Titel: Lassaigne's Untersuchung falscher Doppellouisd'ors.
Autor: Lassaigne, Jean Louis
Fundstelle: 1835, Band 58, Nr. LXV . (S. 415–416)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj058/ar058065

LXV. Chemische Untersuchung falscher Doppellouisd'ors, die aus Platin, mit Gold plattirt, bestanden; von J. S. Lassaigne.

Aus dem Journal de Chimie médicale, 1835, No. 5. S. 245.

Ich erhielt diese falschen Doppellouisd'ors von einem Wechsler im Palais Royal, welcher ihren Goldgehalt genau zu erfahren wünschte. Sie waren mit der Jahreszahl 1788 versehen, und bestanden aus einem Platinblech, welches auf beiden Seiten mit Gold plattirt und wahrscheinlich nach dem Plattiren geprägt wurde. Bei 8° R. hatten sie ein specifisches Gewicht = 20,135.

Sie waren etwas schwerer als die gewöhnlichen Doppellouisd'or, denn, während das Gewicht der lezteren meistens 15,25 Gramm ist, wog einer der falschen 15,45.

Einer dieser falschen Doppellouisd'or, in vier Stüke zerbrochen, wurde bei gelinder Wärme mit einem Gemisch von drei Theilen Salzsäure und einem Theil Salpetersäure behandelt, welches man vorher mit dem vierten Theile seines Gewichts Wasser verdünnt hatte; nach Verlauf von beiläufig zehn Minuten hatte sich alles an der Oberfläche der Platinstüke befindliche Gold aufgelöst; die Flüssigkeit, welche eine schöne orangegelbe Farbe besaß, wurde nun abgegossen und die Platinstüke mit destillirtem Wasser abgewaschen; leztere waren schön silberweiß, und zeigten noch das erhabene Gepräge der Münzen.

Die Auflösung wurde mit Wasser verdünnt, um einen weißen |416| flokigen Niederschlag zu sammeln, der sich beim Erkalten darin gebildet hatte. Derselbe wurde als Chlorsilber erkannt, welches sich mit etwas kohlensaurem Natron leicht vor dem Löthrohr reduciren ließ. Das von der Schlake getrennte Silberkügelchen wog 0,201 Gr.

Die vom Chlorsilber getrennte Flüssigkeit wurde nach und nach mit gepulvertem schwefelsaurem Eisenoxydul versezt, bis sie sich nicht mehr trübte; es entstand ein grünlichbrauner Niederschlag von sehr fein zertheiltem Golde, welches durch Decanticen gesammelt, und zuerst mit Wasser, welches etwas Salzsäure enthielt, dann mit reinem heißen Wasser ausgesüßt wurde. Dieser Niederschlag nahm nach dem Troknen und Rothglühen die Farbe des matten Goldes an; er wog 4,05 Gr.

Um die geringe Menge Platin, welche sich zugleich mit dem Gold im Königswasser aufgelöst hatte, abzuscheiden, dampfte man die Flüssigkeit, woraus das Gold niedergeschlagen worden war, weiter ein, und versezte sie dann mit einer gesättigten Auflösung von Salmiak. Der Niederschlag wurde abfiltrirt und mit Wasser, das mit Weingeist versezt war, ausgesüßt. Er lieferte durch Glühen 0,56 metallisches Platin, welches man den in Königswasser unaufgelöst gebliebenen Platinstüken beilegte.

Diese falschen Doppellouisd'or bestanden also aus:

Gold 4,05
Silber 0,20
Platin 11,20
–––––
15,45

Die geringe Menge Silber, welche diese falschen Münzen enthalten, kann von dem Golde, welches dabei angewandt wurde, herrühren; wahrscheinlicher ist es aber, daß das Silber dazu diente, das Gold auf das Platin zu löthen.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: