Titel: Bienenfutter für den Winter.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 59, Nr. XXV./Miszelle 22 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj059/mi059025_22

Bienenfutter für den Winter.

Der bekannte französische Bienenzüchter Fleury von Longjumeaux gibt im Octoberhefte des Journal des connaissances usuelles eine traurige Schilderung des ärmlichen und kläglichen Zustandes, in welchen die meisten Bienenstöke durch die Trokenheit des Sommers und die schlechte Witterung des Herbstes in den meisten Gegenden Frankreichs versezt wurden. Da der Vorrath der wenigsten Stöke für den Winter über ausreichen dürfte, so gibt er folgende Formel zur Bereitung eines künstlichen Nahrungsmittels an. Man soll nämlich ein Pfund gewöhnlichen Honig und ein Pfund Farinzuker mit einem Glase weißen Weines vermengen, kochen und gut abschäumen. Mit dem auf diese Weise bereiteten Syrup soll man einen Trichter füllen, der an seinem unteren Ende mit einem mit Nadelstichen durchlöcherten Pergamente verschlossen ist, und der auf eine jener Oeffnungen gesezt wird, durch welche die Bienen in dem Nutt'schen Bienenstande zu den Gloken gelangen. Wenn man den Bienen dieses Futter Anfangs Oktober reicht, so werden sie den Syrup, in dem Maaße als er durch die Nadelstiche abfließt, sammeln und für den Winter in die Zellen bringen, während andere Bienen Wachs einsammeln und die gefüllten Zellen sogleich verschließen. Beginnt man mit der Fütterung erst später, wo die Bienen bereits zu erstarren anfangen, so gehen sie gewöhnlich lieber zu Grunde, als daß sie zu jener Nahrung herabsteigen, welche man in einem Schälchen in den Stok zu bringen pflegt. – Hr. Fleury warnt hiebei aus den beiden lezten, den Bienen ungünstigen Jahrgängen auf die Untauglichkeit der Nutt'schen Bienenstöke (die gerade in diesen Jahren in Frankreich eingeführt wurden) zu schließen; da alle Stöke mehr oder weniger gelitten haben. – Er bemerkt ferner, daß man den schönen wasserhellen irländischen Honig, der besonders zum Arzneigebrauche gesucht ist, leicht bekommen könne, wenn man die ersten Gloken im Mai ausnimmt, bevor noch der Honig durch die Wärme gefärbt worden, oder wenn man aus den gewöhnlichen Stöken gleich im Frühjahre von den frischen weißen Waben ausnimmt, und aus diesen den Honig ausfließen läßt.

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