Titel: Ueber die Verbindung des stillen mit dem atlantischen Ocean bei der Landenge von Panama.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 58, Nr. LXVII ./Miszelle 8 (S. 428–429)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj058/mi058067_8
|429|

Ueber die Verbindung des stillen mit dem atlantischen Ocean bei der Landenge von Panama.

Die Regierung von Neu-Granada hat, wie wohl die meisten unserer Leser aus den Zeitblättern erfahren haben werden, vor einiger Zeit ein Programm erlassen, worin sie eine Art von Concurs zur Errichtung einer Eisenbahn, die quer durch die Landenge von Panama führen sollte, eröffnete. Das Athenäum berichtet nun, daß an dem anberaumten Termin Niemand erschien, der sich zur Anlegung einer Eisenbahn oder auch nur einer gewöhnlichen Landstraße an dem fraglichen Orte erboten hätte. Wohl aber machte sich ein Franzose anheischig einen Canal für Dampfboote oder kleine Segelschiffe, die nicht über 10 Fuß tief im Wasser gehen, herzustellen: d.h. einen Canal von so kleinem Maaßstabe, daß selbst die kleinsten Kauffahrtheischiffe durch denselben nicht direct von einem Ocean in den anderen gelangen könnten. Der Grund, den man angeblich für diesen kleinen Maaßstab des Canales geltend machte, soll der gewesen seyn, daß ein Canal, durch den Kriegsschiffe gelangen könnten, bald ein ebensolcher Zankapfel werden könnte, wie die Dardanellen bereits auf dem alten Continente einer sind. Das Athenäum bemerkt hiezu, daß eine Regierung, die sich von einem solchen Phantome schreken läßt, keine großen Garantien für die Ausführung eines derlei Unternehmens, welches auch dessen Maaßstab seyn mag, darbietet. Auch entwikelt es die Ansicht, daß eine Eisenbahn, die hauptsächlich durch Tunnels führt, die einzige wahrhaft entsprechende Verbindungsmethode der beiden Oceane seyn dürfte. In lezter Hinsicht stimmt das Mechanics' Magazine, welches in seiner No. 631 gleichfalls Nachricht von den gepflogenen Verhandlungen gibt, nicht mit seinem Collegen überein. Wir bemerken nur noch, daß die auf dem atlantischen Ocean herbeisegelnden Schiffe zu Porto-Bello umladen sollen, während Panama der Stapelplaz für die von der Südsee kommenden Gegenstände werden wird.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: