Titel: Kemp's Maschine zum Emporschaffen von Schiffen.
Autor: Kemp, William
Fundstelle: 1836, Band 61, Nr. XVIII. (S. 91–92)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj061/ar061018

XVIII. Verbesserte Maschine zum Emporschaffen versunkener Schiffe, worauf sich William Kemp, von Burslem in der Grafschaft Stafford, am 23. April 1835 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. März 1836, S. 157.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Ich bezweke durch meine Erfindung eine Maschine, womit man schwere, in der Tiefe des Wassers und auf dessen Boden befindliche Körper, so wie auch versunkene Schiffe von jeder Tonnenlast aus jeder Tiefe des Meeres emporschaffen kann. Die Zeichnung wird zeigen, auf welche Weise ich dieß zu erlangen suche.

Fig. 48 ist ein Aufriß der nach meiner Erfindung gebauten Maschine. Fig. 49 ist ein Grundriß derselben. a, a ist ein aus Holz, Kupfer, oder irgend einem anderen geeigneten Materiale verfertigtes Gefäß, welches vollkommen luftdicht und so stark seyn muß, daß es ohne Gefahr des Berstens mit Wasser gefüllt werden kann. Das untere Ende ist zum Behufe des Eintrittes der Luft offen gelassen. B ist das eine Ende oder der Boden, welcher aus einem Stoffe, der immer schwimmt, und so verfertigt seyn muß, daß er sich leicht innerhalb des Gefäßes a, a auf und nieder bewegen kann, während er übrigens durch die an dem unteren Ende innerhalb des Gefäßes a, a hervorragende Randleiste c, c verhindert wird, aus dem Gefäße a, a hinaus zu treten. D ist ein Sicherheitsventil, welches verhütet, daß die emporsteigende Luft das Gefäß a, a nicht zersprengt, wenn es allenfalls mit Luft überfüllt werden sollte. E, E ist ein Maaß, dessen man sich bedient, um die in dem Gefäße a, a enthaltene Quantität Luft zu bestimmen, und welches aus zwei gleich abgetheilten und gleich markirten Streifen oder Leinen besteht. An dem Ende des einen dieser Streifen, der leicht durch eine Fuge läuft, befindet sich eine hohle Kugel, welche in das Gefäß a, a hineingebracht wird, und welche innerhalb dieses Gefäßes auf der Oberfläche des Wassers schwimmt. Der andere Streifen ist mit dem einen Ende an der Fuge befestigt. Durch Vergleichung der entgegengesezten Enden der |92| Streifen, welche so lang sind, daß sie bis an die Oberfläche des Wassers emporreichen, läßt sich genau ermitteln, welchen Raum die in dem Gefäße a, a enthaltene Luft einnimmt.

Um sich dieser Vorrichtung zu bedienen, versenkt man sie, nachdem sie mit Wasser gefüllt worden sind, in der Nahe des Körpers, der aus dem Wasser emporgeschafft werden soll; und läßt sie von Personen, die sich mit Hülfe der Tauchergloke oder eines anderen Tauchapparates an Ort und Stelle begeben, so daran befestigen, daß ihr offenes Ende nach Abwärts gekehrt ist, und daß sich der aus einem schwimmenden Körper bestehende Boden oder Dekel innerhalb des Gefäßes a, a und an dessen Scheitel befindet. Nachdem hierauf das Maaß an dem unteren Ende des Gefäßes befestigt worden ist, kann die Maschine mit Luft gefüllt werden. Man bedient sich zu diesem Behufe einer Luftpumpe, von welcher aus die Luft in einer Röhre unter und in das Gefäß a, a geleitet wird. Die in das Gefäß tretende Luft treibt natürlich das in demselben enthaltene Wasser aus der Stelle, wo dann der bewegliche Boden, der jederzeit auf der Oberfläche des Wassers schwimmen wird, mit diesem allmählich herabsinkt. Ist eine hinreichende Quantität Luft in das Gefäß a, a getrieben worden (eine Quantität, die für keinen Fall den Rauminhalt des Gefäßes übersteigen soll), und wenn sich der Dekel des Gefäßes a, a an der Oberfläche des Wassers befindet, so ist die Maschine vollkommen gefüllt, und in einem Zustande, in welchem sie das möglich größte Gewicht an die Oberfläche des Wassers emporzuheben im Stande ist. Dergleichen Apparate bringt man so viele an, als zur Ueberwältigung des Gewichtes des versunkenen Körpers erforderlich sind; und sobald dieser Fall eingetreten ist, wird man die ganze Masse mit sammt den Apparaten emporsteigen sehen.

Ich weiß wohl, daß die Anwendung von Luft zum Emporschaffen versunkener Körper nicht neu ist; ich nehme daher auch dieses Princip nicht im Allgemeinen in Anspruch, sondern beschränke mich auf die Anwendung von Gefäßen, die an dem einen Ende offen sind, und in denen die Quantität der eingetriebenen Luft regulirt und bemessen werden kann.

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