Titel: Vorschrift zu Hunt's Stiefelwichse.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 59, Nr. LXXII./Miszelle 7 (S. 472)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj059/mi059072_7

Vorschrift zu Hunt's Stiefelwichse.

Die berühmte Hunt'sche Stiefelwichse, welche ihrem Erfinder ein Vermögen von beinahe 5 Millionen Gulden eintrug, wird im Großen angeblich auf folgende Weise bereitet. Man mengt 60 englische Pfd. Beinschwarz, 7 Pfd. Kienruß, 5 Pfd. Frankfurter Schwärze und 5 Pfd. Berliner-Blau unter einander, und macht daraus durch allmählichen Zusaz von 12 Gallons Essig einen diken Teig an. Lezteren verdünnt man dann mit 12 Gallons Bier, in welchem man 40 Pfd. Melasse und Zuker und 1/2 Pfd. Potasche zergehen ließ. Hierauf sezt man 6 Pinten Spermacetöhl und eine Pinte Branntwein, worin man über einem gelinden Feuer 2 Pfd. Wachs auflöste, zu, um endlich unter gutem Umrühren allmählich noch 20 Pfd. Schwefelsäure beizufügen. Man läßt die Masse unter öfterem Umrühren zwei Wochen lang ruhen, bevor man sie in den Handel bringt. – Das Journal des connaissances usuelles fügt in seinem vorjährigen Novemberhefte dieser Vorschrift noch folgende Bereitungsart einer anderen Wichse bei. 1) Man übergießt Knochen mit so viel Salzsäure als nöthig ist, daß dadurch in 14 Tagen bei gewöhnlicher Temperatur aller darin enthaltene phosphorsaure Kalk aufgelöst wird. 2) Man gießt die Flüssigkeit ab, und dampft die Hälfte derselben bis zur Syrupconsistenz ein, wo man dann beim Abkühlen eine bestimmte Quantität krystallisirten salzsauren Kalk und flüssigen sauren phosphorsauren Kalk erhält. 3) Man vermengt die nach den beiden ersten Operationen erhaltenen Flüssigkeiten so, daß das Gemenge 15° an Beaumé's Aräometer zeigt. 4) Auf ein Kilogramm dieses Gemenges sezt man 180 Kilogr. thierische Kohle zu, worauf man das Gemenge drei Tage lang umrührt, und nach einigen Minuten Ruhe abgießt. 5) Auf den hiebei bleibenden Rükstand gießt man 25 Kilogr. concentrirte Schwefelsäure, 10 Kilogr. Klauenfett, 4 Kilogr. Kienruß, und diese Mischung läßt man unter täglich 3- bis 4maligem Umrühren zwei Tage lang ruhen. 6) Auf diese Mischung gießt man die bei der vierten Operation erhaltene Flüssigkeit, und 80 Kilogr. Melasse, so wie 2 Kilogr. Lavendelgeist. Nach ein Paar Tagen Ruhe ist die Wichse dann fertig.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: