Titel: Ueber eine wohlfeile Anwendung des Elektro-Magnetismus zu technischen Zweken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 59, Nr. XXV./Miszelle 7 (S. 153–154)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj059/mi059025_7

Ueber eine wohlfeile Anwendung des Elektro-Magnetismus zu technischen Zweken.

In einem Vortrage, den Hr. Robert Mallett vor der lezten Versammlung der British Association in Dublin hielt, machte derselbe auf folgende Benuzung der elektro-magnetischen Kräfte zu verschiedenen technischen Zweken aufmerksam. Die Scheidung der Eisen- von den Messing-, Kupfer- und anderen Spänen, welche man in den Werkstätten zum Behufe des Einschmelzens der lezteren vornimmt, ist gewöhnlich eine sehr langweilige Arbeit. Man vollbringt sie mit mehreren Magnetstäben oder Hufeisenmagneten, welche in einem hölzernen Griffe befestigt und in verschiedenen Richtungen in den Schalen oder Gefäßen, in denen sich die Dreh- oder Feilspäne befinden, hin und her bewegt werden, und von denen man das daran hängen bleibende Eisen mit einer Bürste entfernt. Hr. Mallett suchte dieses langweilige Verfahren durch Anwendung eines temporären Magnetes |154| von großer Kraft, den er durch Circulation eines elektrischen Stromes um einen Eisenstab erzeugt, zu ersezen, und traf zu diesem Behufe mit Vortheil folgende Einrichtung. Er biegt mehrere runde Eisenstäbe in der Form eines großen U, so daß jeder der beiden Schenkel beiläufig 6 Zoll Länge bekommt, und umwikelt sie mit Draht, der mit Seide übersponnen worden ist, gleichwie man gewöhnlich aus derlei Stäben Elektro-Magnete zu verfertigen pflegt. Diese Stäbe bringt er in Entfernungen von 5 zu 6 Zoll von einander senkrecht an; und sämmtliche Drähte sammelt er an ihren entsprechenden Polen in einen Bündel, den er in einen einzigen zusammenlöthet, indem er einen stärkeren Draht in deren Mitte bringt. Ferner verschafft er sich eine galvanische Batterie, die, wenn bei der Bildung der Vereinigungen an den Polen sorgfältig zu Werke gegangen wird, nur aus 4 oder höchstens 6 Plattenpaaren von 20 Zoll bis zu 2 Fuß im Gevierte zu bestehen braucht. Die Pole dieser Batterie endigen sich in Becher mit Queksilber, die so gestellt sind, daß die großen Drähte, in welche die einzelnen Theile vereinigt sind, leicht untergetaucht oder herausgenommen werden können. Der übrige Theil der Vorrichtung ist rein mechanisch, und die nöthigen Bewegungen können durch irgend eine Triebkraft, wie z.B. durch eine Dampfmaschine hervorgebracht werden. Man kann nämlich mehrere Schöpfeimer so an einer Kette anbringen, daß sie die Metallgemenge auf die Magnete schütten; das meiste Eisen bleibt hiebei an den Magneten hangen, während das in so weit gereinigte Messing, Kupfer etc. in einen unterhalb zu dessen Aufnahme angebrachten Trog fällt. Man kann gleichfalls mehrere solche Tröge an einer Kette anbringen, und die horizontale Bewegung dieser Kette so reguliren, daß der zwischen zwei Trögen befindliche Raum jedes Mal dann unter die Magnete gelangt, wann die Communication zwischen der galvanischen Batterie und den Magneten durch Herausziehen der Drähte aus dem Queksilber unterbrochen ward; so daß also das Eisen, welches von den Magneten angezogen worden ist, nunmehr abfällt. Es bleibt zwar immer etwas Eisen an den Magneten hängen; allein dieß bringt in Betracht seiner geringen Quantität keinen Nachtheil. Hr. Mallett hatte einen kleinen Apparat dieser Art einige Zeit über in seiner Werkstätte in Gang, und fand, daß derselbe entsprach. Er glaubt, daß sich die Elektro-Magnete noch in verschiedenen anderen Fällen mit Vortheil anwenden ließen, wie z.B. beim Schleifen der Nadeln etc. (Aus dem London and Edinburgh philos. Mag.; auch im Repertory of Patent-Inventions. December 1835, S. 374.)

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