Titel: Heineken's Methode approximativ die Radien der Curven ungleich convexer Linsen zu bestimmen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 59, Nr. LXXII./Miszelle 3 (S. 469–470)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj059/mi059072_3

Heineken's Methode approximativ die Radien der Curven ungleich convexer Linsen zu bestimmen.

Hr. N. S. Heineken gibt im London and Edinb. Philos. Journal, Sept. 1835, folgende Methode an, deren man sich zur Bestimmung der Radien der Curven ungleich convexer Linsen bedienen kann, wenn keine große Genauigkeit dabei erforderlich ist, und wenn die Radien nicht sehr groß sind. Man erweiche das Ende einer schwarzen oder rothen Siegellakstange an einem Kerzenlicht, hauche die Linse an, und drüke das erweichte Siegellak darauf, bis es kalt geworden ist. Das Siegellak nimmt auf diese Weise die Form der Linse an, und gibt einen Spiegel, dessen Concavität der Convexität der Linse entspricht, und der Glanz genug besizt, um das Bild eines Kerzenlichtes oder der Sonne auf ein ihm gegenüber gehaltenes Kartenblatt oder auf ein Stük weißes Papier zu reflectiren. Die Entfernung zwischen dem Mittelpunkte dieses Spiegels und dem auf diese Weise erzeugten Bilde wird dem halben Radius der Curve der fraglichen Linse gleich seyn. Auf gleiche Weise läßt sich die Curvatur der anderen Oberfläche der Linse finden. Ich fand diese Methode, sagt Hr. Heineken, ganz gut zur Bestimmung der Radien der Oberflächen für Linsen von Teleskopen und Mikroskopen, auf |470| welche sie bei der Kürze der Brennweiten besonders anwendbar ist. Man kann sich statt des Siegellaks noch besser eines leicht flüssigen Metallgemisches bedienen; doch kann hiebei wegen des höheren zum Schmelzen erforderlichen Hizgrades leichter eine Beschädigung der Linse erfolgen. Dieses Metall soll man bei der möglich geringsten Hize schmelzen, wenn es flüssig geworden auf ein Stük weißes Papier gießen, und nachdem es auf diesem an den Rändern teigig zu werden beginnt, soll man die Linse darauf drüken.

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