Titel: Verfahren um Schnallen, Haken, Steknadeln, Haarnadeln und andere kleine metallene Gegenstände zu lakiren oder zu überfirnissen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 59, Nr. XI./Miszelle 8 (S. 77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj059/mi059011_8

Verfahren um Schnallen, Haken, Steknadeln, Haarnadeln und andere kleine metallene Gegenstände zu lakiren oder zu überfirnissen.

Hr. de Bavier gibt im Journal des connaissances usuelles, November 1835, S. 226 folgende Vorschriften zu obigem Zweke. Man dikt ein Pfund Copal, welches nach der gewöhnlichen Methode in einem Pfunde Leinöhl aufgelöst worden, bis zur Consistenz des aus den Kirschbäumen schwizenden Gummi's ein. Diesen Gummi, welcher so dik seyn muß, daß er sich nicht mit dem Pinsel aufstreichen läßt, und daß es unmöglich ist irgend einen Gegenstand in denselben zu tauchen, vermengt man mit einem höchst feinen, aus dem Mineral- oder Thierreiche, nie aber aus dem Pflanzenreiche genommenen Pulver von irgend beliebiger Farbe. Die zu lakirenden Gegenstände erhizt man über Feuer so weit, daß man sie nicht länger mehr mit der Hand anfassen kann, und wirft sie dann in einen Topf aus Weißblech mit einem Charnierdekel, nachdem man in diesen Topf vorher einen Theil oder eine Kugel des diken gefärbten Lakes gebracht. Wenn dieß geschehen ist, so schließt man augenbliklich den Dekel, und schüttelt den Inhalt des Gefäßes 15 bis 20 Minuten lang nach allen Richtungen, bis sämmtliche Gegenstände überall mit dem Lake überzogen, und beinahe nichts mehr von lezterem in dem Gefäße zurük ist. Bemerkt man ungefärbte Theile, so muß mit dem Schütteln fortgefahren werden, und hätte man zu wenig Lak genommen, so müßte noch welcher nachgetragen werden; ist hingegen Alles gehörig lakirt, so schüttet man die Gegenstände in kleine durchlöcherte, blecherne Gefäße, in denen man sie troknen läßt, bis sich nach 4 oder 5 Tagen keine Farbe mehr ablösen kann, so daß sie endlich auf hölzernen mir einem feinen Drahtgitter überzogenen Rahmen vollends getroknet werden können. Nach 4–6 Wochen sind die Gegenstände auf diesen Rahmen so troken geworden, daß sie nirgends mehr kleben, und daß sie nur noch in den Trokenofen gebracht zu werden brauchen, um den Lak ganz zu erhärten. – Dieses Verfahren ist auf die verschiedenartigsten Gegenstände anwendbar; wie auf Schnallen, Haken, Haften, Haarnadeln, Steknadeln etc. Da man an lezteren jedoch die Nadeln selbst nicht gern lakirt hat, indem sie sonst schwerer stechen, so lakirt Hr. de Bavier nach folgender Methode deren Köpfe allein. Er stekt die Nadeln in das Papier, in welches sie gewöhnlich gestekt werden, so daß alle Nabeln aufrecht stehen, bringt hierauf zwischen die Nadelreihen Hölzchen, und bindet das Ganze so fest als möglich mit Bindfaden zusammen. Die Nadelköpfe ragen bürstenförmig sämmtlich in gleicher Höhe hervor, und werden dann in den Lak oder Firniß eingetaucht. Lezterer wird zu diesem Zweke mit so viel Leinöhl verdünnt, daß man ihn auf einer Platte in der Höhe des Durchmessers der Nadelköpfe ausbreiten kann. Das Eintauchen der Nadelköpfe geschieht, nachdem sie auf einer glühenden Eisenplatte so weit erhizt worden, daß man sie kaum mehr mit der Hand zu halten vermag. Die eingetauchten Nadelpakete läßt man endlich troknen, was zulezt in einer Trokenstube geschieht.

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