Titel: Vorschrift zur Darstellung der Phosphor-Reibfeuerzeuge.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 58, Nr. LXXVI ./Miszelle 23 (S. 482–483)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj058/mi058076_23
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Vorschrift zur Darstellung der Phosphor-Reibfeuerzeuge.

Die ersten dieser Feuerzeuge waren natürlicher Weise am unvollkommensten; sie entzündeten sich durch das schwächste Reiben, selbst durch bloßes Liegen an der Sonne. Aber die Fabrikation ist nicht stehen geblieben, die Reibfeuerzeuge, die man jezt verkauft, können in ihren Büchsen schon sehr stark geschüttelt werden, ehe sie sich entzünden; man versendet sie wie andere Waaren, ohne daß sich jemals der Fall ereignet hätte, daß ein Wagen dadurch angezündet worden wäre; sie vertragen ein langsames und starkes Reiben, und können bis auf 80° R. ohne Entzündung erhizt werden, und dieses Verhalten entfernt jede Furcht vor Selbstentzündung. Wenn aber auch die fertigen Reibfeuerzeuge gefahrlos sind, so ist doch ihre Darstellung im allerhöchsten Grade gefährlich. Man sollte unter keinerlei Gründen eine Fabrik dieser Art in einer Stadt oder in der Nähe von andern Wohngebäuden errichten dürfen; denn die kleinste Unvorsichtigkeit würde in der Fabrik selbst einen durch nichts zu löschenden Brand bewirken. Eben so muß man bei Darstellung im Kleinen die größte Vorsicht und Achtsamkeit anwenden.

Um sie zu erhalten, erhizt man eine Portion schleimichter Auflösung von arabischem Gummi in einer Reibschale bis auf 35 bis 40° R. und sezt nun auf 4 Theile dieser Auflösung etwa einen Theil Phosphor zu; er schmilzt sogleich und wird aufs Innigste mit dem Gummi gemischt. Sodann sezt man fein zerriebenes chlorsaures Kali, Salpeter und etwas Benzoegummi hinzu, so daß ein weicher Brei entsteht, in welchen man die Schwefelhölzer eintaucht. Zum Reibzunder dient dieselbe Masse. (Annalen der Pharmacie.)

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