Titel: Dodds's verbesserte Maschinen zum Zuschneiden von Holz etc.
Autor: Dodds, Isaac
Fundstelle: 1836, Band 59, Nr. XXVII. (S. 176–181)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj059/ar059027

XXVII. Verbesserungen an den Maschinen zum Zuschneiden von Holz und anderen Materialien, welche Verbesserungen zum Theil auch zu anderen Zweken anwendbar sind, und worauf sich Isaak Dodds, Ingenieur an den Eisenwerken von Horseley in der Grafschaft Stafford, am 29. Jan. 1835 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. November 1835, S. 121.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Die Erfindungen, auf welche obiges Patent ertheilt worden ist, beziehen sich auf gewisse mechanische Vorrichtungen, die zum Leiten oder Führen der Sagen oder sonstigen Schneidgeräthe, und zum Verschieben oder Stellen des Lagers oder Wagens, worauf das Holz oder der sonstige zuzuschneidende Körper angebracht wird, bestimmt sind. Die Beschreibung der Abbildungen, zu der wir sogleich übergehen wollen, wird alle diese Vorrichtungen deutlich machen.

Fig. 34 ist ein Seitenaufriß einer Maschine, mit welcher aus Brettern, Dielen oder Holzblöken, oder auch aus irgend einem anderen Materiale unregelmäßige Formen ausgeschnitten werden sollen. Fig. 35 zeigt einen Grundriß oder eine horizontale Ansicht derselben Maschine. Fig. 36 ist ein senkrechter Durchschnitt quer durch die Maschine beinahe in der Fläche der Sägen genommen. An allen diesen Figuren sind gleiche Gegenstände mit gleichen Buchstaben bezeichnet. Diese Maschine ist dazu bestimmt, Gewehrkolben, Faßdauben, Radfelgen, Arme und Lehnen für Stühle und Sofa's, Schiffsbaugeräth von verschiedener Art, und höchst mannigfache andere unregelmäßig geformte Gegenstände für den Gebrauch der Tischler, Kunstschreiner, Wagen- und Schiffbauer etc. aus dem Groben zu schneiden.

A, A sind die seitlichen eisernen Tragpfosten, auf denen die Maschinerie ruht, und die auf eisernen, steinernen, hölzernen oder anderen festen Grundlagen angebracht sind. B, B sind die seitlichen Riegel oder Schienen, auf denen sich der Wagen C der Länge nach bewegt, und welche ein Gestell bilden, das auf den Querriegeln oder Querbahnen D, D aufgezogen ist. Das Gestell kann sich auf diesen Riegeln D, die auf Säulen befestigt sind, welche auf der Grundlage ruhen, seitlich bewegen. E, E, E stellt drei Stüke Holz vor, die in unregelmäßig geformte Stüke zerschnitten werden sollen; sie sind mit Klammern oder auf andere Weise auf dem Wagen C befestigt, und ruhen auf Querblöken, die von den Riegeln des Wagens getragen |177| werden. Diese drei Stüke sind so auf dem Wagen befestigt, daß sie der Stellung der drei senkrechten Sägen F, F, F, die in dem Schwungrahmen G aufgezogen sind, und welche sich gleichzeitig bewegen, entsprechen.

Der vibrirende oder sich schwingende Sägerahmen G schiebt sich an senkrechten Leitstangen H, H, die an den Seitenpfosten befestigt sind, auf und nieder, und wird mittelst einer Stange I, die einerseits an dem Nahmen und andererseits an dem Kniehebel K festgemacht ist, in Bewegung gesezt. Die Kniehebelwelle L, welche die Haupttreibwelle der Maschine ist, wird mittelst einer Rolle und eines Laufbandes, welches von irgend einer Triebkraft herführt, in Bewegung gesezt. An dieser Kniehebelwelle befindet sich ein Excentricum M, an welchem die Stange N angebracht ist. Diese Stange führt einen Däumling oder Sperrkegel O, der in die Zähne des an dem Ende der Welle Q angebrachten Sperrrades P eingreift.

Ein langes, an der Welle Q befindliches Getrieb greift in die Zähne einer Zahnstange an der unteren Seite des horizontalen, an dem Wagen C angebrachten Balkens S. Wenn daher das Sperrrad P und dessen Welle Q umgedreht wird, wird sich der Wagen C mit den auf demselben befestigten Brettern, Holzblöken oder sonstigen zu zerschneidenden Gegenständen langsam gegen die Ränder der Sägen bewegen.

An der Seite des Wagens muß das Muster T, nach welchem das Holz etc. geschnitten werden soll, befestigt werden. Die Art und Weise, auf welche dieß geschieht, erhellt am besten aus Fig. 35. Eine Reibungsrolle oder irgend eine andere glatte Oberfläche, welche als Wischer zu dienen hat, ist bei V an einem der Seitenpfosten der Maschine befestigt. An der entgegengesezten Seite sind zwei belastete Hebel W, W aufgezogen, und an diesen befinden sich die Gegenreibungsrollen X, X, welche gegen die Seiten des Gestelles B, B drüken, damit das Gestell B und der Wagen C so emporgedrükt werden, daß das Muster T, während sich der Wagen vorwärts bewegt, beständig an dem Wischer V anliegt.

Nach dieser Beschreibung wird es leicht seyn zu zeigen, wie diese Maschine arbeitet. Die kreisende oder rotirende Bewegung der Krummhebelwelle L, die durch das Laufband und den Rigger hervorgebracht wird, bewirkt, daß sich der die Sägen F, F, F führende Schwungrahmen G, G rasch an den senkrechten Leitstangen oder Riegeln H, H auf und nieder bewegt. Zu gleicher Zeit erzeugt aber die kreisende Bewegung des Excentricums M eine solche Bewegung der Stange N und des Däumlinges oder Sperrkegels O, daß das Sperrrad P bei jedem Umgange des Kniehebels gleichfalls um einen Zahn |178| umgedreht wird. Diese rotirende Bewegung des Sperrrades P mit seiner Welle Q und dem Getriebe R bewirkt, daß der Wagen C allmählich auf der Bahn B, B der Länge nach vorschreitet und die Bretter, Dielen oder Blöke E, E unter die Schneiden der vibrirenden oder sich schwingenden Sägen F, F, F bringt.

In Folge dieser einfachen progressiven Bewegung des Wagens würden die Sägen das Holz etc. in geraden Linien der Länge nach durchschneiden; da sich aber das Gestell B, B auf den queren Bahnen D, D schiebt, und da die seitliche Stellung des Wagens C bei dessen Vorschreiten von den Unebenheiten des Randes des Musters oder der Form T abhängt, welche Form von den beschwerten Hebeln W, w gegen den Wischer V angedrükt wird, so folgt hieraus, daß der Wagen mit dem zu zerschneidenden Holze, während er sich vorwärts bewegt, seitlich mit dem Rahmen D, D hin und her gleitet, je nachdem es die Form des Musters T erfordert. Es folgt aber ferner auch, daß die Sägen, während sie sich schwingen, das Holz oder das sonstige in die Maschine gebrachte Material in Curven durchschneiden, welche mit jenen des Musters oder der Form T vollkommen parallel laufen.

Es bleibt daher nur mehr zu beschreiben, wie die Sägeblätter unter allen Umständen immer eine solche Stellung annehmen, wie sie der Richtung der Schneidlinien entspricht, d.h. parallel mit der Form des Musters.

Die Hefte a, a, in welche die Enden der Sägeblätter F, F eingesezt sind, sind, wie man in Fig. 37, wo eine der Sägen einzeln für sich abgebildet ist, ersieht, an den oberen und unteren Riegel des Schwungrahmens mittelst Zapfen befestigt; und in Folge dieser Befestigung können sich die Sägeblätter F horizontal so drehen, daß sie in Stellungen gerathen, die jederzeit mit dem arbeitenden Theile der Oberfläche der Form T parallel sind. Zur Erhaltung dieses Parallelismus erstrekt sich aus jedem Sägehefte ein kleiner Schwanzhebel b, b hervor, und alle diese Schwanzhebel stehen durch die Stange c mit dem einen Ende eines parallelen Hebels d, der sich in Zapfen dreht, welche in den Riegeln des Sägerahmens befestigt sind, in Verbindung. Das entgegengesezte Ende dieser parallelen Hebel ist mit den Armen e, e, e verbunden, und diese Arme ragen aus einem Schieberstüke f hervor, welches in ein langes, in dem Seitenriegel des Wagens befindliches Fenster eingelassen ist.

Aus dieser Verbindung der Sägen mit dem Schieberstüke f erhellt, daß wie der Wagen C in Folge der ungleichen Oberfläche des Musters oder der Form T seitlich hin und her geschoben wird, die Sägeblätter sich immer unter solche Winkel drehen müssen, daß sie |179| stets die gehörige Richtung haben und der vollkommene Parallelismus mit der Form T hergestellt ist.

Der Patentträger erklärt nach Vorausschikung dieser Beschreibung, daß er keineswegs alle die einzelnen Theile dieser Maschine, von denen viele bereits längst bekannt sind, als seine Erfindung in Anspruch nimmt, und daß er sich eben so wenig genau an die hier angedeutete Anordnung derselben hält. Als neu und als seine Erfindung erklärt er aber die Ausstattung der Schneidmaschine mit den Querriegeln D, D, auf denen sich der Rahmen mit dem zu zerschneidenden Materials seitlich hin und her bewegen kann; die Längenriegel B, B, auf denen der Wagen, der die zu zerschneidenden Gegenstände führt, allmählich gegen die Sagen vorwärts schreitet; die Anbringung eines Musters oder einer Form T, wonach die Gestalt der Stüke, in welche die Sägen das Holz etc. zu zerschneiden haben, bestimmt wird; und endlich jene Aufziehung der Sägeblätter, in Folge deren sie sich immer genau in die entsprechenden Schneidlinien drehen können.

Die Maschine, womit Falze, Zapfenlöcher und Zapfen geschnitten werden können, und die sich auch zum Hobeln kleiner Oberflächen benuzen läßt, ersieht man aus Fig. 38 im Seitenaufrisse, und in Fig. 39 im Grundrisse. A ist ein Rigger, der sich an einer rotirenden und mit einem Kniehebel B ausgestatteten Welle befindet. Mit diesem Kniehebel steht eine Stange C in Verbindung, die mit ihrem entgegengesezten Ende an dem verschiebbaren, das Schneidinstrument führenden Wagen E befestigt ist. D, D, D, D sind vier Krummhebel, an deren Enden der Rahmen H aufgezogen ist. Auf diesem Rahmen sind Falzen angebracht, in denen sich der Wagen E hin und her schiebt. G ist das Gestell, welches die auf der Grundlage ruhende Maschinerie trägt. I ist eine senkrechte Tafel, an der das Holz etc., welches in der Maschine behandelt werben soll, festgemacht wird. Diese Tafel muß sich nach zwei Richtungen verschieben lassen, damit sie mittelst Schrauben so gestellt werden kann, wie es den jedesmaligen Dimensionen der auszuschneidenden Löcher angemessen ist. Die Tafel J läßt sich mittelst eines gezähnten Quadranten, welcher durch Punkte angedeutet ist, unter jeden beliebigen Winkel stellen, damit die Falzen oder Zapfenlöcher unter jedem verlangten Winkel geschnitten werden können.

Die rotirende Bewegung der Welle und des Kniehebels B theilt den in dem Wagen E befestigten Schneidinstrumenten die Hin- und Herbewegung mit, indem sich der Wagen in deren Folge in den Furchen oder Falzen des Rahmens H hin und her bewegt.

Um den Ausschnitt oder die Fuge, welche in den auf die Tafel |180| I gebrachten Gegenstand geschnitten werden soll, zu vertiefen, muß der an den Kniehebeln D, D, D, D aufgezogene Wagen H herabgesenkt werden. Dieß geschieht mittelst eines Däumlinges, der mit einem an der Welle B angebrachten Excentricum verbunden ist, und der mit seinem Ende in ein Sperrrad L eingreift. An der Welle dieses Sperrrades befinden sich zwei Getriebe M, M welche in zwei gezähnte Kreis- oder Radsegmente F, F eingreifen; leztere sind an den Wellen zweier der parallelen oder Kniehebel D, D aufgezogen. Es erhellt demnach, daß durch die allmähliche kreisende Bewegung des Sperrrades L der Rahmen H, der sich auf den Kniehebeln D, D befindet, allmählich so weit herabgesenkt werden wird, daß das verschiebbare Schneidinstrument das Zapfenloch oder die Fuge bis zu jeder erforderlichen Tiefe ausschneidet. K ist ein Gegengewicht, welches an einem aus einem der Kniehebel D hervorragenden Arme angebracht ist, und welches den Rahmen und den Wagen balancirt, in welche Stellung diese auch immer gebracht werden mögen.

Manchmal bedient sich der Patentträger statt des Leitrahmens H und statt der parallelen oder Kniehebel D, D auch einer Parallelbewegung, die Man in Fig. 40 einzeln für sich abgebildet sieht, und die sich hauptsächlich für die leztere Maschine eignet. Diese Parallelbewegung führt den schneidenden Punkt f jederzeit vollkommen parallel mit sich selbst; und zwar in Folge der eigenthümlichen Anordnung und der Dimensionsverhältnisse der Hebel a, b, c, d, e, die man in Fig. 40 für sich allein, und in Fig. 38 durch punktirte Linien an Ort und Stelle angebracht sieht.

Anstatt des in Fig. 40 dargestellten meißelartigen Schneidgeräthes kann man in der Scheide des Wagens E, Fig. 38, oder in der Scheide f, Fig. 40, zuweilen auch eine Kreissäge befestigen, und dann der Wange vorne an der Tafel, an der der auszuschneidende Gegenstand festgemacht ist, mittelst der Hand oder mit Hülfe irgend einer Maschinerie eine solche kreisende oder abwechselnde oder sonstig unregelmäßige Bewegung mittheilen, daß Ausschnitte von jeder beliebigen Form gemacht werden können.

Die zulezt beschriebene Parallelbewegung kann zu verschiedenen anderen nüzlichen Zweken, wie z.B. an den sogenannten vibrirenden Säulenmaschinen (vibrating pillar engines) angewendet werden; indem, wenn man die Hebel oder Stangen c, d mit Maschinen dieser Art in Verbindung bringt, die bei f angebrachte Stange einer Luftpumpe oder irgend einer anderen Pumpe in Bewegung gesezt werden kann.

Fig. 41 zeigt einen Auf- und Fig. 42 einen Grundriß einer Maschine zum Schneiden der Augen (eyes) in den Spaten-, Schaufel- |181| oder Sägegriffen. a ist die Basis oder die Bank; b ein Pfosten, der eine mittelst eines Riggers oder einer Rolle umtreibbare Achse oder Welle trägt. An dem Ende dieser Welle ist ein Kniehebel c befestigt, an welchem die Stange d angebracht ist, die ersteren mit der Schieberstange e, e verbindet, welche sich ihrerseits in den Pfosten f (von denen man in Fig. 43 einen von Vorne abgebildet sieht) in Längenspalten bewegt. An dieser Schieberstange e sind die Querhäupter g, g einer Säge h befestigt, und diese Querhäupter stehen auch mit den vierekigen Leitstangen i, i, die sich durch vierekige Löcher in den Rollen k, k schieben, in Verbindung. Leztere Rollen drehen sich an hohlen Zapfen an den Tragpfosten f, f. An der Bank a ist ein Blok oder ein Dokenkopf b befestigt; und durch diesen Blok geht ein großer Nabenring, an dessen einem Ende die Rolle m angebracht ist, während sich an dem anderen Ende die Wange n befindet, an der die Wange o mit dem auszuschneidenden Stüke Holz auf die gewöhnliche Weise festgemacht wird. Die Säge h ist an den beiden Leitstangen i, i befestigt, und wird mittelst einer recht- und linkhandigen Schraube gespannt. Wenn die Säge p durch ein Loch geführt worden ist, welches vorher in den Schaufelkopf oder in das Stük o gebohrt wurde, so wird der Kniehebel in rotirende Bewegung versezt, wodurch die Säge in horizontaler Richtung hin und her bewegt wird. Das Holz, auf welches die Säge wirkt, kann während der Wirkung der Säge so mit der Hand umgedreht werden, daß diese Wirkung auf irgend eine beliebige Weise erfolgt; übrigens kann diese Umdrehung aber auch dadurch hervorgebracht werden, daß man den Rollen durch Zahnstangen, Schrauben oder irgend andere den Mechanikern wohl bekannte Vorrichtungen eine langsame kreisende Bewegung mittheilt.

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