Titel: Verfahren um dem Eisen und Holze den bekannten Bronzeanstrich zu geben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 55, Nr. LXXXII./Miszelle 4 (S. 469–470)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj055/mi055082_4

Verfahren um dem Eisen und Holze den bekannten Bronzeanstrich zu geben.

Die vielen Anfragen, bemerkt das Journal des connaissances usuelles in seinem Decemberhefte vom Jahre 1834, welche fortwährend um Vorschriften zur Erzeugung des bekannten Bronzeanstriches an uns gelangen, veranlassen uns zur Mittheilung folgender Methoden. – 1) Man trägt auf die Gegenstände, welche den Bronzeanstrich bekommen sollen, zuerst eine oder zwei Schichten einer okergelben Oehlfarbe auf, und nachdem diese troken geworden ist, streicht man gleichmäßig eine oder zwei Schichten einer dunkelgrünen Oehlfarbe darüber. Wenn leztere noch nicht vollkommen troken geworden, sondern noch etwas klebrig ist, so reibt man dann die hervorragenden Stellen mit einer etwas steifen Bürste, welche man vorher mit gelbem Okerpulver oder mit Schüttgelb imprägnirt hat. Dieß Pulver bleibt nämlich an den damit abgeriebenen Stellen kleben, und gibt ihnen ein dem Bronze ähnliches Aussehen. Um die Täuschung noch vollkommener zu machen, überstreicht man die einspringenden Winkel und die Vertiefungen endlich mit Grünspan, der mit Oehl abgerieben worden ist. Zulezt trägt man eine Firnißschichte auf – 2) Zartere Gegenstände, deren Anstrich einen höheren Grad von Vollkommenheit erhalten sollen, werden auf folgende Weise behandelt. Man reibt den gelben Oker, der als erste Schichte dient, und der mit einem flachen Dachshaarpinsel aufgetragen wird, schnell mit Terpenthingeist ab, und verdünnt die Masse mit Copalfirniß. Wenn diese Schichte troken geworden ist, so polirt man sie mit Bimssteinpulver, und reibt dann dieselbe gelbe Farbe mit Blau zusammen, um eine gehörige grüne Farbe dadurch zu erhalten. Von dieser Farbe trägt man mehrere Schichten auf, zwischen welchen man die Gegenstände jedoch jedes Mal troknen läßt. Wenn die lezte Schichte beinahe troken geworden ist, und nur noch etwas weniges klebt, so nimmt man eine feine Bürste aus Marder- oder Dachshaaren, welche man troken in Bronzepulver umkehrt, und womit man unter mehr oder minder starkem Anhalten jene Stellen abreibt, denen man den Bronzeglanz zu geben wünscht. Wenn Alles getroknet ist, so überzieht man den Gegenstand mit |470| einer Schichte schönen Copalfirnisses. – Wenn man schöne Gegenstände sehr sorgfältig behandeln will, so muß man sie nach jedem Anstriche in einem Trokenofen troknen, und jedes Mal sorgfältig poliren. – 3) Einen sehr wohlfeilen Anstrich kann man geben, wenn man die Gegenstände ganz einfach mit Oehl anstreicht, und sie endlich, wenn sie noch etwas klebrig sind, mit Bronzepulver abreibt. Auch hier ist jedoch zulezt die Firnißschichte nöthig. – Will man noch mehr Glanz geben, so kann man statt Bronzepulver auch Messingpulver und andere ähnliche Metallfarben anwenden. Manchmal wird es jedoch nöthig zwei Firnißschichten aufzutragen. Es ist an diesen Vorschriften zwar durchaus nichts Neues, allein sie dürften doch Manchem willkommen seyn.

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