Titel: Preise der Société royale et centrale d'agriculture in Paris, die Runkelrübenzuker-Fabrication betreffend.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 61, Nr. XIV./Miszelle 3 (S. 71–72)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj061/mi061014_3

Preise der Société royale et centrale d'agriculture in Paris, die Runkelrübenzuker-Fabrication betreffend.

Die oben genannte Gesellschaft ertheilt in ihrer öffentlichen Sizung im April 1837 folgende Preise.

1. Preis von 3000 Fr. für denjenigen, der das einfachste und wohlfeilste, auf kleineren Oekonomien anwendbare Verfahren der Zukerfabrication angibt und deutlich beschreibt. Das Verfahren muß seit 2–3 Monaten im Gange seyn, und täglich wenigstens 12 Kilogr. Zuker liefern. Die Einfachheit muß so groß seyn, daß jeder Landwirth das Verfahren selbst befolgen und die gewünschten Resultate |72| damit erlangen kann. Der Zuker muß durch fortgeseztes Abtropfen oder durch Klärung, oder auf irgend eine andere Weise in solchem Grade gereinigt seyn, daß er entweder unmittelbar verbraucht oder in die Raffinerien gebracht werden kann. Der Preisbewerber muß die Gründe angeben, aus denen er seiner Methode vor den übrigen bekannten Methoden den Vorzug gibt.

2. Preis von 2000 Fr. für einen Apparat, der sich für Landwirthe oder für Vereine von solchen, welche täglich wenigstens 50 Hectoliter Runkelrübensaft verarbeiten wollen, am besten eignet. Wohlfeilheit, Leichtigkeit der Handhabung, Ersparung an Brennmaterial oder an Triebkraft im Vergleiche mit den bereits bekannten Apparaten scheinen die wesentlichsten Bedingungen. Uebrigens werden die geringeren Fabricationskosten im Verhältnisse zur Quantität des erzielten Zukers bei übrigens gleichen Umständen dem Urtheile zum Grunde gelegt werden.

3. Preis von 1000 Fr. für die wesentlichste neue Verbesserung an irgend einer der Operationen der Zukerfabrication. Die Commission der Gesellschaft wird dieselbe untersuchen und deren Resultate in einer Fabrik prüfen und bewähren.

4. Preise von 100 Fr. für jeden der ersten zwölf Concurrenten, welche kleine, wohlfeil arbeitende Fabriken, in denen man jährlich aus selbst gebauten Runkelrüben über 300 Kilogr. Zuker von solcher Reinheit erzeugt, daß er im Hause verwendet werden kann, hergestellt haben werden.

Außerdem behält sich die Gesellschaft vor, Medaillen an diejenigen zu ertheilen, die wesentlich zur Verbreitung der Runkelrübenzuker-Fabrication im Kleinen beigetragen haben werden; es mag dieß durch Mittheilung erworbener Erfahrungen, oder durch Beispiel, oder durch Nachschläge geschehen seyn; ferner an diejenigen, welche zur Bildung von Zuker-Fabricationsvereinen unter den Landwirthen beigetragen haben; und endlich auch noch an jene Fabrikanten, die den benachbarten Landwirthen die größte Menge Zuker in Tausch gegen die Runkelrüben abgegeben haben.

Sollten die Preise im Jahre 1837 nicht ertheilt werden können, so würden sie bis zum Jahre 1839 ausgesezt bleiben; und wären auch dann noch nicht alle Bedingungen erfüllt, so behält sich die Gesellschaft vor, die Preise an die würdigsten Concurrenten zu vertheilen. Die Abhandlungen und Dokumente müssen spätestens im Monate Januar an den Secretär der Gesellschaft, Hrn. Baron de Silvestre, eingesandt werden.

Die Gesellschaft wünscht, daß die von den Preisbewerbern angedeuteten Methoden durch eine oder zwei Campagnen befolgt worden; wenigstens müssen die angegebenen Resultate zwei Monate hindurch erzielt worden seyn. Bei dem ersten und zweiten Preise macht es die Gesellschaft nicht zur Bedingung, daß die Concurrenten neue Methoden angeben, wenn sie durch Wahl einer älteren den Absichten der Gesellschaft entsprechen. (Journal des connaissances usuelles. März 1836, S. 106.)

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