Titel: Verschiedene Vorschriften zum Placquiren mit Email oder Glasflüssen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 59, Nr. XI./Miszelle 7 (S. 76–77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj059/mi059011_7

Verschiedene Vorschriften zum Placquiren mit Email oder Glasflüssen.

Wir entnehmen aus dem Journal des connaissance usuelles folgende Vorschriften zum Placquiren von emaillirten Metallblättchen, von Emailfarben, und von verschiedenen Verzierungen aus reinem oder mit Email versehenem Metalle. Das Wesen dieser neuerlich mehr in Aufnahme gekommenen Methoden besteht in der Zusammensezung von Glasflüssen, Emails und Emailfarben, welche so beschaffen sind, daß sich die verschiedenen Bestandtheile mit einander verbinden, und in dieser Verbindung der Einwirkung des Feuers widerstehen, ohne irgend etwas von ihrem Glanze und der Lebhaftigkeit ihrer Farben zu verlieren. Zur Bereitung des Glasflusses, der den Hauptbestandtheil des Emails bildet, nimmt man nach französischem Apothekergewichte auf 6 Unz weißen Sand, 5 Unz. Mennig, 2 Unz. 4 Quentch. Potasche, 23 Gran Braunstein und 8 Gr. Arsenik. Zu den Emails dienen hauptsächlich folgende Vorschriften: 4) Durchscheinendes rothes Email, 1 Unz. Glasfluß, 4 Quentch. Borax, 1 Unz. Cassius'scher Purpur, 12 Gran Braunstein. – 2) Durchscheinendes blaues Email. 1 Unze Glasfl., 4 Qu. Borax, und 4 Qu. Kobalt. – 3) Undurchsichtiges blaues Email. 1 Unz. Glasfl., 4 Qu. calcinirte Kälberfüße, 1/2 Qu. Arsenik, 4 Qu. Kobalt, 1 1/2 Qu. Borax. – 4) Weißes Email. 1 Unz. Glasfl., 1 1/2 Qu. calcinirtes Zinn, 1/2 Qu. Arsenik, 1 1/2 Qu. Borax. – 5) Violettes Email. 1 Unz. Glasfl., 1 Qu. Braunstein, 24 Gr. Kobalt, 1 Qu. Borax. – 6) Durchscheinendes grünes Email. 1 Unz. Glasfl., 4 Qu. blaue Asche oder kohlens. Kupferoxyd (cendres bleues), 1/2 Qu. Borax. – 7) Undurchsichtiges grünes Email. 1 Unz. Glasfl., 1 Qu. blaue Asche, 1 Qu. calcinirte Kalbsfüße, 1/2 Qu. Arsenik, 2 Qu. Borax. – 8) Schwarzes Email. 1 Unz. Glasfl., 1 Qu. calcinirtes Kupfer, 1 Qu. Braunstein, 1 Qu. Kobalt, 2 Qu. Borax. – 9) Graues Email. 1 Unz. Glasfl., 1 1/2 Qu. Azurblau, 4 Qu. Borax. – Was das Placquiren selbst betrifft, so werden folgende 3 Methoden empfohlen, je nachdem emaillirte Metalle, oder Metallfarben, oder Arabesken aus reinem oder mit Email gefärbtem Metall placquirt werden sollen. Erstes Verfahren. Man emaillirt die guillochirte Metallplatte, welche zur Aufnahme des Emails bestimmt ist, auf einer oder auf beiden Seiten; und legt sie, so zubereitet, auf ein flaches Stük Glasfluß, womit man sie in einem Reverberirofen zusammenschmilzt. Dann bedekt man diese Platte mit einem zweiten flachen Stüke Glasfluß, welches auf gleiche Weise mit ersterem zusammengeschmolzen wird. Bevor jedoch die Masse gehörig in Fluß gerathen ist, drükt man in der Mitte mit einer Spatel darauf, während man sie an den Rändern emporhebt, |77| damit die Luft entweichen kann. Wann beide Glasflüsse solcher Maßen in ein Stük vereinigt worden, so richtet man deren untere Seite so zu, daß sie dem Gegenstande, an welchem sie fixirt werden sollen, anpassen. Als Flußmittel bedient man sich eines dem angegebenen ähnlichen, aber etwas leicht flüssigeren Glasflusses, welchen man in einem Achatmörser abreibt, und den man in einer dünnen Schichte auf jenen Gegenstand aufträgt, an welchem der emaillirte Glasfluß angebracht werden soll. Es braucht dann schließlich nichts weiter, als ein Zusammenschmelzen im Reverberirofen. – Zweites Verfahren. Man mahlt auf den Glasfluß selbst mir Emailfarben dieselben Gegenstände, wie auf die emaillirten Metallplatten, und trägt diese Mahlerei in drei Schichten, von denen jede im Reverberirofen eingebrannt werden muß, auf. Ist dieß geschehen, so bedekt man den emaillirten Glasfluß mit der zweiten Glasplatte, und fixirt endlich das Ganze wie es oben bei dem ersten Verfahren angegeben worden. – Drittes Verfahren. Wenn Arabesken, Ordenskreuze oder andere Verzierungen aus reinem oder emaillirtem Metalle fixirt werden sollen, so schmilzt man die aus dem Metalle geschnittenen Dessins im Reverberirofen in den Glasfluß, emaillirt sie hierauf je nach Umständen zum Theil oder ganz, legt die zweite Glasflußplatte darauf, und fixirt endlich das Ganze auf die oben beschriebene Weise da, wo man es haben will.

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