Titel: Muster eines französisch-englischen Patentunfuges.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 58, Nr. LXXVI ./Miszelle 36 (S. 487)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj058/mi058076_36

Muster eines französisch-englischen Patentunfuges.

Wir entlehnen aus dem Oktoberhefte des London Journal folgende Beschreibung eines Patentes, welches sich ein Louis Cournier zu Kennington-Green in Folge einer von einem Franzosen erhaltenen Mittheilung auf einen zur Heilung von Kopfweh dienenden Apparat ertheilen ließ; nicht als ob es uns in den Sinn käme, diesen Apparat zu empfehlen, sondern um wieder einen neuen Beweis zu liefern, welchen Unfug man in England mit den Patenten treibt. „Man verschafft sich, heißt es daselbst, ein kleines, oben offenes, am Boden hingegen geschlossenes Gefäß aus Glas, und bohrt in den geschlossenen Theil zu dem sogleich erhellenden Zweke ein Loch. In dieses Gefäß wird ein Stük Kork von entsprechender Größe eingepaßt, welches sowohl an der unteren, als an der oberen Fläche mit einem Bleibleche bedekt wird. Aus der oberen Fläche dieses Korkes müssen gegen 36 Nadeln so weit hervorragen, daß sie mit der oberen Fläche des gläsernen Gefäßes in einer Fläche stehen. Dann wird ein dünner Metalldraht an der oberen Fläche des Korkes befestigt, um denselben herum an den hinteren Theil geführt, und durch das in den Boden des Glases gebohrte Loch gezogen. Dieser Draht muß so lang seyn, daß er, wenn man sich des Apparates bedient, bis auf den Boden hinab reicht. Dieser Apparat wird nun, wenn man sich seiner bedienen will, auf den kranken Theil gebunden, wo dann die Elektricität durch den erwähnten Metalldraht ausströmen wird!!“ Der Patentträger bemerkt schließlich noch mit Wichtigkeit, daß er sich weder genau auf die 36 Nadeln, noch auf die Form des Agparates beschränkt!

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