Titel: Ueber die Verfertigung von Lettern aus Thon, Stuk etc. zu Aufschriften für Häuser etc.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 59, Nr. LXXII./Miszelle 8 (S. 472–473)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj059/mi059072_8

Ueber die Verfertigung von Lettern aus Thon, Stuk etc. zu Aufschriften für Häuser etc.

Die Lettern zu den großen Aufschriften, die man in größeren Städten findet, wurden früher aus Metall gegossen, gegenwärtig hingegen erzeugt man sie hauptsächlich aus Thon, aus Stuk und aus verschiedenen Kitten. Um sie aus Thon zu bereiten, nimmt man gewöhnlichen Töpferthon und preßt ihn in entsprechende, zerlegbare, mit Oehl ausgeschmierte Model. Die gepreßten Buchstaben werden, nachdem sie an der Luft getroknet sind, im Ziegelofen gebrannt. – Will man sie aus Stuk verfertigen, so soll man in einen aus einem Liter gesiebten Gyps bestehenden Haufen eine Grube machen und in diese zwei Liter gelöschten Kalk und einen Liter Marmorstaub geben, worauf man dann dieses Gemenge mit einem Liter Wasser anrührt, in welchem zwei Blätter flandrischer Leim in der Wärme aufgelöst worden sind. Diese Composition wird gleichfalls in geöhlte Model gegossen, und aus diesen nimmt man die Lettern heraus, nachdem sie an der Luft oder in einer Trokenstube troken geworden sind und einen bedeutenden Grad von Härte erreicht haben. – Einen sehr guten, den Einflüssen der Witterung widerstehenden Kitt, welcher zu gleichem Zweke und auch zum Ausbessern |473| der äußeren Verzierungen an Häusern und Monumenten verwendet werden kann, erhält man, wenn man 16 Theile höchst fein gepulvertes Glas, 2 Theile fettes Oehl und 1 Theil Bleiglätte zu einem diken Teige abknetet. – Zu bemerken ist, daß zur Erleichterung der Befestigung obiger Lettern an den Mauern einige kleine Löcher in denselben angebracht werden sollen, und daß dieß zu geschehen hat, während sich die Lettern noch feucht in den Modeln befinden. Diese Löcher sind nämlich zur Aufnahme kleiner, zur Befestigung dienender Zapfen bestimmt. – Das Journal des connaissances usuelles, aus welchem wir Obiges entlehnten, gibt bei dieser Gelegenheit auch an, daß der Modellircement des Hrn. Beunat in Saarburg aus feinem Marmor- oder Granitpulver, Mehl, Pfeifenthon und Leim, mit Wasser angemacht, besteht; und daß er dem Smith'schen Cemente, welcher aus Leinöhl, Schiffpech, Kreidenpulver, Mehl und Leim zusammengesezt ist, beinahe vorzuziehen seyn dürfte.

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