Titel: Ueber den Verlust an Kraft bei der Befahrung der Bergwerke in Cornwallis.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 58, Nr. X./Miszelle 13 (S. 84–85)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj058/mi058010_13

Ueber den Verlust an Kraft bei der Befahrung der Bergwerke in Cornwallis.

Die Bergwerke in Cornwallis werden bekanntlich nur auf senkrechten oder schwach geneigten Leitern befahren, und diese Leitern laufen in selteneren Fällen ununterbrochen bis in die Tiefe, oder sie sind gewöhnlich durch regelmäßige Ruhepunkte unterbrochen. Das Hinab- und Heraufsteigen auf diesen Leitern bis in eine Tiefe von 1200 und 1500 Fuß ist natürlich äußerst mühsam und beschwerlich. Abgesehen davon, daß viele wissenschaftliche Beobachter dadurch gänzlich abgeschrekt werden, und daß sich in Folge des schnellen Faulens der Leitern viele Unglüksfälle ereignen, verliert der Bergarbeiter dabei nicht nur bedeutend an physischer Kraft zu der Arbeit, die er in der Tiefe zu vollbringen hat, sondern seine Gesundheit und selbst die Dauer seines Lebens kommt dadurch bedeutend in Nachtheil. Der Aufwand an physischer Kraft, den das Hinab- und Heraufsteigen erfordert, muß nothwendig von der Kraft abgezogen werden, die der Arbeiter für den, der ihn zahlt, aufzuwenden hätte; und wie groß dieser Aufwand ist, erhellt aus Folgendem. Wenn ein Arbeiter 160 Pfd. wiegt, so übt er, wenn er, wie in den Consolidated |85| Mines in einer Stunde 260 Faden hinansteigt, beständig eine Kraft aus, die so groß ist, als jene, welche erforderlich ist, um 4160 Pfd. in einer Minute einen Fuß hoch zu heben; d.h. etwas mehr als den achten Theil einer Pferdekraft, und wenn ein Arbeiter beim Hinabsteigen nur den dritten Theil dieser Kraft aufwendet, so verbraucht er schon den dritten Theil seiner Kraft mit dem Hingehen zur Arbeit und mit dem Zurükkehren von derselben. Es sind zwar allerdings nur wenige Bergwerke in Cornwallis so tief wie die Consolidated Mines, und eben so wenig arbeiten alle darin beschäftigten Individuen in den größten Tiefen; allein wenn man bedenkt, daß gerade die im lebhaftesten Betriebe befindlichen Gruben die größte Tiefe haben, so kann man füglich annehmen, daß 1/5 der Arbeit auf diese Weise verloren geht: ein Umstand, der sowohl dem Arbeiter als dem Grubenbesizer höchst nachtheilig ist. Da bei der Neigung der Schachte das Ein- und Auffahren in den Kübeln seine großen Gefahren hat, so hat man bereits mannigfache andere Methoden in Vorschlag gebracht, um dem Verlust an Zeit und Kraft abzuhelfen, mehrere derselben prüfte kürzlich die polytechnische Gesellschaft für Cornwallis. (Mechanics' Magazine, No. 619.)

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