Titel: Ueber die Benuzung der Sägespäne.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 55, Nr. LXXXII./Miszelle 18 (S. 475–476)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj055/mi055082_18

Ueber die Benuzung der Sägespäne.

Das Journal des connaissances usuelles enthält in seinem neuesten Hefte einen Aufsaz über die Benuzung der Sägespäne in waldreichen Gegenden oder in der Nähe von Sägemühlen, woraus wir Folgendes ausziehen, da einiges davon auch für unser Vaterland, in welchem jährlich eine große Masse Sägespäne verwüstet wird, von Interesse seyn dürfte. – Man kann die Sägespäne in geschlossenen eisernen Cylindern oder in derlei Retorten gleich dem Holze der trokenen Destillation unterwerfen, und dadurch Holzessig, Theer und Kohlenpulver erhalten. Der Holzessig erhält eine immer ausgedehntere Anwendung, so daß es an Absaz dafür nicht fehlen kann, und den Kohlenstaub kann man mit dem gewonnenen |476| Theere zu einer Art von Ziegeln, welche sehr gut brennen und große Hize geben, verwenden. Aehnliche Ziegel lassen sich auch aus den unverkohlten Sägespänen bereiten, wenn man dieselben mit Theer zu einer Masse anmacht. Uebrigens kann man das Kohlenpulver auch mit 50 bis 60 Proc. thierischer Stoffe vermengen, wo dasselbe dann einen vortrefflichen Dünger geben soll. – Eine andere Art die Sägespäne, die an und für sich schon ein guter, aber etwas langsam wirkender Dünger sind, als solchen zu benuzen, besteht darin, daß man dieselben mit dürrem Gestrüppe und Erdschollen vermengt, in Gruben oder in Oefen, welche mit den Kalköfen einige Aehnlichkeit haben, einäschert, und das erhaltene Pulver dann als Dünger ausstreut. – Endlich kann man die Sägespäne auch noch beim Kohlenbrennen nach der gewöhnlichen alten Methode zum Ausfüllen der Zwischenräume benuzen.

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