Titel: Vorschrift zu einem mit flüssigem Theere bereiteten, wasserdichten Cemente.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 58, Nr. LXVII ./Miszelle 31 (S. 437)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj058/mi058067_31

Vorschrift zu einem mit flüssigem Theere bereiteten, wasserdichten Cemente.

Das Journal des connaissances usuelles gibt in seinem Augusthefte S. 84 folgende Vorschrift zur Bereitung eines Cementes, der nicht nur wasserdicht seyn soll, sondern dem auch der Frost keinen Schaden bringen kann. „Man nimmt 2 Maaß gut gewaschene Kiesel oder Ziegeltrümmer von der Größe einer Haselnuß, zwei Maaß grob gestoßenen Hammerschlag, eine Maaß gut gewaschenen Flußsand, und eine Maaß frisch gebrannten zerschlagenen Kalk. Man bildet aus dem Sande einen Kreis, in welchem man den Kalk löscht, und gut mit der Kelle zermalmt; nachdem man die Masse hierauf 3 Stunden lang ruhen ließ, damit der Kalk sich gehörig auflöse, sezt man nach und nach die Kiesel, den Hammerschlag, die Ziegelstüke und den Sand zu, und arbeitet die Masse eine halbe Stunde lang so ab, daß auch nicht ein Stük zu finden, welches nicht gehörig incorporirt wäre. Wenn der Cement beinahe fertig ist, wirft man einen Mezen gepulverten Aezkalk darauf, wodurch er schwer umzurühren wird; man sezt ihm daher noch eine oder zwei Pinten Kalkmilch zu. Dieser Cement nun eignet sich sehr gut zu Fußboden; er kommt um 2/3 wohlfeiler, als die Ziegelplatten, die er vollkommen entbehrlich macht. Man trägt ihn zu diesem Behufe in Schichten von 6 bis 9 Linien Dike auf, und zwar auf eine Unterlage von groben, rauhen oder angeschärften Ziegeln, drükt ihn fest an, und bemalt und wichst ihn, nachdem er einen Monat lang getroknet, wie die gewöhnlichen Ziegelplatten. Um den Cement endlich wasserdicht zu machen, und damit ihm auch starke Fröste nicht nachtheilig werden, überzieht man ihn mit flüssigem Theere, der in die Poren eindringt, und auf den man zulezt oben noch etwas Kalkpulver streut, um das Erweichen des Theeres bei zu starker Hize zu verhindern. Man erhält auf diese Weise eine der römischen Maltha nicht unähnliche Masse, die man übrigens auch dadurch, daß man dem erhizten Theere Oker zusezt, färben kann. Es versteht sich von selbst, daß die oben angegebenen Dosen nach der größeren oder geringeren Reinheit der Materialien verschieden abgeändert werden müssen.“

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