Titel: Dumoulin's alkalische Tinte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 59, Nr. LXXII./Miszelle 9 (S. 473)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj059/mi059072_9

Dumoulin's alkalische Tinte.

Das Journal des connaissances usuelles gibt in seinem neuesten Januarhefte folgende Vorschrift zur Bereitung der alkalischen Tinte, auf welche Hr. Dumoulin ein Patent für 10 Jahre erhielt. Man löst ein Pfund reines basisch kohlensaures Natron in beiläufig 10 Pfd. siedenden Wassers auf; sezt hierauf 4 Unzen gewöhnlichen reinen Harzes zu, und trägt in die siedende Auflösung in dem Maaße als sie sich auflösen, bis auf 8 Pfd. Wachsstüke ein, wobei man das Ganze gut umrührt. Von der auf diese Weise bereiteten Seife nimmt man eine Unze auf ein Pfund siedenden Wassers; und in 30 Pfund dieser Auflösung trägt man, nachdem sie filtrirt und zum Sieden gebracht worden ist, beiläufig zwei Pfund Gummilak und 1 1/2 Unzen Hauserblase, welche mit einer Unze Kochsalz vermengt worden ist, ein. Wäre die Auflösung nicht alkalisch genug, so kann man ihr zur Beschleunigung der Auflösung des Gummilaks noch ein Paar Quentchen desselben Natronsalzes oder auch ein anderes basisches Natronsalz, wie z.B. Borax, zusezen. Diese Auflösung bildet die Basis der Tinte, welche man mit verschiedenen Arten von Kohle schwarz färben kann. Ein etwas grauliches Schwarz erhält man durch Zusaz eines Pfundes Kohle von Weinranken, welche an der Luft verbrannt worden sind; ein dunkles Schwarz mit 3 Unzen thierischer Kohle, welche man sich aus Wolle oder Gallerte und nicht aus Knochen oder Elfenbein bereiten soll, indem leztere wegen ihres starken Gehaltes an phosphorsaurer Kalkerde eine zu schwere Kohle geben; ein glänzendes Schwarz geben 1 1/2 Unzen Zukerkohle. Alle diese Kohlen reibt man zusammen höchst fein ab, wobei man ihnen zulezt, um der Mischung ein etwas bläuliches Aussehen zu geben, eine geringe Quantität Indigopulver zusezt. Dieses Pulver rührt man allmählich mit obiger Flüssigkeit an; und wenn die alkalische Flüssigkeit hinreichend mit Farbstoff versezt ist, so gießt man sie ab. Man erhält auf diese Weise eine gute alkalische Tinte, welche nur wenig Bodensaz macht, und welche um so schwärzer seyn wird, je länger die Kohlenpulver abgerieben werden. Statt der Hausenblase und des Kochsalzes kann man auch eine gleiche Quantität arabischen Gummi anwenden. Diese Tinte erleidet mit der Zeit an der Luft keine Veränderung; auch wird sie weder von Salpetersäure, noch von Schwefelsäure (wenn diese so verdünnt ist, daß sie das Papier nicht verkohlt), noch von Chlor, noch von Kali und Natron zerstört. Um diese Komposition wohlfeiler zu machen, kann man sie auch mit gewöhnlicher Tinte versezen, wo sie dann immer noch allen chemischen Reagentien so widersteht, daß nicht wohl Fälschungen durch Auslöschen der Tinte möglich sind.

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