Titel: Urtheil des London Journal über die Dampfwagen für Landstraßen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 55, Nr. LXXXII./Miszelle 1 (S. 467–468)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj055/mi055082_1

Urtheil des London Journal über die Dampfwagen für Landstraßen.

Das London Journal of Arts, welches sich früher immer gegen die Möglichkeit der Dampfwagen auf den Landstraßen erklärte, bis es endlich vor einem Jahre bei Gelegenheit der Erscheinung des Church'schen Dampfwagens sich als eines Besseren belehrt erklärte, ist nun in seinem neuesten Januarhefte S. 285 zum Theil wieder zu seiner früheren Ansicht zurükgekehrt, obschon alle übrigen Journale von den Leistungen der Hancock'schen Dampfwagen alles Rühmliche |468| melden. Die Redaction, an deren Spize bekanntlich Hr. W. Newton steht, äußert sich nämlich folgender Maßen: „Ungeachtet die Zeitschriften und Journale seit mehreren Jahren sich in Lobeserhebungen der Dampfwagen auf den gewöhnlichen Landstraßen erschöpft haben, so bleibt es doch Thatsache, daß wir gegenwärtig und nach so vielen Versuchen auf unseren Landstraßen noch immer kein regelmäßig durch Dampf betriebenes Fuhrwerk besizen, mit Ausnahme einiger ephemeren Erfindungen, die gleich Meteoren zum Staunen der Welt erscheinen, um dann wieder für immer zu verschwinden. Ohne den Verdiensten derjenigen, die zur Erreichung eines so großen Zwekes, wie die Ersezung der Pferdekraft durch die Dampfkraft auf den gewöhnlichen Landstraßen ist, so große Anstrengungen machten, zu nahe treten zu wollen, können wir nicht umhin uns dennoch darüber zu verwundern, daß so Weniges in Vorschlag gebracht wurde, was als wirkliche Verbesserung in dieser Hinsicht gelten kann. Denn mit Ausnahme der verschiedenen sinnreichen Erfindungen des Hrn. Dr. Church wurde uns nichts bekannt, was eine wesentliche Verbesserung der Locomotivmaschinen versprochen, und dem Publicum einen Gewinn gebracht hätte. Wie wir jedoch hören, so hat Hr. Church nunmehr seine Zugmaschine, welche wir vielmehr sein Dampfpferd nennen möchten, vollendet, so daß er in lezter Zeit täglich in der Nähe von Birmingham Versuche damit anstellen konnte, indem er sie vor einen mit Personen angefüllten Omnibus spannte. Unparteiische Richter versicherten uns, daß die Maschine bei diesen Gelegenheiten immer zur vollen Zufriedenheit der Compagnie, auf deren Kosten sie erbaut worden, arbeitete. Wir glauben daher unseren Lesern sagen zu können, daß nunmehr wirklich etwas zu Stande gebracht wurde, was von bleibendem Nuzen zu seyn verspricht; vielleicht können wir demnächst Weiteres hierüber mittheilen.“

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