Titel: Ueber die Champagnerflaschen-Fabrication in Frankreich.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 60, Nr. LXI./Miszelle 8 (S. 322)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj060/mi060061_8

Ueber die Champagnerflaschen-Fabrication in Frankreich.

Wir entnehmen aus dem Berichte, den Hr. Pouillet der Société d'encouragement in Paris über die Leistungen der Concurrenten um den auf Verbesserungen in der Champagnerflaschen-Fabrication ausgeschriebenen Preis erstattete, Folgendes. Nach den im Jahre 1829 angestellten Proben hielten die damals im Handel vorkommenden Flaschen nur einen Druk von 12 bis 15 Atmosphären, und nie einen von mehr als 20 Atmosphären aus; in den besten Weinkellern hatte man daher bei der Champagnerfabrication einen Verlust von 10 bis 20 Proc. an Flaschen zu erleiden. Seither hat die Fabrication der Flaschen durch die Gesellschaft angeregt, wesentliche Fortschritte gemacht, wie schon daraus hervorging, daß einem früheren Berichte gemäß die Flaschen des Hrn. Darche im Durchschnitte einen Druk von 21 Atmosphären aushielten. Bei dem lezten Concurse meldeten sich nun 4 Concurrenten um den ausgeschriebenen Preis; ihre Fabricate, die jedoch nicht in solcher Anzahl eingesandt worden sind, daß sich eine sichere Durchschnittszahl für deren Festigkeit hätte ermitteln lassen, gaben mit Herrn Collardeau's Maschine probirt, die in der beigefügten Tabelle angedeuteten Resultate. Es geht hieraus wenigstens so viel hervor, daß die Fabrication große Fortschritte gemacht, und daß gegenwärtig die schwächsten Flaschen noch so stark sind, als es im Jahre 1829 die stärksten waren; während die stärksten nunmehr eine doppelt so große Stärke besizen, ohne daß in Hinsicht auf Schwere, Preis und Rauminhalt eine Veränderung eingetreten wäre. Der Verlust an Wein und Flaschen durch den Bruch ist beigebrachten Zeugnissen gemäß um 5 Proc. geringer geworden.

Textabbildung Bd. 60, S. 322

Die Gesellschaft beschloß in der Ueberzeugung, daß man zu noch günstigeren Resultaten gelangen könne, den Preis ron 3000 Fr. bis zum Jahre 1838 zu verschieben, und einstweilen jedem der vier Concurrenten zum Zeichen der Anerkennung ihrer Verdienste die goldene Medaille zuzuerkennen. (Bulletin de la Société d'encouragement, December 1835.)

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