Titel: Englische Methode, verschiedenen kupfernen Gegenständen eine rothe Bronzirung zu geben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 58, Nr. XX./Miszelle 3 (S. 174–175)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj058/mi058020_3

Englische Methode, verschiedenen kupfernen Gegenständen eine rothe Bronzirung zu geben.

Man befolgt in England folgende, wie es scheint auf dem Continente noch wenig bekannte Methode, verschiedenen kupfernen Gegenständen, wie z.B. Wasserkesseln, Pulverhörnern und dergl. eine rothe Bronzirung zu geben. Man vollendet die einzelnen Stüke so weit als möglich mit dem Hammer, schneidet deren Ränder zu, und paßt sie, ohne sie zu befestigen, einander an. Dann verzinnt man sie an der inneren Seite sorgfältig, und selbst etwas stark, worauf man sie von den Fleken, die sie während der Verzinnung bekamen, reinigt. Nachdem dieß geschehen, macht man mit Colcothar oder sogenanntem Englischroth, d.h. mit Eisenperoxyd und Wasser einen Brei an, den man mit einem Pinsel auf die Gegenstände austrägt. Die bestrichenen Gegenstände sezt man dann, nachdem sie vorher |175| an einer Kohlengluth getroknet worden, der Flamme und der Hize eines Kohlenfeuers aus, welches in einem runden Herdloche von 5 bis 6 Zoll im Durchmesser angezündet wird, 6 bis 7 Zoll hoch ist, und beständig mit einem Blasbalg angefacht wird. Ueber diesem Feuer erhizt der Arbeiter den fraglichen Gegenstand, den er mit einer Zange faßt, gleichmäßig so weit, daß die Verzinnung beinahe in Fluß geräth. Halt er denselben für hinreichend erhizt, so läßt er ihn abkühlen, um ihn dann, nachdem er ihn abgebürstet, einem anderen Arbeiter zu übergeben, der ihn auf einem der Form des Gegenstandes entsprechenden Ambos durch kleine Schlage mit einem Hammer aus polirtem Stahle, unter denen sich das Eisenoxyd ablöst, polirt. Nach dieser Arbeit gibt er den Gegenstand wieder dem ersten Arbeiter, der ihn neuerdings bestreicht und erhizt; und dieses ganze Verfahren wird drei und selbst vier Mal wiederholt. Haben die Stüke die gehörige Farbe erlangt, so polirt man sie, aber bloß mit dem Hammer, sezt sie zusammen, und reinigt sie im Inneren. Die Stellen, an denen sich Löthungen oder Verzierungen befinden, die nicht mit dem Hammer polirt werden können, werden mit einem Gemenge aus Blutstein und Reißblei geglättet, und zulezt mit einem Rebfelle abgerieben. – Man hat versucht auf ähnliche Weise mit Chromoxyd eine grüne Bronzirung auf Kupfer zu erzeugen; allein das Kupfer wurde hiemit eben so roth, wie mit dem Eisenoxyde: zum deutlichen Beweise, daß diese Metalloxyde nur dadurch wirken, daß sie dem Kupfer von ihrem Sauerstoffe abgeben, und somit die oberste Schichte desselben in Kupferoxydul verwandeln. (Aus dem Journal des connaissances usuelles.)

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