Titel: Searle's verbesserte Kessel zur Dampferzeugung.
Autor: Searle, Thomas
Fundstelle: 1835, Band 58, Nr. XLI . (S. 268–270)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj058/ar058041

XLI. Verbesserungen an den Kesseln zur Dampferzeugung, worauf sich Thomas Searle, Kaufmann von Coleman Street in der City von London, am 11. Oktober 1834 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Oktober 1835, S. 192.

Mit Abbildungen auf Tab. IV.

Meine Erfindung, sagt der Patentträger, besteht in einer eigenthümlichen Anordnung der Röhren in einem Kessel, um dadurch eine Circulation des im Kessel enthaltenen Wassers zu erzeugen, und solcher Maßen die Wärme auf eine vortheilhaftere Weise zur Erzeugung von Dampf zu verwenden, als dieß bisher geschah.

Fig. 17 zeigt einen meiner Erfindung gemäß gebauten Kessel; Fig. 18 gibt einen Durchschnitt desselben, woraus die Anordnung der Röhren in dem Feuerzuge zum Behufe der Circulation des Wassers ersichtlich ist. Fig. 19 stellt einen Querdurchschnitt des Feuerzuges vor; während Fig. 20 den Dekel dieses Feuerzuges, und Fig. 21 die Befestigungsweise der Circulationsröhren darstellt. In allen diesen Figuren sind gleiche Gegenstände mit gleichen Buchstaben bezeichnet.

a ist der äußere Cylinder des Kessels, während man bei b den inneren Cylinder, der den Hauptfeuerzug des Kessels bildet, ersieht. c ist ein dritter Cylinder, der die Hauptcirculationsröhre bildet, indem in diese |269| innere Röhre c im Laufe der Circulation alles Wasser fließt, und dann beim Emporsteigen an die Oberfläche den Dampf abgibt. Wenn das Wasser hierauf wieder herabgesunken, und neuerdings Wärme aufgenommen hat, so strömt es durch die seitlichen Circulationsröhren d, und aus diesen wieder in die Hauptröhre c, wie dieß weiter unten ausführlicher angegeben werden wird. Die Röhren d, d sind, wie man sieht, an dem Cylinder c und an der Hauptcirculationsröhre c befestigt. e ist die Feuerstelle oder der Ofen, der mit feuerfesten Ziegeln ausgefüttert werden soll. f ist die Dampfröhre, in der der Dampf in die Dampfmaschine oder überhaupt dahin geleitet wird, wo man seiner bedarf. g stellt das Sicherheitsventil vor; und h, h sind die Feuerzüge, die von dem Hauptfeuerzuge aus in den Schornstein führen.

Der auf diese Weise gebaute Kessel arbeitet nun auf folgende Art. Wenn das Feuer in dem Ofen angezündet worden ist, so wird die aus ihm entwikelte Wärme zuerst mit den diagonalen Röhren d in Berührung kommen und das in diesen enthaltene Wasser erhizen. Die Folge hievon wird seyn, daß sich das Wasser ausdehnt, und, indem es hiedurch leichter wird, als das übrige in dem Kessel enthaltene Wasser, in der Richtung der Pfeile emporsteigt. Das Wasser strömt daher, in dem Maaße als es erhizt wird, aus sämmtlichen Röhren d in die Hauptcirculationsröhre, steigt in dieser empor, und gibt daselbst den erzeugten Dampf ab, während die übrigen Wassertheilchen an den Seiten des Kessels herabfließen, um auf ihrem Durchgange durch die Röhren d neuerdings wieder erhizt zu werden. Auf solche Weise wird eine beständige Circulation in dem Kessel unterhalten, und mithin die in dem Ofen erzeugte Wärme vortheilhafter benuzt. Die Unreinigkeiten, die zufällig in dem Wasser enthalten sind, sezen sich hiebei in dem unteren Theile des Kessels ab; und da dieser mit feuerfesten Ziegeln ausgefüttert ist, so wird er durch diese Ablagerung des Bodensazes nicht wesentlich beeinträchtigt werden. Dieser Bodensaz kann übrigens, wie sich von selbst versteht, von Zeit zu Zeit abgelassen werden, wenn man zu diesem Behufe an geeignetem Orte eine Röhre mit einem Hahne anbringt.

Ich hielt es nicht für nöthig hier auch die Vorrichtungen zur Speisung des Kessels mit Wasser sowie jene zur Regulirung dieser Speisung zu zeigen, indem dieselben die Zeichnung nur verwirrt haben würden, und ohnedieß von jedem Sachverständigen leicht angebracht werden können. Ich bemerke daher nur noch, daß mir die hier beschriebene Erfindung von einem im Auslande wohnenden Fremden mitgetheilt worden ist; und daß ich allerdings weiß, daß die Circulation des Wassers in den Dampfkesseln bereits auf mehrfache |270| Weise bewerkstelligt wurde, so daß sich meine Ansprüche lediglich auf die Anwendung und Verbindung der Circulationsröhren c, d, d in einem Feuerzuge, der sich selbst wieder innerhalb des Kessels befindet, beschränken.

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