Titel: Ueber die Fabrication von Handschuhleder.
Autor: Buisson,
Fundstelle: 1836, Band 61, Nr. LX. (S. 278–279)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj061/ar061060

LX. Ueber die Behandlung der zu Handschuhen bestimmten Felle nach dänischer und schwedischer Art. Von Hrn. Buisson, Handschuh-Fabrikanten in Paris.

Aus dem Journal des connaissances usuelles. Jun. 1836, S. 266.

Ich befolge, um sehr gute, zu obigem Zweke bestimmte Felle zu erhalten, folgendes Verfahren.

Erste Operation. Die Häute werden eben so gekalkt und abgehaart, als wenn man sie alaunen wollte; nach dem Abhaaren wäscht man sie gut aus, um allen allenfalls noch darin enthaltenen Kalk zu entfernen.

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Zweite Operation. Man nimmt auf 400 kleine Häute 72 Pfd. Lohe. Die Häute werden 8 Tage vorher in einem Bottiche, worin man sie taut, eingeweicht, und dann mit dem Wasser, worin sie eingeweicht waren, in einen Kessel gebracht, in welchem man sie von dem Augenblike an, wo das Sieden beginnt, zwei Stunden lang sieden läßt. Nach Beendigung des Siedens sezt man einen Korb auf den Bottich, um die Farbe zu sieben, und um die geringe Kraft, die allenfalls noch in der Lohe zurükgeblieben seyn könnte, nicht zu verlieren. Hierauf gibt man die Häute in einen anderen Bottich, und zwar mit so viel Wasser, als nöthig ist, um sämmtliche Substanzen daraus zu entfernen; dieses Wasser dient zum Ersaze des Verlustes, den der Bottich beim Tauen erleidet.

Dritte Operation. Wenn die Farbe eingesiebt worden ist, so achte man darauf, daß man die Häute nicht eher hinein bringt, als bis die Flüssigkeit eine solche Temperatur erlangt hat, daß man die Hand darin halten kann, ohne sich zu brennen. Man wirft dann eine Haut um die andere hinein, und zwar so, daß sie vollkommen ausgebreitet niederfällt, und mithin gleichförmig Farbe aufnimmt. Während des ersten Tages rührt man alle zwei Stunden um; am zweiten und dritten Tage hingegen nur alle 4 Stunden, bis die Häute eine solche Consistenz erlangt haben, daß man sie aus dem Bottiche herausnehmen kann. Man erkennt dieß leicht daran, daß sich die Häute fest, dicht, runzelig und zusammengezogen anfühlen; besäßen sie diese Eigenschaften nicht, so müßte man sie noch einige Tage in der Farbe belassen.

Vierte Operation. Die aus der Farbe kommenden Häute werden zum Behufe der Entfernung des in ihnen enthaltenen Wassers ausgewunden, und dann im Schatten aufgehängt und getroknet. Nach erfolgtem Troknen befeuchtet man sie mit einem Schwamme, worauf man sie am nächstfolgenden Tage, wenn sie die Feuchtigkeit eingesogen haben, mit Leichtigkeit ausbrechen und bimsen kann. Nach Vollendung dieser Arbeit wäscht man die Häute in einem Bade, worin man 100 Eidotter zerrührt hat, um sie dann neuerdings auszuwinden und auf die oben beschriebene Weise zu troknen.

Fünfte Operation. Man befeuchtet die Häute neuerdings, läßt sie die Feuchtigkeit über Nacht einsaugen, und bricht sie dann so lange aus, bis sie den gehörigen Grad von Weichheit und Elasticität erlangt haben. Zulezt gummirt man sie, indem man mit einem Schwamme eine dünne Schichte Milch aufträgt; dieß geschieht, damit die Feuchtigkeit nicht so leicht durchdringen kann.

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