Titel: Ueber die Wassersäulenmaschinen an den Bergwerken in Huelgoat.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 59, Nr. XI./Miszelle 3 (S. 74–75)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj059/mi059011_3

Ueber die Wassersäulenmaschinen an den Bergwerken in Huelgoat.

Hr. Junker hat für die Bergwerke in Huelgoat im Departement Finistère einige nach dem Reichenbach'schen Systeme gebaute Wassersäulenmaschinen errichtet, worüber im Bulletin de la Société d'encouragement Folgendes zu lesen: „Die Principien, worauf diese Maschinen beruhen, sind: Beseitigung aller winkeligen Bewegung, Weglassung des Balanciers, Verminderung des Geräthes auf das Einfachste durch die möglich größte Annäherung des Treibapparates an den Schöpfapparat. Alle diese Verbesserungen wirken nicht nur sehr günstig auf den Nuzeffect, sondern sie vermindern auch die Unterhaltungskosten der Maschinen in sehr bedeutendem Grade. – Der in Huelgoat errichtete Apparat besteht aus zwei gleichen, aber nicht solidarischen Maschinen mit einfacher Wirkung; er muß in jeder Minute 3,58 Cub. Met. Wasser auf eine Höhe von 230 Meter schaffen, und in gleicher Zeit eine Kraft geben, die durch 1262 dynamische Einheiten oder durch 21 Cub. Meter Wasser, welche 61 Meter hoch herabfallen, ausgedrükt ist. Neben dem Hauptpumpenstiefel befindet sich der hydraulische Regulator, ein Apparat, welcher nach und nach, jedoch nur gegen das Ende seines Laufes, die ganze Geschwindigkeit des Treibkolbens aufhebt, und ihn hierauf wieder veranlaßt, allmählich und in unmerklichen Graden seinen Lauf abermals zu beginnen. – Ein anderer wesentlicher Theil der Maschine von Huelgoat ist jener, den Hr. Junker den hydraulischen Balancier nennt. Die Kraft der eigentlichen Zwillingsmaschinen, die in der Nähe des Einganges des Abflußstollens angebracht sind, wird durch zwei Systeme senkrechter Ziehstangen an die in der Tiefe des Bergwerkes angebrachten Pumpen fortgepflanzt. Eines dieser Geräthe besteht aus Holz, das andere aus Eisen wiegt 16,000 Kilogr. Bei jeder Bewegung der Maschine nach Abwärts steigt diese Masse von 16,000 Kilogr. senkrecht um eine Streke hinab, die der Ausdehnung des Kolbenlaufes gleichkommt. Hr. Junker hat ein Equilibrationssystem in Anwendung gebracht, welches ohne Dazwischenkunst solider Körper continuirlich wirkt; und zwar bald um die Kraft zu unterstüzen, bald um dem freien Hinabgleiten des Kolbens und der Ketten einen Zaum anzulegen. |75| Dieß System beruht selbst wieder auf dem Principe der Wassersäulenmaschinen, und auf der Idee den ganzen Apparat unter dem Abflußstollen anzubringen.“

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