Titel: Ueber die sogenannte graue Seide.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 55, Nr. LXXXII./Miszelle 17 (S. 475)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj055/mi055082_17

Ueber die sogenannte graue Seide.

Die Société royale et centrale d'agriculture in Paris ließ sich durch Hrn. Chevreul Bericht über die Muster der sogenannten grauen Seide erstatten, welche von Cocons herrührten, die Hr. Maupoil in Venedig theils ganz, theils zum Theil mit Blättern des Philippinischen oder vielstängeligen Maulbeerbaumes erzogen hatte. Die Resultate dieses Berichtes sind: Erstens, daß die mit dieser Art von Maulbeerbaum gefütterten Raupen eine Seide geben, welche sowohl in Hinsicht auf Stärke und Feinheit, als in Hinsicht auf das Product an entschälter Seide, welches man bei der Behandlung derselben mit Seife erhält, zu den vorzüglichsten gehört. Zweitens, daß sich diese Seide vollkommen bleichen und eben so gut färben läßt, wie die übrigen Seidensorten. Drittens, daß man sich ohne alle Sorge ein schlechteres Product zu erzielen, weiteren Versuchen über die Fütterung der Seidenraupen mit dieser Art von Maulbeerblättern überlassen könne, um zu ermitteln, ob hiebei vielleicht in ökonomischer Hinsicht vor der Fütterung mit den gewöhnlichen Maulbeerblättern ein Vortheil zu erzielen wäre. – Wir bemerken bei dieser Gelegenheit, daß die Lyoner behaupten, der vielstängelige Maulbeerbaum sey bereits vor der Reise des Hrn. Perrottet, der denselben von den Philippinen brachte, lange Zeit in Lyon gezogen worden. Der Botaniker Jaume Saint-Hilaire, welcher die aus Lyon gesendeten Exemplare zu untersuchen hatte, erkannte dieselben wirklich für vollkommen identisch mit der Pflanze des Hrn. Perrottet. Er glaubt übrigens, daß diese Maulbeerbaumsorte in früheren Jahren durch Hrn. Poivre, ehemaligen Intendanten der französischen Besizungen in Indien, nach Lyon, wo er sich nach seiner Rükkunft niederließ, gebracht worden sey. (Aus dem Recueil industriel, November 1834, S. 91.)

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