Titel: Ueber eine Betrügerei beim Färben der Tücher.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1835, Band 58, Nr. LXXVI ./Miszelle 39 (S. 488)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj058/mi058076_39

Ueber eine Betrügerei beim Färben der Tücher.

Das in der Wolle gefärbte Tuch zeichnet sich bekanntlich dadurch aus, daß die Sahlbänder eine ganz andere Farbe haben, als das Tuch selbst. In neuerer Zeit weiß man aber die Tücher im Stüke zu färben, ohne daß deßhalb die Sahlbänder dieselbe Farbe bekommen. Man verfährt bei dieser Betrügerei, wie der Recueil industriel schreibt, folgender Maßen. Wenn das Tuch gewebt ist, werden die Sahlbänder von Weibern in starkes Pergament eingerollt, und mit starkem Bindfaden eingenäht, gleichwie man Tabakstangen einbindet. Dann wird das Tuch auf gewöhnliche Weise ausgefärbt und ausgewaschen, worauf man die Sahlbänder wieder auswikelt, um das Tuch noch ein Mal auszuwaschen, zu walken, und zu appretiren. Die Sahlbänder erleiden hiebei so wenig Veränderung, daß sich der Betrug nur dann entdeken läßt, wenn man Tuchmuster abschneidet und gehörig abreibt.

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