Titel: [Craig's verbesserte Dampfmaschinen.]
Autor: Craig, Alexander
Fundstelle: 1835, Band 58, Nr. XXXIX . (S. 265–266)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj058/ar058039

XXXIX. Verbesserungen an den Dampfmaschinen, worauf sich Alexander Craig von Edinburgh am 25. November 1834 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Oktober 1835, S. 205.

Mit Abbildungen auf Tab. IV.

Meine Erfindung bezieht sich auf die sogenannten rotirenden Dampfmaschinen, und wird aus folgender Beschreibung der auf Tab. IV gegebenen Abbildung erhellen.

Fig. 22 ist eine Seitenansicht der Maschine, woran die kreisenden Arme nicht ersichtlich sind, indem sie sich in einem kreisrunden, später zu beschreibenden Gehäuse eingeschlossen befinden. A ist die mit dem Kessel in Verbindung stehende Dampfröhre, welche dampfdicht in die Büchse B eingefügt ist, und in die Welle C, welche bis auf die gehörige Tiefe ausgehöhlt ist, einmündet. D ist der Rand oder Umfang eines Gehäuses oder einer Trommel, innerhalb welcher sich die Arme, aus denen der Dampf austritt, umdrehen. E, E sind Klammern, die an diesem Gehäuse oder an dieser Trommel angebracht werden können, und die an ihrer Verbindung eine Scheide tragen, in der sich ein Mittelstift oder eine Schraube F, an der die Welle C läuft, befindet. G ist eine Röhre, durch welche der Dampf, der aus den kreisenden Armen in die Trommel gelangt ist, wieder aus dieser entweichen kann. Ein Theil dieses Dampfes dient zur Erwärmung des Wassers, womit der Dampfkessel gespeist wird. H ist ein Rad an der Welle C, von welchem aus zum Treiben der Maschinerie ein Laufband gezogen werden kann.

Fig. 23 zeigt die flache Seite der Trommel oder des Gehäuses. Man ersieht hier die Arme oder Klammern E, E, das Rad H, und die Art und Weise, auf welche Laufbänder von einem Rade zum anderen geführt werden können. Fig. 24 gibt eine Ansicht der Trommel von der entgegengesezten Seite.

In Fig. 25 sieht man bei I, I die flachen Seiten der kreisenden hohlen Arme, während man sie in Fig. 26 von der Seite her dargestellt sieht. In Fig. 25 ist die eine Seite der Trommel, in Fig. 26 hingegen die ganze Trommel oder das ganze Gehäuse als weggenommen gedacht. In den dünneren Enden der Arme sind in einander entgegengesezten Richtungen Oeffnungen angebracht, |266| durch die der Dampf, der durch die hohle Welle C in dieselben gelangte, austritt. Die Arme haben gegen die Mitte hin beiläufig 6 Zoll Breite; gegen die Enden hingegen in der Nähe der Mitte 1 1/2, und in der Nähe des Endes 3/4 Zoll. Die Größe der Löcher, welche so gebohrt sind, daß der Dampf unter rechten Winkeln mit der Welle austritt, beträgt beiläufig 1/4 Zoll Länge auf 1/8 Zoll Breite. L, L sind Theile einer Liederungsbüchse, wodurch das Entweichen des Dampfes auf eine den Mechanikern wohl bekannte Weise verhütet wird.

Man wird finden, daß es von großer Wichtigkeit ist, den kreisenden Armen eine solche Gestalt zu geben, daß sie von Seite der Luft dem möglich geringsten Widerstande ausgesezt sind; ich gab ihnen daher nicht wie bisher die Form runder Röhren; sondern ich verfertigte sie aus zwei Hälften, von denen jede ein Segment eines großen Kreises vorstellt, so daß bei Vereinigung dieser beiden Hälften die Ränder der Röhren scharfe Winkel bildeten. Uebrigens wird man in der Hauptsache auch zu demselben Resultate gelangen, wenn man den Röhren oder Armen eine elliptische oder ovale Gestalt gibt. Die Zahl dieser Arme oder Röhren ist nicht bestimmt; sondern ich wende ihrer so viel an, als mir je nach Umständen zwekdienlich erscheinen.

Meine Erfindung besteht lediglich darin, daß ich den kreisenden Armen eine flache Gestalt gebe, und sie mit einem Gehäuse umgebe, in welchem sie einen weit geringeren Widerstand erfahren, als dieß bisher der Fall war, so daß also bedeutend an Kraft gewonnen wird. Ich bemerke nur noch, daß sich Dampfmaschinen dieser Art wegen ihrer großen Leichtigkeit hauptsächlich zu Dampfwagen oder Locomotivmaschinen sehr gut eignen dürften.

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