Titel: Nachtrag zu de Beaujeu's Arbeiten in der Runkelrübenzuker-Fabrikation.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 58, Nr. LXVII ./Miszelle 34 (S. 439)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj058/mi058067_34

Nachtrag zu de Beaujeu's Arbeiten in der Runkelrübenzuker-Fabrikation.

Hr. de Beaujeu zeigte Hrn. Ch. Derosne in einem an ihn gerichteten Schreiben an: 1) daß er wesentliche Verbesserungen an seinem Verfahren anbrachte, und daß er hiedurch dem ihm gemachten Vorwurf abhelfe, daß er zum Erhizen der Bottiche zu viel Brennmaterial brauche, und daß der Proceß zu langsam von Statten gehe, woraus Gefahr einer Veränderung des Saftes und also ein geringerer Ertrag an Zuker und ein schlechteres Fabrikat folgt; 2) daß er die Erwärmer, die Dampfröhren, die Hähne, die Rüklaufröhren etc. gänzlich entbehrlich gemacht habe, so daß er gegenwärtig nur mehr kaltes Wasser zur Filtration anwende. 2) daß sein Apparat nun zwei oder drei Mal schneller arbeitet, weniger Sorgfalt erfordert, stärkeren oder reicheren Saft gibt und die Rübenschnitte vollkommen erschöpft; 4) daß er nunmehr einen sehr festen Schaum erhält, der sich vollkommen von dem geläuterten Safte abscheidet, und eine vollkommen klare Flüssigkeit zurükläßt. Er versichert ferner, daß er nach diesem seinem Verfahren bis zum 15. Mai l. J. gearbeitet, und stets eine reichliche Quantität von Zuker erster Güte erzielt habe. Er schließt endlich sein Schreiben mit folgender Aeußerung: „Man gebe mir gegenwärtig zu irgend einer Jahreszeit Runkelrüben, die sich in was immer für einem Zustande befinden mögen, und ich bin überzeugt, daß ich, wenn je noch Zuker darin enthalten ist, diesen gewiß eben so leicht daraus gewinnen werde, wie ich ihn im Oktober aus guten und frischen Rüben ausziehe. Ich werde meine Versuche, welche schlagend sind, fortsezen, so lange ich Runkelrüben haben kann.“ Hr. Derosne bemerkte zu diesem Briefe, den er der Société d'encouragement in Paris vortrug, daß er vermuthe und sich auch die Gewißheit verschafft habe, daß Hr. Beaujeu allerdings mit kaltem Wasser arbeite, dagegen aber die Rübenschnitte einer solchen Wärme ausseze, daß sie ohne zu weich zu werden, dennoch ihr Lebensprincip verlieren. Eben so hegt er noch fortwährend die Vermuthung, daß Hr. Beaujeu Kalkwasser zu seinen Macerationen der Runkelrüben anwende.

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