Titel: Irländische Methode Straßen durch Sümpfe zu fuhren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 59, Nr. XI./Miszelle 5 (S. 75–76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj059/mi059011_5

Irländische Methode Straßen durch Sümpfe zu fuhren.

Hr. Wm. Bald Esq. gibt in dem dritten Berichte der Commission für die öffentlichen Bauten in Irland folgende kurze Notiz über die Methode, nach der man in Irland die Straßen durch die daselbst so häufig vorkommenden Moraste führt. „Die erste Operation besteht darin, daß man an beiden Seiten der zu bauenden Straße doppelte Gräben zieht, und in diese durch kleine Quercanäle alles Wasser der zwischen denselben oder in ihrer Nähe befindlichen oberflächlichen Pfüzen leitet. Sind die Moräste tief und weich, so kann dieß bloß durch allmähliches Austiefen der Gräben in mehreren auf einander folgenden Sommern geschehen. Wenn der Morast oder Moorboden gehörig troken gelegt worden, so ebnet man denselben, indem man ihn mit festen Heiderasen, welche von einer trokenen Moorheide genommen, und deren Seiten eben und parallel im Rechteke geschnitten worden, auffüllt. Bei der ersten Schichte sollen die mit Heidekraut bewachsenen Seiten immer nach Abwärts gerichtet werden. Nach dieser Ebnung wird dann die ganze Oberfläche mit regelmäßigen Schichten solcher Heiderasen, welche dicht an einander passen und im Verbande gelegt sind, bedekt. Die oberste dieser Schichten, deren gewöhnlich drei, manchmal aber auch 4 bis 5 nöthig sind, um eine feste Unterlage herzustellen, muß jedes Mal so gelegt werden, daß die mit Heidekraut bewachsene Seite nach Oben gekehrt ist, und daß die Oberfläche eine leichte Convexität bekommt. Ist dieser Theil der Arbeit vollkommen und gehörig geschehen, so kann man von der künftigen Dauerhaftigkeit her Straße überzeugt |76| seyn; ließ man sich hingegen hiebei eine Unachtsamkeit zu Schulden kommen, so wird alles spätere Bemühen keine gute Straße, sondern nur eine Material- und Zeitverwüstung zur Folge haben, denn die Straße wird immer unter die Morastoberfläche versinken, immer in Unordnung und häufig mit Wasser überdekt seyn. Erst nach Vollendung obiger Arbeit sollen die Seitendamme oder Befriedigungen gebaut werden, und hierauf erst soll eine vier Zoll dike Schichte Kies aufgefahren werden, auf die dann endlich, nachdem sie sich gehörig consolidirt, wie gewöhnlich, die Schichte zerschlagener Steine gelegt wird.“

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