Titel: Ueber eine falsche Politur, welche hie und da dem Marmor gegeben wird.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 59, Nr. LXXII./Miszelle 5 (S. 470)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj059/mi059072_5

Ueber eine falsche Politur, welche hie und da dem Marmor gegeben wird.

Wir entnehmen aus einem größeren Aufsaze, in welchem das Journal des connaissances usuelles über das Schleifen und Poliren der Marmore und anderer Steine mehreres bereits längst Bekanntes zusammenstellt, folgende Notiz: Ein mehr oder minder lang fortgeseztes Reiben ist das einzige Mittel zur Erzielung einer guten Politur an den Marmorplatten; man hat aber, um die hiezu erforderliche Zeit zu ersparen, nicht nur auf Substanzen gedacht, welche das Poliren beschleunigen; sondern man hat sogar eine falsche Politur erfunden, womit man dem Marmor, unmittelbar nachdem er zugerichtet worden ist, einen schönen Glanz geben kann. Die Sache besteht ganz einfach darin, daß man das Polirpulver mit Alaun versezt, wodurch dann schnell eine Politur erzeugt wird. Der Betrug läßt sich leicht entdeken, denn läßt man einen Tropfen Wasser auf solchen Marmor fallen, so entsteht dadurch ein matter Flek. Die Marmorplatten auf Commoden, Tischen etc. werden häufig nach dieser betrügerischen Methode von den Steinmezen gepuzt, sie verlieren dann ihre Politur nicht nur wenn sie naß werden, sondern sie werden auch an der Luft je nach der Feuchtigkeit derselben in mehr oder minder kurzer Zeit matt, indem sich durch chemische Einwirkung des Alauns auf den Kalk auf der Oberfläche des Marmors Gyps und kohlensaures Kali mit Thonerde erzeugt. – Ein anderer minder sträflicher Betrug ist das Poliren des Marmors mit Wachspolitur; diesen erkennt man leicht, wenn man den Marmor mit Weingeist abwäscht, wo er seine Politur verliert.

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