Titel: Edmund Davy's Versuche um verzinntes Eisen gegen das Zerfressen im Meerwasser zu schüzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 59, Nr. XXV./Miszelle 8 (S. 154–155)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj059/mi059025_8

Edmund Davy's Versuche um verzinntes Eisen gegen das Zerfressen im Meerwasser zu schüzen.

Wenn man eine verzinnte Eisenplatte einige Tage in Seewasser liegen läßt, so wird sie anfangen sich zu oxydiren, und zwar immer stärker; dabei wird das Zinn auf Kosten des Eisens, welches zerfressen wird, geschüzt; bringt man aber auf der verzinnten Eisenplatte ein kleines Stük Zink an, so bleiben bekanntlich sowohl das Zinn als das Eisen rein, während sich das Zink oxydirt.

Edm. Davy ließ eine verzinnte Eisenplatte, die mittelst verzinnter, eiserner Stifte auf einem Stük Holz befestigt und von lezterem durch einen kleinen Zinkknopf getrennt war, acht Monate lang mit Meerwasser in Berührung; die verzinnte Eisenplatte blieb rein und hatte sich gar nicht oxydirt; das Zink war hingegen zerfressen. Bei einem vergleichenden Versuche wurde ein ähnliches Stük verzinnten Eisenblechs auf dasselbe Holzstük genagelt und eben so lange in derselben Quantität Meerwasser gelassen, aber ohne eine Zwischenlage von Zink; die Ränder waren nun auf zwei Seiten des verzinnten Blechs durch die Oxydation ganz erweicht; leztere hatte sich bis auf 1/8 Zoll ausgedehnt. Diese Versuche verdienen wiederholt und weiter verfolgt zu werden.

Verzinntes Eisenblech ist gegenwärtig sehr gesucht, und wenn sich obige Angaben im Großen bestätigen, so dürste es zwekmäßig seyn, zum Beschlagen der Schiffe verzinntes Eisenblech anstatt Kupferblech anzuwenden und dabei Zink in geringen Quantitäten als Beschüzer zu gebrauchen. Man würde dadurch beinahe drei Viertel der gegenwärtigen Kosten des Kupferbeschlags ersparen.

Edm. Davy stellte auch Versuche an, um mittelst Zink das Messing, Eisen, Kupfer etc. gegen das Anlaufen und die Oxydation in der Luft zu schüzen; das Resultat war, daß die Berührung mit Zink hiezu nicht hinreichend ist, wahrscheinlich |155| weil die so erzeugte Elektricität ohne Dazwischenkunst einer Flüssigkeit zu schwach ist, um der chemischen Wirkung der Luft und Feuchtigkeit auf die Oberfläche dieser Metalle das Gleichgewicht zu halten.

(Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Januar 1836, S. 65.)

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