Titel: Eine sonderbare hydraulische Erscheinung
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 56, Nr. LXXXV./Miszelle 1 (S. 469–470)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj056/mi056085_1

Eine sonderbare hydraulische Erscheinung

beobachtete Hr. Wm. Baddeley kürzlich beim Probiren einiger den Löschanstalten in London angehörigen Feuersprizen. Man nahm nämlich statt des gewöhnlichen dünner zulaufenden Mundstükes, bei welchem der Wasserstrahl ausgetrieben wird, unter anderem einen geraden 12 Zoll langen metallenen Cylinder, welcher oben mit einem flachen messingenen Dekel, in welchem sich eine kreisrunde Oeffnung von 7/8 Zoll im Durchmesser befand, versehen war. Wenn die Maschinen mit einem solchen Mundstüke zu arbeiten begannen, so hatte der ausgetriebene Wasserstrahl gleichfalls 7/8 Zoll im Durchmesser; so wie aber die Arbeiter ihre volle Kraft anwandten, nahm der Wasserstrahl so sehr an Umfang ab, daß er nur mehr 5/8 Zoll im Durchmesser behielt, und daß das Wasser ausgetrieben wurde, ohne daß es irgendwo den Umfang der Oeffnung in der Dekelplatte berührt hätte. Es scheint, daß hier die gegen den flachen Dekel der Röhre anschlagenden Wassertheilchen so von allen Seiten gegen die Mündung zurükgeworfen wurden, daß der Wasserstrahl dadurch eine Zusammenziehung erlitt. Beim Austreiben des Wasserstrahles aus den gewöhnlichen dünner zulaufenden Mundstüken hört man jederzeit einen schnalzenden Ton, der durch die Luft, welche zugleich mit dem Wasser austritt, hervorgebracht wird; beim Austreiben des Wasserstrahles aus dem beschriebenen Cylinder mit flachem Dekel hingegen bemerkte Hr. Baddeley einen starken krachenden oder schnarrenden Ton. Hr. Baddeley |470| fragt im Mechanics' Magazine, No. 608, ob diese Erscheinung bereits von anderen Hydraulikern beobachtet worden sey; wir glauben diese Frage in Betreff der Zusammenziehung des Wasserstrahles mit Ja beantworten zu können.

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