Titel: [Verbesserter Apparat, um in Fällen von Gefahr Pferde und andere Thiere von den Wagen losmachen.]
Autor: Williams, Peter
Fundstelle: 1836, Band 59, Nr. LII. (S. 331–333)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj059/ar059052

LII. Verbesserter Apparat, um in Fällen von Gefahr Pferde und andere Thiere von den Wagen losmachen, und deren Räder sperren zu können, worauf sich Peter Williams, Chirurg in Hlywell in der Grafschaft Flint, am 7. September 1830 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. December 1835, S. 208.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Der Erfinder hat sich in der Beschreibung dieses seines Patentes ganz erschöpft, und die Anwendung seiner Erfindung durch nicht weniger als 40 verschiedene Figuren anschaulich zu machen gesucht. Wir glauben, daß Folgendes zur Erläuterung des Principes genügen dürfte.

Fig. 39 zeigt eine Bremse oder ein Reibungsband, welches man hier an der Nabe b eines Rades angebracht sieht. a, h ist die aus zwei Theilen bestehende Bremse, deren Theile bei f durch ein Angelgewinde mit einander verbunden sind, während sich an dem einen Ende eine Schraubenmutter g befindet. c ist eine Spindel oder ein Stab, der durch das Ende a der Bremse läuft, und hier an dem äußeren Theile mit einer Schraubenmutter festgehalten wird, während sich die an ihm befindliche Schraube ohne Ende in der Mutterschraube g bewegt. An dem Ende dieser Stange ist ein in gehöriger Stellung angebrachter Griff d befestigt, e ist der Stift oder Zapfen, womit die Bremse an der Achse festgemacht ist. So wie man den Griff d umdreht, werden sich die beiden Enden der Bremse einander gegenseitig nähern, und indem sich die an c befindliche endlose Schraube in der Schraubenmutter g umdreht, so auf die Nabe drüken, daß durch die hiedurch entstehende Reibung die Umdrehung des Wagenrades verhindert oder wenigstens verspätet wird, |332| Fig. 40 zeigt dieselbe Bremse, die jedoch hier mit einem Krummhebel d in Thätigkeit gesezt wird. Dieser Hebel bewegt sich um den Zapfen c, der an dem Ende des Armes h der Bremse angebracht ist; durch das Gelenkstük i steht er mit einem an dem anderen Ende der Bremse befindlichen Haken in Verbindung. Wird das Ende des Hebels niedergedrükt, so wirkt die Bremse auf die aus der Zeichnung ersichtliche Art und Weise auf die Nabe des Wagens. Ist der Hebel hingegen außer Thätigkeit, so gelangt er in die durch Punkte angedeutete Stellung.

Eine andere auf den Umfang des Rades wirkende Bremse ersieht man aus Fig. 41 und 42. a ist das Wagenrad; b die Achse; c, c sind kurze Arme, an denen mit Zapfen die Bremse angebracht ist, die sich um diese Zapfen als um einen Mittelpunkt bewegt. So lange diese Vorrichtung außer Thätigkeit ist, wird die Bremse mit einer Schnur e beinahe senkrecht erhalten; will man sie jedoch in Anwendung bringen, so läßt man die Schnur nach, wo die Bremse dann sogleich in die Stellung herabfällt, die man in Fig. 41 durch Punkte angedeutet sieht, und in der sie fest an das Rad gepreßt ist.

Fig. 43 zeigt einen Apparat, dessen man sich bedienen kann, wenn die Pferde scheu werden, a ist die Nabe des Rades, und b ein gußeiserner, fest an derselben angemachter Ring, an den drei starke Vorsprünge oder Sperrzähne geschnitten sind, c ist ein Sperrkegel, der durch eine Schnur e an Ort und Stelle erhalten wird. Läßt man die Schnur e nach, so sinkt der Sperrkegel herab, und greift in einen der Zähne des eben erwähnten Ringes, wodurch das Rad gehindert wird sich umzudrehen.

Die Vorrichtung, womit die Pferde von dem Wagen losgemacht werden können, ist in Fig. 44 und 45 abgebildet, a ist eine Spindel oder ein Stab, der von einer Seite des Wagens zur anderen läuft, und der sich in Zapfenlagern bewegt, welche in dem Gestelle festgemacht sind. Aus dieser Spindel a ragt der Arm b hervor. An jedem Zugriemen ist ein sogenannter Ankerkopf (anchor-head) angebracht, an welchem seinerseits der in das Gefüge f eindringende Bolzen oder Zapfen d festgemacht ist. e ist eine Schnur oder ein Strik, der, wenn er angezogen wird, wie dieß in Fig. 44 der Fall ist, den Arm b niederdrükt und den Bolzen d aus dem Gefüge f auszieht, so daß der Zugriemen g mit sammt den Pferden von dem Wagen frei und ledig wird. Der Patentträger hat mehrere Methoden diesen Apparat durch geeignete Hebel anstatt durch den Strik e in Bewegung zu sezen ausgedacht, deren Anwendung auf verschiedene Arten von Fahrzeugen und auf Ein- und Mehrspanner gezeigt, und endlich auch eine Methode angegeben, wonach das Kummet zugleich |333| mit dem Leibriemen und den Zugriemen losgemacht werden kann. Da hierin jedoch keine neue Erfindung gelegen ist, so halten wir es nicht für nöthig, weiter hierauf einzugehen.

Nachdem die Pferde von dem Fuhrwerke losgemacht sind, würden die Deichselstangen auf den Boden fallen, so daß sie nicht nur brechen, sondern auch verschiedene Unglüksfälle erzeugen könnten. Um solchen vorzubeugen, schlägt der Patentträger vor, unten am Boden des Fuhrwerkes eine Stüze von der aus Fig. 46 ersichtlichen Gestalt anzubringen. a, b ist nämlich eine gegliederte Stange, deren oberer Theil an dem Fuhrwerke festgemacht ist, während das untere Ende b horizontal aufgehängt ist. Lezterer Theil fällt, indem er mit dem zulezt beschriebenen Apparate in Verbindung steht, in demselben Augenblike herab, in welchem die Pferde frei werden. Der Schieber c, welcher an den oberen Theil gezogen ist, damit das Gelenk sichtbar wird, sinkt über dieses Gefüge herab, und macht die Stange zu einer unbiegsamen Stüze, welche die Deichselstangen trägt. An der an dem unteren Ende der Stange befindlichen Gabel sind zwei kleine Räder oder Walzen befestigt, damit der Wagen nicht gar zu plözlich zum Stillstehen gebracht wird.

Dieß ist das Wesentliche der Erfindung des Patentträgers; er erklärt am Schlusse nur noch, daß er lediglich die Verbindung der einzelnen Theile und deren Anwendung zum fraglichen Zweke als seine Erfindung anspreche.

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