Titel: Ueber Hrn. Isoard's neues Musikinstrument.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 59, Nr. XLVIII./Miszelle 10 (S. 317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj059/mi059048_10

Ueber Hrn. Isoard's neues Musikinstrument.

Hr. Isoard hat der Akademie der Wissenschaften in Paris kürzlich ein neues und sinnreich ausgedachtes Musikinstrument vorgelegt, über welches das Institut No. 133 Folgendes berichtet. Der Erfinder bemerkt in seiner Abhandlung, daß die Saiten- und Bogeninstrumente die einzigen seyen, welche keine Temperirung besäßen, und daß sie deßhalb, der menschlichen Stimme am nächsten kommend, über allen übrigen stünden. Diese Eigenschaft rührt davon her, daß die Saiten nach Belieben um so geringe Quantitäten verkürzt werden können, als es das Ohr nur immer wünschen kann. Ein Instrument, welchem nun einerseits diese Eigenschaft zukäme, während es andererseits Töne hervorzubringen vermöchte, welche an Klang und Intensität den Tönen der Blasinstrumente gleichkämen, wäre gewiß in jeder Beziehung von höchster Wichtigkeit. Man wird sich einen Begriff von dieser neuen Methode Töne zu erzeugen machen können, wenn man sich eine zwischen zwei metallenen oder hölzernen Platten gespannte Saite, nach Art der freien Orgelpfeifenzungen denkt, und wenn man sich versinnlicht, daß diese Saite an dem einen Ende durch einen Luftstrom in Schwingungen versezt wird, während sie an dem anderen Ende nach Art der Saiten an den Violinen und Contrebaß gegriffen wird. Ein Instrument dieser Art ist demnach eine Violine, welche mittelst eines Luftstromes anstatt mit einem Bogen in zitternde Bewegung versezt wird. In Hinsicht auf Klang und Intensität stehen die Töne eines solchen Instrumentes zwischen jenen eines Hornes und eines Fagottes in der Mitte.

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