Titel: Ueber Bereitung einer Wachsseife und über einige Anwendungen derselben
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 58, Nr. LXVII ./Miszelle 28 (S. 436)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj058/mi058067_28

Ueber Bereitung einer Wachsseife und über einige Anwendungen derselben

entnehmen wir aus dem Journal des connaiss. usuelles, August 1835, S. 83 Folgendes: Man löst in einem Gefäße, welches 4 Pfund faßt, 6 Unzen Potasche oder besser 4 1/2 Unzen Sal Tartari in zwei Pfund Wasser auf. Dieser Auflösung sezt man 2 Unzen Aezkalk zu, den man vorher mit etwas heißem Wasser zu einem Brei angemacht, um sie dann 10 Minuten lang unter Umrühren aufsieden zu lassen. Dann läßt man den Kalk sich absezen, worauf man die Flüssigkeit abgießt und durch Papier filtrirt. Auf den Rükstand gießt man noch ein Pfund Wasser, welches man umrührt, und dann stehen läßt; der Rükstand wird ausgepreßt, und die zweite Auflösung filtrirt, ehe man sie zur ersteren gießt. Diese Auflösung muß, wenn man sich ihrer nicht alsogleich bedienen will, in gut verschlossenen Gefäßen aufbewahrt werden. Zum Behufe der Bereitung der Wachsseife nun füllt man einen Topf, welcher 5 Pfd. faßt, zur Hälfte mit der Auflösung, bringt diese zum Sieden, und sezt dann unter Umrühren 20 Unzen gelbes Wachs und den Rest der Auflösung zu; das Sieden wird hierauf noch so lange fortgesezt, bis das Wachs vollkommen von dem Alkali aufgelöst worden; man läßt die Masse so lange als möglich auf dem Feuer, doch nimmt man sie ab, während sie noch leicht in hölzerne oder blecherne Model gegossen werden kann. Wesentlich ist, daß das Alkali vollkommen mit Wachs gesättigt werde, was bei obigem Verhältnisse der Fall ist; im Allgemeinen gilt aber, daß man die Quantität des Wachses so lange erhöhen muß, bis ein kleines Stükchen davon beim Erkalten keinen alkalischen Geschmak mehr besizt. Die solcher Maßen bereitete Wachsseife hat einen angenehmen Geruch und dient zu verschiedenen Zweken. Man kann sich ihrer zur Wachsmahlerei bedienen, nachdem man sie in destillirtem Wasser aufgelöst; doch muß man sie zu diesem Behufe mit weißem Wachs und besser mit Natron- als Kali-Auflösung bereiten. Sie dient sehr gut zum Poliren der Möbel, wozu man sie nur in einem Theile Wasser aufzulösen braucht. Die mit dieser Auflösung bestrichenen Gegenstände bekommen, wenn man sie nach dem Troknen mit einem Wollenlumpen leicht abreibt, einen schönen Glanz, und zugleich einen nicht unangenehmen, mandelähnlichen Geruch. Löst man die Wachsseife in Wasser auf, welches mit Curcume, Kreuzbeeren oder Gelbholz gefärbt worden, so gibt sie eine gute Wichse für Parquetboden. Eben so erhält man eine sehr gute, der englischen ähnliche Stiefelwichse, wenn man die zerlassene Seife mit einer hinreichenden Menge Kienruß versezt. Man braucht die schwarzgefärbte Seife nur in Wasser aufzulösen, das Leder damit zu bestreichen, und dann mit einer Bürste abzureiben, um ihm einen schönen Glanz zu geben. Uebrigens ist es noch einfacher der Seife, nachdem ihr der Kienruß beigemengt worden, noch eine gehörige Quantität Wasser zuzusezen, und sie auf diese Weise in flüssigem Zustande in Flaschen aufzubewahren. Es versteht sich von selbst, daß diese Wichse vor dem Gebrauche jedes Mal gut aufgeschüttelt werden muß. Diese Wichse gibt nicht nur Glanz, sondern conservirt auch das Leder.

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