Titel: Ueber das Verfahren der HH. Grouvelle und Honoré, die Porzellan- und Töpferzeugmasse zu troknen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 59, Nr. XI./Miszelle 11 (S. 80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj059/mi059011_11

Ueber das Verfahren der HH. Grouvelle und Honoré, die Porzellan- und Töpferzeugmasse zu troknen.

Die Société d'encouragement in Paris hat den HH. Grouvelle und Honoré nunmehr auf einen neuen Bericht des Hrn. Gaultier de Claubry ihre goldene Medaille zweiter Classe für die von ihnen erfundene Methode die Porzellan- und Töpferzeugmasse zu troknen, ertheilt. Dieser zweite Bericht enthält keine weiteren Details über das Verfahren selbst, wovon wir bereits im Polyt. Journal Bd. LI, S. 122 eine Beschreibung gaben; sondern er sagt bloß, daß man dasselbe in folgenden Fabriken bereits wirklich befolgt. Eine Presse arbeitet fortwährend bei Hrn. Honoré in Champrony; von den HH. Mermet, Latrille und Ruaux in Limoges besizt jeder eine, und sämmtliche dortige Porzellanfabrikanten stehen mit den Erfindern über die Benuzung ihrer Presse in Unterhandlung. Hr. Joubert arbeitet mit einer Presse in seiner Kaolin-Grube in Echassières; Hr. Chalot in Chantilly bearbeitet in seiner schönen Fabrik täglich 4500 Kilogr. Porzellanmasse mit 5 Pressen, welche bereits seit 18 Monaten in Thätigkeit sind; die HH. Fouque und Comp. in Toulouse bedienen sich seit 4 Monaten einer Presse, und werden demnächst eine zweite errichten; Hr. de Saint-Cricq hat sich nach zahlreichen Versuchen gleichfalls zur Einführung der Presse in den Fabriken von Creil entschlossen; und ebendieß sind die HH. Ylantin, Bonsoiraud und Comp., Fabrikanten von Fayence zu Rîmes, Petry und Rousse in Vierzon, und André, Porzellanfabrikanten, so wie Berthe und Neffe, Zukerformfabrikanten in Honfleur, zu thun im Begriffe. Die Porzellanfabrik in Petersburg endlich hat gleichfalls bereits eine Presse bestellt. – Am Schlusse seines Berichtes bemerkt der Berichterstatter endlich, daß man sich in der Fabrik von Arboras seit mehreren Jahren eines anderen von Hrn. Talabot erfundenen Verfahrens bedient, welches in manchen Hinsichten noch vollkommener ist, als jenes der HH. Grouvelle und Honoré. Man hat nämlich daselbst mehr oder minder große, vierekige, oben offene Kästen, die unten mit einer Rohre communiciren, in welcher mittelst Dampf der luftleere Raum hergestellt werden kann. Auf den Boden dieser Kästen wird ein Wollenzeug gelegt, und wenn dann hierauf die Thonmasse gelegt worden, so öffnet man den Hahn, der mit dem luftleeren Raume communicirt. Das Wasser filtrirt dann augenbliklich durch den Zeug, und die Thonmasse kann sogleich abgenommen und ausgearbeitet werden. Der Troknungsproceß geht hier allerdings äußerst rasch von Statten, ohne daß er beinahe irgend einen Aufwand an Arbeitslohn veranlaßt; allein die Anschaffung des Dampfkessels kommt so hoch, daß nur große Fabriken dieses Verfahren in Anwendung bringen können, während jenes der HH. Grouvelle und Honoré überall, im Kleinen wie im Großen, und für geringe Kosten befolgt werden kann. Aus diesem Grunde dürfte daher der Apparat Talabot's, ungeachtet er wirklich vorzüglicher ist, keiner so ausgedehnten Verbreitung fähig seyn.

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