Titel: Angebliche Nachtheile des Eisenschmelzprocesses mit heißer Luft.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 58, Nr. X./Miszelle 14 (S. 85)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj058/mi058010_14

Angebliche Nachtheile des Eisenschmelzprocesses mit heißer Luft.

Ein aus mehreren früheren Aufsäzen vortheilhaft bekannter Correspondent des Mechanics' Magazine macht dem Eisenschmelzprocesse mit heißer Luft, und namentlich jenem, den man an den Eisenwerken von Clyde befolgt, einige bisher noch nicht in Anregung gebrachte Vorwürfe, über welche man wohl bald weitere Aufschlüsse und Belehrung bekommen wird. Er gibt zwar die Vortheile dieser Methode in Hinsicht auf Ersparnis an Brennmaterial, und in Hinsicht auf größeren Ertrag an Eisen zu; allein er behauptet, daß die mit solchem Eisen erzeugten Güsse, obschon das Metall dünner fließt, und obschon es als besonders weich angegeben wird, selten ganz gute Abdrüke geben, und daß diese Güsse beim Abkühlen häufig brechen. Leichte Güsse dieser Art sollen sowohl dem Korne als der Farbe nach verbranntem Eisen so ähnlich seyn, daß erfahrene Arbeiter sie für solches hielten. Als weiteren Beweis für seine Behauptung führt derselbe Correspondent an, daß eine aus solchem Gußeisen gegossene Stange von 4 Fuß Länge und einem Zoll im Gevierte schon bei einer Belastung brach, die um 7 Pfd. geringer war, als man sie in den Büchern für die senkrechten Eisenstäbe von gleichen Dimensionen angegeben findet. Eine vor 18 Jahren verfertigte Eisenstange von 2 Fuß Länge trug, ehe sie zum Brechen kam, um 84 Pfd. mehr, als eine vollkommen gleiche Eisenstange, deren Eisen mit heißer Luft ausgebracht worden war. – Endlich soll auch noch die Zusammenziehung an dem Eisen von lezter Art größer seyn, als an dem Eisen, welches nach dem alten Verfahren ausgebracht wurde; denn sie soll in manchen Fällen 3/16 Zoll per Fuß betragen. Der erwähnte Correspondent ist der Ansicht, daß diese Eigenschaften vielleicht von einem Ueberschusse an Kohlenstoff oder Schwefel, oder an beiden zugleich herrühren dürften, und daß der Grund hievon in der Anwendung von roher Kohle und in verschiedenen anderen zusammenwirkenden Umständen gelegen seyn könnte. Ob hier nicht ein Irrthum obwaltet, wird sich in Bälde zeigen.

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