Titel: Ueber eine neue, von Hrn. Sims erbaute, rotirende Dampfmaschine von großer Kraft.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 59, Nr. XXV./Miszelle 2 (S. 151–152)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj059/mi059025_2

Ueber eine neue, von Hrn. Sims erbaute, rotirende Dampfmaschine von großer Kraft.

Jedermann, der die Leistungen der Dampfmaschinen in Cornwallis kennt, ist, wie Hr. John Taylor Esq. in einem Schreiben an das London and Edinb. Philosoph. Magazine sagt, wohl bekannt, daß zwischen jenen Maschinen, die durch eine Wechselwirkung Wasser heben, und jenen, an denen diese Bewegung durch einen Kniehebel in eine rotirende umgewandelt worden, ein ungeheurer Unterschied besteht. Die Ursache, worauf dieser Unterschied beruht, war bereits der Gegenstand mehrfacher Forschungen, und doch wurde sie noch nie gehörig ermittelt. Von welcher Wichtigkeit sie in ökonomischer Hinsicht ist, erhellt daraus, daß, während in den Pumpmaschinen mit einem Bushel Kohlen gewöhnlich 60 Millionen Pfund einen Fuß hoch gehoben werden, die zum Pochen der Erze bestimmten rotirenden Maschinen selten mehr dann 20 Millionen heben, und daß die Leistungen jener Maschinen, die das Erz aus der Tiefe herauf winden, selbst noch niedriger sind. Die pumpenden Dampfmaschinen sind gegenwärtig in Cornwallis allgemein einfache Maschinen: d.h. der aus dem Kessel kommende Dampf wirkt nur auf eine Seite des Kolbens; und an diesen einfachen Maschinen wurde die ausdehnungsweise Benuzung des Dampfes von hohem Druke, die wir Hrn. Woolf verdanken, schon lange Zeit mit großem Vortheile befolgt. Die rotirenden Maschinen, deren man sich in Cornwallis und anderwärts zum Fabrikgebrauche bedient, sind hingegen sämmtlich doppelte Maschinen, an denen der Dampf abwechselnd bald von Oben, bald von Unten auf den Kolben wirkt; und obschon bereits mannigfache Versuche angestellt wurden, um auch hier den Dampf ausdehnungsweise zu benuzen, so führte doch noch keiner, derselben zu einem genügenden Resultate. Ich glaube daher, sagt Hr. Taylor, auf eine Maschine aufmerksam machen zu müssen, die für eine Grube, bei der ich interessirt bin, zum Behufe des Pochens von Zinnerzen bestimmt, und so berechnet ist, daß sie eben so viel als die besten Maschinen mit Wechselwirkung und drei Mal so viel als die besten bisherigen rotirenden Maschinen leisten soll. Die fragliche Maschine, welche 60 Millionen Pfd. per Stunde auf einen Fuß heben soll, arbeitet an den Charles Town United Mines bei St. Austle, und wurde unter der Leitung eines der ersten Mechaniker in Cornwallis, Hrn. Sims, erbaut. Sie unterscheidet sich von den gewöhnlichen rotirenden Maschinen dadurch, daß sie eine einfache ist, und daß sie beinahe eben so ausdehnungsweise arbeitet, wie die pumpenden Maschinen. Die rotirende Bewegung des Kniehebels ist durch die Mitwirkung der Flugräder vollkommen gleichmäßig gemacht. Man prophezeite vor Errichtung der Maschine, daß auf diese Weise keine ruhige rotirende Bewegung erzielt werden könne; einige glaubten, daß der Kniehebel nie an dem Mittelpunkte vorübergehen würde. Ich habe mich hingegen selbst überzeugt, daß die Maschine sehr gut arbeitet, und bin vollkommen überzeugt, daß sie, wenn man noch Einiges an dem Gewichte und Durchmesser der Flugräder ändert, der größten Vollkommenheit nahe kommen wird. Da durch eine Maschine dieser Art wenigstens die Hälfte Brennmaterial erspart wird, so verdient sie allerdings alle Berücksichtigung und Empfehlung. Hr. Capit. Thomas Lean, der über die Leistungen der meisten Maschinen in Cornwallis Bericht erstattet, sagte mir übrigens, daß dieß nicht die erste Maschine dieser Art ist; sondern daß bereits vor längerer Zeit Peter Godfrey eine ähnliche für die Zinngrube Wheel-Vor baute, die jedoch, ungeachtet sie zu ihrer Zeit mehr leistete als irgend ein anderes Pochwerk, dennoch aus irgend einem Grunde nie in Aufnahme kam. Hr. Sims erbaut gegenwärtig für dieselbe Grube eine zum Erzaufziehen |152| bestimmte Maschine, welche nach demselben Principe eingerichtet ist. (Aus dem Repertory of Patent-Inventions. December 1835, S. 375)

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