Titel: Ueber die Erträgnisse der Talgschmelzerei und Kerzenfabrication in Frankreich.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 61, Nr. XIV./Miszelle 17 (S. 78–79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj061/mi061014_17
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Ueber die Erträgnisse der Talgschmelzerei und Kerzenfabrication in Frankreich.

Hr. Grouvelle gibt in den Annales de la Société polytechnique, No. 19 in obiger Hinsicht folgende Zusammenstellung. Eine Talgschmelzerei, welche täglich mit 1200 Kilogr. rohen Talges arbeitet, zahlt für diesen, die 100 Kilogr. zu 80 Fr. gerechnet, 960 Fr.; 1000 Kilogr. Torf kosten 14 Fr.; der Lohn von 2 Arbeitern, indem einer 600 Kilogr. Fett verarbeitet, beträgt 6 Fr.; 25 Kilogr. Schwefelsäure kosten 6 Fr. 25 Cent.; die Auflagen, Interessen und sonstigen kleinen Angaben lassen sich auf 12 Fr. anschlagen; dieß gibt eine Summe von 998 Fr. 25 Cent, für die Ausgaben. 1200 Kilogr. roher Talg geben mit Schwefelsäure behandelt, 88 Kilogr. auf 100 gerechnet, 1056 Kilogr., wovon die 100 Kilogr. im Durchschnitte 100 Fr. gelten. Es ergibt sich also ein Ertrag von 1056 Fr., so daß mithin täglich ein Nettogewinn von 57 Fr. 75 Cent. bleibt. – Es wurden hier nur 88 Kilogr. reiner Talg auf 100 Kilogr. rohen Talges angenommen, obschon man ihrer gewöhnlich 90 gewinnt; dagegen ist zu bemerken, daß, wenn der Abgang nur um 3 bis 4 Proc. größer ausfällt, der größte Theil des Gewinnes verloren ist. Das Brennmaterial wird gewöhnlich durch den Ertrag der Grieben gedekt.

Bei einer Kerzenfabrication von täglich 500 Kilogr. berechnet sich die Sache folgender Maßen. 500 Kilogr. Talg kosten 500 Fr; 200 Kilogr. Torf 2 Fr. 80 Cent.; 1,25 Kilogr. Baumwolle 6 Fr. 25 Cent.; zwei Arbeiter, von denen jeder des Tages 200–250 Kilogr. Kerzen gießt, kosten 8 Fr.; die übrigen Kosten berechnen sich auf 10 Fr., mithin in Summa 527 Fr. 5 Cent. Dagegen werfen 500 Kilogr. Kerzen im Durchschnitte einen Ertrag von 576 Fr. ab, so daß ein Nettogewinn von 48 Fr. 95 Cent. bleibt, wozu jedoch noch der Gewinn beim Talgschmelzen und beim Papiere, in welches die Kerzen eingewikelt werden, zu rechnen ist. Auch dekt der Bodensaz gewöhnlich die Kosten des Brennmateriales. Um täglich 200 Kilogr. Kerzen erzeugen zu können, braucht man 4000 Model, die aus gleichen Theilen Zinn und Blei bestehen, und wovon einer beiläufig 1 Fr. kostet.

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