Titel: Ueber das Verzinnen bleierner Röhren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 61, Nr. XIV./Miszelle 11 (S. 75–76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj061/mi061014_11
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Ueber das Verzinnen bleierner Röhren.

Wir haben in einem früheren Jahrgange der Methode erwähnt, nach welcher Hr. Ewbank in den Vereinigten Staaten bleierne Röhren verzinnt, um sie nicht bloß zu Wasserleitungen, sondern auch zu mannigfachen anderen Zweken, z.B. beim Abziehen von Bier, Cider u. dergl. ohne alle Gefahr anwendbar zu machen. Da man hiegegen Einwendungen erhob, so macht nun Hr. G. Chilton von New York im American Journal of Science folgende Versuche bekannt. „Ich füllte mehrere Stüke bleierner Röhren, die theils mit reinem Zinne, theils mit verschiedenen Zinnlegirungen verzinnt worden waren, mit Essig von verschiedener Stärke, und ließ sie einen Monat bis zu 6 Wochen unter öfterem Schütteln stehen. Der Essig gab nach dieser Zeit mit schwefelsaurem Natron geprüft keine Reaction, mit schwefelwasserstoffsaurem Ammoniak hingegen einen braunen Niederschlag von Schwefelzinn. Dasselbe Resultat ergab sich auch, als ich die Röhren mit Kochsalzauflösung anstatt mit Essig füllte. Es scheint demnach, daß in allen diesen Fällen, welche ich als galvanische Wirkungen betrachte, das Zinn das am leichtesten oxydirbare Metall war, obschon sich das Blei an freier Luft und ohne Einfluß galvanischer oder polarischer Verhältnisse schneller oxydirt, als das Zinn. Ich brauche wohl kaum zu bemerken, daß Proust schon vor 30 Jahren ähnliche Resultate erhielt, als er in Auftrag seiner Regierung eine Reihe von Versuchen mit verschiedenen Blei- und Zinnlegirungen anstellte, um zu erforschen, ob die gewöhnliche Verzinnung der kupfernen Gefäße einen Nachtheil für die Gesundheit habe. Bei keinem seiner Versuche fand nämlich eine Auflösung von Blei oder von Zinn Statt. Ich bemerke schließlich nur noch, daß ich jährlich ein kupfernes verzinntes Gefäß mit verdünnter Salzsäure reinige, und daß hiedurch das entstandene Zinnoxyd aufgelöst wird, während das Kupfer unangegriffen bleibt.“ (Mechanics' Magazine, No. 661.)

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