Titel: Ueber die Eisenbahnen in den Vereinigten Staaten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 61, Nr. XXIX./Miszelle 3 (S. 153–154)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj061/mi061029_3
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Ueber die Eisenbahnen in den Vereinigten Staaten.

Nach glaubwürdigen Angaben, schreibt das American Railroad Journal, haben die gegenwärtig in den Vereinigten Staaten im Baue oder in der Ausmessung befindlichen Eisenbahnen zusammen eine Länge von 3000 engl. Meilen. Jeder Yard der hiezu erforderlichen Schienen wiegt 62 1/2 Pfd.; da eine Meile 1760 Yards hat, so braucht man. für jede Meile einer doppelten Schienenbahn 238 Tonnen Eisen, abgesehen von den Ketten, Schrauben, Bolzen etc. Man kann daher füglich 250 Tonnen Eisen auf jede englische Meile rechnen, wonach also auf obige 3000 Meilen 750,000 Tonnen Eisen kommen. Die Nachfrage nach Schieneneisen für Amerika ist deßhalb in England auch so außerordentlich gestiegen, daß dasselbe Stabeisen, welches vor einem Jahre an den Eisenwerken in Wallis zu 6 Pfd. 10 Schill. bezahlt wurde, gegenwärtig zu 9 Pfd. 10 Schill. notirt wird! Nach New-Yorker Blättern haben amerikanische Häuser in England bereits wirklich über die Lieferung von 400,000 Tonnen Schieneneisen contrahirt. Rechnet man die Tonne Schieneneisen, welches theurer ist als das Stabeisen, zu 50 Dollars, so hat sich also das amerikanische Volk durch diese Contracte verbindlich gemacht an England nicht weniger als 20 Millionen Dollars für Schieneneisen zu bezahlen. Würden vollends alle unsere projectirten Eisenbahnen mit englischen Schienen gebaut werden, so würde Nordamerika in 7 Jahren, denn so lange kann der Bau dauern, einen Tribut von 50 Millionen Dollars an England bezahlen, und dieß für ein Material, welches in den Bergen der Vereinigten Staaten zugleich mit der besten Kohle in solcher Menge zu finden ist, daß der Bedarf der ganzen Welt damit gedekt werden könnte!! (Mechanics' Magazine, No. 670.)

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