Titel: Ueber die Verzinnungsmethode der HH. Etiennal und Vuillemot.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 55, Nr. LXXXII./Miszelle 5 (S. 470)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj055/mi055082_5

Ueber die Verzinnungsmethode der HH. Etiennal und Vuillemot.

Wir haben im Polyt. Journal Bd. LII. S. 155 von einer Verzinnungs-Methode gesprochen, welche in Paris unter dem Namen Etamage polychrone in neuerer Zeit sehr empfohlen, aber von den Erfindern noch geheim gehalten wird. Man weiß nun gegenwärtig, worauf dieses Verfahren beruht, indem aus der Eingabe, welche die HH. Etiennal und Vuillemot, die dasselbe in Compagnie betrieben, bei dem Conseil de Salubrité machten, deutlich hervorging, daß dasselbe nicht neu sey, sondern mit jenem Biberel's zusammenfällt. Die Akademie in Paris erstattete schon im Jahre 1778 einen günstigen Bericht über Lezteres und Biberel's Sohn wurde bei dessen Ausübung im Jahre 1811 nicht bloß durch ein empfehlendes Gutachten der Société d'encouragement, sondern auch durch Napoleon selbst unterstüzt. Der Handelsminister sprach nämlich Hrn. Biberel eine Belohnung von 1200 Fr. zu, und Napoleon befahl, daß die Kupfergeschirre der Hofküche sämmtlich von Biberel verzinnt werden sollten. Da dieses Verfahren dessen ungeachtet viel zu wenig bekannt und neuerdings wieder von dem Conseil de Salubrité allen großen und kleinen Haushaltungen empfohlen wurde, so nehmen auch wir keinen Anstand neuerdings wieder dringend hierauf aufmerksam zu machen. Die Verzinnung der HH. Etiennal und Vuillemot besteht nicht aus reinem Zinne, sondern aus einer Legirung aus Zinn und Eisen, welche viel härter und viel schwerer schmelzbar ist, als das gewöhnliche Zinn, so daß sie daher auch in viel dikeren Schichten auf das Kupfer aufgetragen werden kann. Hierauf allein beruht die große Dauerhaftigkeit dieser Verzinnung, die in den Küchen bei keiner Art von Speise irgend einen Nachtheil bringt, und gegen die sich überhaupt nur beim Färben einiger Farben eine Einwendung machen läßt. (Aus den Annales de la Société polytechnique-pratique 1834, No. 12.)

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