Titel: Houzeau-Muirou's transportables, nicht comprimirtes Leuchtgas.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 59, Nr. XXV./Miszelle 12 (S. 155–156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj059/mi059025_12
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Houzeau-Muirou's transportables, nicht comprimirtes Leuchtgas.

Hr. Malteau, Besizer einer Leuchtgasfabrik in Elbeuf, bedient sich, wie ein Korrespondent im lezten Decemberhefte des Journal des connaissances usuelles schreibt, folgender, von Hrn. Huizeau-Muiron, Chemiker in Reims, erfundenen Methode, das zur Beleuchtung mehrerer Fabriken dienende Gas ohne Compression zu transportiren. Auf einem Wagen ist ein sehr großes cylindrisches Gebläse aus einem mit undurchdringlichem Anstriche versehenen Zeuge angebracht. Dieser Cylinder, welcher bei einer Länge von 12 Fuß 200 Kubikfuß Gas faßt, wird, nachdem er zusammengedrükt und von aller Luft befreit worden ist, mit Gas gefüllt, wozu beiläufig 10 bis 15 Minuten erforderlich sind. Der gefüllte, von Gas ausgedehnte Cylinder wird dann auf dem Wagen an den Ort, an welchem man des Gases bedarf, geschafft. Daselbst angelangt sezt man eine Röhre an den Hahn, und treibt dann durch diese, indem man das cylinderförmige Gebläs mit Schnüren zusammenzieht, die gehörige Quantität Gas in die zu dessen Aufnahme bestimmten Gasometer. Drei mit solchen Cylindergebläsen ausgestattete Wagen reichen für den Dienst von ganz Elbeuf hin. Der Ueberzug, womit der Zeug, aus welchem die Gebläse bestehen, übertüncht ist, verdient besondere Aufmerksamkeit; denn er hält bereits längere Zeit, ohne daß die Cylinder auch nur im Geringsten Gas auslassen. Verschiedene Firnisse, die man früher zu demselben Zweke verwendete, und selbst die Kautschukfabrikate des Hrn. Rattier, waren in wenigen Tagen dienstuntauglich geworden. Die Gaswagen verbreiten nicht den mindesten unangenehmen Geruch in den Straßen. Wir bemerken hiezu nur noch, daß den Annales de la Société polytechnique gemäß mehrere größere Gebäude in Paris, und namentlich die Polizeipräfectur und die Münze, demnächst gleichfalls mit transportablem, nicht comprimirtem Gase beleuchtet werden sollen, da bei diesem Systeme die kostspieligen unterirdischen Röhren wegfallen.

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