxydgas erhielt, ohne dasselbe durch Kalkwasser oder durch irgend eine andere Substanz von Kohlensäure zu befreien, indem er kleesaures Ammoniak mit Schwefelsäure behandelte. Das Verfahren ist folgendes: Man erhizt eine Unze gepulvertes kleesaures Ammoniak mit einer oder zwei Drachmen Schwefelsäure in einer tubulirten Retorte sehr gelinde. In wenigen Minuten entbindet sich eine reichliche Menge von Gas, welches auf gewöhnliche Art über Wasser aufgesammelt werden kann. Wenn die Hize nicht zu hoch getrieben wird, bestehen die ersten und lezten Producte, welche in dem Recipienten aufgefangen werden, aus reinem Kohlenoxydgas. Die Schwefelsäure scheint das kleesaure Salz zuerst in Kleesäure und Ammoniak und dann erst die Kleesäure in ihre Bestandtheile zu zersezen. Daß wirklich Kohlensäure entbunden wird, kann nicht bezweifelt werden; sie scheint sich aber augenbliklich mit dem Ammoniak zu verbinden und kohlensaures Ammoniak zu bilden, welches sogleich nach seiner Entstehung vom Wasser verschlukt wird.

Wenn man einige Zeit lang eine sehr gelinde Hize unterhält, so bekommt man dieselben Producte, ohne Schwefelsäure anzuwenden; leztere scheint aber den Proceß zu beschleunigen. Bei Bereitung von Kohlenoxydgas mittelst Kleesäure |400| entsteht immer Kohlensäure, welche durch Kalkwasser beseitigt werden muß. Leztere bildet sich auch oder wird entbunden, wenn man kleesaures Ammoniak anwendet; da sie sich dann aber sogleich mit dem Ammoniak vereinigt, so verunreinigt sie das Kohlenoxydgas nicht. Man findet eine geringe Menge kohlensaures Ammoniak im Halse der Retorte; größten Theils wird es aber vom Wasser aufgenommen. Der Rükstand in der Retorte besteht aus starker Schwefelsäure. (Philosophical Magazine, November 1834, S. 391.)

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