Titel: Versuche über den Bleigehalt der Luft in Bleiweißfabriken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 58, Nr. LXVII ./Miszelle 21 (S. 433–434)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj058/mi058067_21

Versuche über den Bleigehalt der Luft in Bleiweißfabriken.

Hr. Arthur Dunn stellte folgende Versuche über die Fähigkeit der Luft Blei aufzunehmen an. Er stellte eine Abdampfschale, welche ungefähr 28 Pfd. feuchtes Bleiweiß enthielt, in ein Sandbad, und erhizte es in diesem auf die Temperatur, die man ihm in den Trokenöfen zu geben pflegt, und die nie über 150° F. beträgt. 8 bis 10 Zoll über dieser Schale brachte er einen gewöhnlichen Blasebalg an, an dessen Rohr sich eine gläserne Röhre befand, die in eine gläserne Flasche führte, in welcher sich 12 Unzen destillirten, mit zwei Drachmen Salpetersäure gesäuerten Wassers befanden. Die mit dem aus dem Bleiweiße emporsteigenden Dampfe gesättigte Luft wurde auf diese Weise 6 Stunden lang durch die Flüssigkeit getrieben, worauf dann das Ganze in einer Platinschale zur Trokenheit eingedampft wurde. Der Rükstand ward in einer mit 2 Tropfen |434| Salpetersäure gesäuerten Unze destillirten Wassers aufgelöst, und durch diese Auflösung dann ein Strom Schwefelwasserstoffgas geleitet. Es entstand hiedurch augenbliklich ein feiner schwarzer Niederschlag, welcher gut ausgewaschen und in Salpetersäure aufgelöst mit hydriodsaurem Kali die unzweideutigsten Beweise von dem Daseyn von Bleioxyd gab. – Zu gleicher Zeit, während welcher dieser Versuch angestellt wurde, waren auch noch andere Gefäße mit gesäuertem Wasser ausgestellt, durch die jedoch keine Luft geleitet wurde. Die Flüssigkeit dieser Gefäße zeigte mit Schwefelwasserstoffgas keine Spur von Blei; allein wenn man dieselbe bis zur Trokenheit eindampft, und dann den Rükstand auf die oben beschriebene Weise mit hydriodsaurem Kali behandelte, so ließ sich eine höchst unbedeutende Spur von gelbem Bleijodür entdeken. Bei allen diesen Versuchen war sowohl das Wasser als die angewendete Salpetersäure vorher höchst sorgfältig auf Blei geprüft worden; so daß kein Zweifel darüber blieb, daß das Blei von dem Wasser aus der Luft aufgesogen worden seyn mußte. Die Temperatur des Laboratoriums während der Versuche wechselte zwischen 70 und 80° F., und die Thüren wurden so viel als möglich geschlossen gehalten, damit die Luft die möglich größte Menge Dampf aufnehmen mußte. (Aus dem Repertory of Patent-Inventions, August 1835, S. 114.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: